CD-Tipp

Jan Delay - „Mercedes Dance“

published: 12.08.2006

Jan Delay - „Mercedes Dance“  (Foto: Universal) Jan Delay - „Mercedes Dance“ (Foto: Universal)

Jan Eißfeldt ist ein Phänomen. Der Rapper von den Beginnern kann machen was er will: alles gelingt. Völlig überraschend lieferte der Mann mit den vielen Pseudonymen im Jahr 2001 das Sommeralbum des Jahres ab. „Searching For The Jan Soul Rebels„ begeisterte nicht nur mit lupenreinem Reggae sondern vor allem mit sehr guten Texten in deutscher Sprache. Nachdem der Hamburger eindrucksvoll bewiesen hat, das ein Reggae-Album auf Deutsch nicht nach Ballermann-Hits klingen muss, hat sich Jan Delay nun ein neues Genre vorgeknöpft: den Funk. Das Rezept ist dabei ähnlich wie beim Vorgänger. Die näselnde Stimme des Glatzenträgers aus dem Stadtteil Eimsbüttel, eine zackige Band (Disko No. 1), die reichlich Groove mitbringt, und dazu Eizi Eiz' vom HipHop geprägten Texte, natürlich auf Deutsch. Und das Konzept geht auf.



Das Funk und Soul mit deutschen Texten funktionieren kann, hat übrigens auch schon vor Eißfeldt ein gewisser Stefan Gwildis bewiesen. Nur das der nicht wie Jan Phillip Eißfeldt in einer linken WG sozialisiert und aufgewachsen ist. Denn seine kritische aber stets augenzwinkernde Art hat sich Eißfeldt bewahrt. Etwa wenn er in „Kartoffel“ über das „öde Gemüse und seine Eigenschaft“ singt, das „Stärke besitzt aber keinen Geschmack“ und damit das Tennissocken-Sandalen-Image der Deutschen meint. Auch andere „amtliche Bretter“ hat Eißfeldt in den schaukelnden Kofferraum seines „Mercedes Dance“ geladen. Das Groove-Monster „Klar“, zurecht als Single auswählt, das clubtaugliche „Plastik“, ein Song, den Michael Jackson wohl gern geschrieben hätte, und „Feuer“ mit rockig-funkiger Gitarre, die ein wenig an die Stones der 70er erinnert.

Dabei hätte der „Mercedes Dance“ fast seine Jungfernfahrt nicht angetreten. Erst Produzent Matthias Arfmann (Turtle Bay Country Club) konnte den von den Anforderungen einer Live-Produktion völlig überarbeiteten HipHop-Bastler nach einer Zwangspause zum Weitermachen bewegen. Nachdem Arfmann als Produzent dann das Ruder übernahm, wurde das Album doch noch fertig. Als nächste Tat plant Jan Delay übrigens ein Rockalbum. Dafür hat er schon mal den Rat des deutschen Altrockers schlechthin eingeholt: Auf dem letzen Song näselt Delay mit Chefpaniker Udo Lindenberg um die Wette.

[Jörg]

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