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CD-Tipp

DJ Shadow - „The Outsider“

published: 27.09.2006

DJ Shadow - „The Outsider“  (Universal) DJ Shadow - „The Outsider“ (Universal)

Im Deutschunterricht werden vorzugsweise alle möglichen Texte analysiert und diskutiert. Und nicht selten stellen wir alle nach dem Lesen (etwa bei Kafka) die berühme Frage: „Was will uns der Autor mit diesem Text sagen?“ Ein ähnlich großes Fragezeichen hinterlässt auch DJ Shadow mit seinem neuen Werk. Dabei startet Josh Davis, so sein bürgerlicher Name, durchaus verheißungsvoll. Ein über zwei Minuten langes Intro erzählt mit Geisterbeschwörer-Stimme die Geschichte des Outsiders. Was folgt, ist eine wunderbare akustische Soulnummer, wie sie auch ein Terry Callier oder Bill Withers in den 70ern nicht besser hinbekommen hätten. Doch dann wirds anstrengend: Die nächsten fünf Songs kommen mit bretthartem HipHop daher, für die sich der Produzent aus San Francisco MCs aus der lokalen Hyhpy-Szene, einem neuen, stark von Crunk beeinflussten Rap-Stil, ins Studio geholt hat. Danach folgt ein erneuter Bruch, denn nun gibt es mit „Broken Levee Blues“ ein instrumentales Gitarrenstück, danach ein Drum- und Punk-Gitarren-Gewitter, anschließend mit „Backstage Girl“ einen siebenminütigen Abgesang auf die N.E.R.D-Crew um Pharell Williams Wen das alles nicht schon genug verwirrt, der kann sich mit „You Made It“ später noch eine Spur Britpop geben.

Zugute halten kann man Shadow sicher, dass sein Sampling-Sound, für den er Platten aus sämtlichen Genres und Dekaden ausgräbt und entstaubt, niemals homogen klang. Und die Trauben hängen ja auch verdammt hoch: Mit seinem 1996er Überwerk „Endtroducing…“ schuf der Amerikaner aus dem Nichts einen Meilenstein der elektronischen Musik. Das Album wurde zum Blueprint der Samplingkultur schlechthin. Zwei Jahre später gelangte sein U.N.K.L.E.-Projekt unter Mitwirkung von Mo`Wax-Chef James Lavelle und Richard Ashcroft zu Ruhm. Trotz Gästen wie Kasabian und Zack De La Rocha (Rage Against The Machine) wird ihm das diesmal nicht gelingen.

Nun wissen wir ja auch aus dem Deutschunterricht, dass es sich zum besseren Verständnis gelegentlich lohnt, einen Blick in die Biografie des Künstlers zu werfen (etwa bei Kafka). In diesem Fall informiert die Plattenfirma über einen Autounfall, den Josh Davis nur knapp unverletzt überstand, und die komplizierte Geburt seiner beiden Töchter. Beide Ereignisse haben DJ Shadow nach eigener Aussage stark bei seiner musikalischen Arbeit beeinflusst. Trotzdem hilft dieses Wissen nicht wirklich, um einen Zugang zu dem teilweise gelungenen, aber in der Summe anstrengenden Album des Sampling-Freaks zu bekommen.

[Jörg]

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Links

www.djshadow.com

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