CD-Kritik

Liza Li - „18“

published: 06.12.2006

Liza Li - "18"  (Foto: Warner) Liza Li - "18" (Foto: Warner)

Die Düsseldorferin Liza Li wirbelte im Sommer mit der Single „Ich könnte dich erschießen“ durch die Charts und will jetzt mit ihrem ersten Album „18“ durchstarten. Der punkig rockige Sound, der von ihrer ersten Single schon bekannt ist, zieht sich auch durch das ganze Album.

Wütend schreit Liza ihre Wünsche, Sorgen und Probleme ins Mikrofon. Liebe, Sex und Einsamkeit sind nur einige der Themen, die Liza anspricht. Sie singt auch über Geschehnisse in der Welt, bleibt dabei aber leider gewohnt naiv und oberflächlich. Bei dem Song „Im Namen Gottes“ überlegt sie, ob Gott wirklich etwas damit zu tun hat, wenn religiöse Fanatiker unschuldige Menschen in seinem Namen töten. Aber auch alltägliche Situationen kommen bei Liza nicht zu kurz. In dem Lied „Montag“ geht es beispielsweise um einen dieser Morgende, an dem keiner Bock auf Schule hat und das auch in der Klasse zur Schau trägt.



Wenn man das Stück „Sex“ hört, glaubt man, Liza habe den Gipfel der Peinlichkeit und Unglaubwürdigkeit erreicht, denn erst propagiert sie lasziv ihre sexuelle Lust, um sie im Anschluss mit den Worten „...aber nur aus Liebe...“ zu rechtfertigen und zu moralisieren. Doch man wird getäuscht, denn der Höhepunkt von Lizas Doppelmoral macht sich erst im letzten Song „Doktor Doktor“ fest, in dem sie in einer unfassbar flachen Art und Weise die Tabuisierung von Masturbation thematisiert, ohne sich aber überwinden zu können, die Sache beim Namen zu nennen.

Warum plötzlich so schüchtern fragt man sich? Kann die Sängerin doch vorher problemlos jemanden in ihren Gedanken erschießen, um kurze Zeit später „jetzt und hier“ mit jemandem aus Liebe Sex zu haben. Haben wir hier etwa ein Tabu gefunden, das sich Liza noch nicht traut zu brechen? Das ist fast schon wieder süß und lässt die Sängerin um mindestens fünf Jahre jünger wirken als sie ist. Vielleicht ein geschickter Schachzug des Managements, um „18“ für jüngere Teenager interessant zu machen?

Ich hoffe, dieses Konzept schlägt fehl und ich kann darauf vertrauen, dass alle jungen Frauen in diesem Land zu klug sind, um ihre Fragen zu Themen wie Liebe, Krieg, Gerechtigkeit und Sexualität so oberflächlich abspeisen zu lassen. Es gibt viele Menschen die euer Vertrauen mehr verdient haben und euch auch wirklich weiter helfen können. Ein Beispiel dafür sind die Scoolz-Foren, in denen ihr Gleichgesinnte und professionelle Hilfe findet.

[Birte]

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