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CD-Tipp

The Rifles - "No Love Lost"

published: 27.08.2006

The Rifles - "No Love Lost"  (Foto: rough trade) The Rifles - "No Love Lost" (Foto: rough trade)

Ach was, eine junge Band aus dem Vereinigten Königreich? Schon klar: Britpop, das obligatorische "The" im Bandnamen nicht zu vergessen. Und ihr Debüt wird auch noch als großer Knaller gefeiert - welch Überraschung. Die altbekannte Geschichte, der Name hinter dem Artikel schlicht ausgetauscht, hier kommen The Rifles mit ihrem Album "No Love Lost".

So oder ähnlich kommt all das ziemlich bekannt vor. Trotzdem sollte man sich doch immer wieder in Geduld üben, tief durchatmen und ohne Vorurteile hinhören. Es könnte sich lohnen, bei "No Love Lost" tut es das jedenfalls. Schon im ersten Song "She´s Got Standards" überraschen die vier Jungs mit Umsichtigkeit und kritisieren die englische Musikindustrie wegen des Hypes, der um jeden Newcomer veranstaltet wird. Und so richtig britpoppig sind sie ja auch gar nicht. Eher eine energische Mischung aus ein bisschen Punk, einem Tick Ska, Rock und, okay, auch einem Schuss Britpop.



Apropos Schuss, die Songs der Rifles, zu Deutsch Gewehre, erinnern mit Grant Marshs Drums und Rob Pynes Bass so manches Mal tatsächlich an eng aufeinander folgende Salven, die, auf die Füße gerichtet, einen hingebungsvollen Tanz hervorrufen. Bei Pogo, hüpfenden Mods und partywütigen Normalos ist diese Scheibe absolut richtig platziert und lädt zu einer durchschwoften Nacht ein.

Die Jungs von der Insel machen definitiv nichts Neues und diesen Anspruch erheben sie auch gar nicht. Aber sie wissen, was sie wollen: Tanzbaren Gitarrensound, klare Hooklines, kurze, prägnante Soli und eindeutige Texte. Diese Zielstrebigkeit durchzieht das komplette Album und führt zu angenehm unspektakulären, direkten Songs, die bisweilen leider ein wenig kurz geraten. Und so kommt es, dass die elf Tracks nur 36 Minuten dauern.

Das Album widmet sich Geschichten des Alltags im Londoner Großstadtdschungel. Vor allem jüngere Städter dürften sich angesprochen fühlen, wenn Joel Stoker über einmalige sexuelle Abenteuer, raufwütige Freunde und engstirnige Mitbürger singt. Besonders "One Night Stand" versetzt mit launigen Lyrics und punkigem Sound in Partystimmung, aufgemöbelt mit Handclaps wird es zum zwingenden Fußwipper und Kopfnicker. Dem inbrünstigen "Peace & Quiet" nimmt man seinen Wunsch nach Frieden und Ruhe nicht so richtig ab, ist es zwar weniger schnell als seine Vorgänger-Nummern, aber immer noch absolut schwungvoll.

Die Rifles rocken, zugegeben. Allerdings ist es wohl doch ein bisschen übertrieben, dass sie zur Titelmusik von "The Warriors" auf die Bühne gehen, denn soooo wild sind sie nun wirklich nicht. "No Love Lost" landete auf Anhieb auf Platz 58 der Trendcharts und wird sich mit seinen eingängigen Refrains bestimmt auch noch weiter vorarbeiten. Produzent Ian Broudie, Komponist der Fußballhymne "Football´s Coming Home", kann sich freuen.

[Franzisca]

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http://www.therifles.co.uk/

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