CD-Rezension

Tom Novy -„Superstar“

published: 03.10.2006

Tom Novy -„Superstar“  (Foto: Sony BMG) Tom Novy -„Superstar“ (Foto: Sony BMG)

“Superstar” nennt der Münchner House-DJ, Produzent und Gelegenheits-Moderator Tom Novy sein neues Werk ganz unbescheiden. Um den von ihm selbst zugedachten Status noch zu unterstreichen, hat sich der als Thomas Reichhold geborene DJ auf seiner Homepage dann auch überflüssigerweise selbst die Krone aufgesetzt. Die ziert zwar nur seine Initialen, zeigt aber, wo der Mann steht: ziemlich weit oben.



Zugegeben, an den Plattenspielern der internationalen Clubs ist der Münchner ein Schwergewicht. Und immerhin lässt sich der Albumtitel auch als Reminiszenz an seine eigene gleichnamige House-Hymne von 1996 deuten. Leider ist sein Vocal-House – im Knigge der zeitgemäßen elektronischen Tanzmusik inzwischen fast als Schimpfwort geführt – auch auf dem Stand von Neunzehnhundert-Irgendwann stehen geblieben. Lediglich die Struktur seiner Musik hat sich vom geloopten Track hin zum Song entwickelt. Kaum ein Song, der nicht auf Vocals verzichtet. Innovationen sind von Novy also auch in Zukunft eher an den Plattentellern und nicht im Studio zu erwarten.

Ein Gespür für schöne Melodien und groovige Bassläufe hat Novy allerdings. Nur sind die leider im Fall von „Police and Thieves“ nicht von ihm. Trotzdem ist die Reggae-Nummer von Junior Murvin und Lee „Scratch“ Perry, die durch The Clash weltbekannt wurde, gelungen. Genauso wie Novys „Sweety“, eine Disco-Nummer, die der Bayer mit seinem Studiopartner Adrian Bahil fast unverändert aufgenommen hat. Das Original heißt eigentlich „Let Me Love You“ und ist von dem afrikanischen Sänger Bunny Mack (findet sich auch auf Joey Negros großartiger Disco-Kompilation „Disco Spektrum 2“). Für diese Wiederentdeckung gibt es aber Punkte fürs Ausgraben.

[Jörg]

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