Ian O’Brien-Docker im Interview

„Sick Boy“

published: 18.02.2007

Nicht nur er selbst, auch sein Debütalbum hat einen langen Namen - Ian O’Brien-Docker.  (Foto: Public Address) Nicht nur er selbst, auch sein Debütalbum hat einen langen Namen - Ian O’Brien-Docker. (Foto: Public Address)

Er sieht viel jünger aus als 29. Rein optisch könnte Ian O’Brien-Docker auch einer Boyband entsprungen sein – musikalisch allerdings kaum. Ist es doch eher selten, dass die Sänger solch gecasteter Gruppen vier Instrumente perfekt beherrschen und sicher im Komponieren und Texten von Songs sind. Ein Ergebnis seines künstlerischen und handwerklichen Talents, die Debütsingle „Totally Alright“, mauserte sich schon zum Radiohit. Jetzt schiebt der Hamburger mit den kanadisch-britischen Wurzeln sein Album „Sometimes I Wish I Had A Terrible Childhood So That At Least I’d Have An Excuse“ nach.

• Welche drei Dinge würdest Du auf die sprichwörtliche einsame Insel mitnehmen?
Ian O’Brien-Docker: „Eine Gitarre, einen iPod und - oh wie langweilig - eine Packung Streichhölzer. Damit man Feuer machen kann und so.“
• Wenn Du nicht Musiker geworden wärest, was wäre dann aus Dir geworden?
„Das ist schwer, weil ich das schon machen wollte, als ich klein war. Vielleicht wäre ich zur Kriminalpolizei gegangen.“
• Im Ernst?
Ian: „Ja, das interessiert mich. Mich interessiert, wie Menschen ticken und wie sie geworden sind, wie sie sind. Ich finde es auch interessant, Leute zu beobachten und mir vorzustellen, was sie wohl als nächstes tun werden und warum. Ich hätte auch Psychologe werden können, aber ich mache das viel lieber mit Leuten, die nicht damit rechnen, beobachtet zu werden.“
• Was halten Deine Freunde von Dir?
„Ich hab eine zeitlang in vielen Bands gespielt und viele mit aufgebaut - zum Beispiel Kid Alex. Heute kann man die als Sick Boys sehen. Die heißen so, weil ich die damals zusammengestellt habe. Die Leute da haben mich 'Sick Boy' genannt.“
• Aus dem Film „Trainspotting“?
„Nein, das hat nichts mit diesem Film zu tun. Die denken wohl, dass ich manchmal nicht ganz dicht bin. Sie denken wahrscheinlich, dass ich ein bisschen merkwürdig bin und manchmal ein bisschen langweilig. Deshalb haben sie mich so genannt.“
• Hörst Du auch Komplimente von Deinen Freunden?
„Ich bin sehr zuverlässig. Um meine Freunde kümmere ich mich sehr gut, glaube ich. Mit meinen besten Freunden telefoniere ich fast täglich und versuche, es immer hinzubekommen, dass man sich sieht und etwas Nettes zum Geburtstag macht. Ich lasse sie spüren, dass sie etwas Besonderes für mich sind.“

Drogen? Kein Thema für Ian (Foto: Public Address)Drogen? Kein Thema für Ian (Foto: Public Address)

• Du trittst im Vorprogramm von Sunrise Avenue auf. Inwiefern hast Du persönlichen Kontakt zur Band?
„Wir teilen uns eine Backstage. Das sind mittelgroße Clubs, in denen wir spielen - nicht so große Hallen, wo sich alles verläuft. Das ist eine sehr nette Band, sehr nette Crew, sehr nette Jungs, die haben sich gleich vorgestellt. Es ist ein sehr nettes Verhältnis hinter der Bühne. Deren Single finde ich ziemlich gut, aber das andere habe ich noch gar nicht richtig gehört. Wir haben nicht viel miteinander zu tun: Wenn wir von der Bühne zurückkommen, bereiten die sich auf ihren Auftritt vor. Man läuft sich über den Weg.“
• Eigentlich war ja geplant, dass Du mit Pete Doherty und den Babychambles tourst, was wegen deren Tourabsage nicht geklappt hat. Wie enttäuscht warst Du darüber?
„Es geht, weil man ja damit rechnen muss, wenn man mit Pete Doherty unterwegs ist. Wir waren zweimal unterwegs und es hat nicht geklappt. Ja, das ist ein bisschen Zeitverschwendung. Das ist ein bisschen blöd, wenn man tagelang fährt und herumwartet, und dann nichts passiert. Das ist ärgerlich, ein bisschen schade. Aber am meisten tut er mir eigentlich leid, weil ich es ganz schön heftig finde, wenn man es nicht auf die Bühne schafft. Ich find es auch schade für seine Fans. Erstaunlich, dass die Leute es immer wieder mitmachen. Es ist ein Riesen-Medienhype, ein bisschen krank. Die Presse liebt den Typen und ich kann auch verstehen, warum, aber ich hoffe, dass der da noch mal heil herauskommt.“
• Glaubst Du, dass Du in dieser Richtung selbst anfällig bist?
„Nee, überhaupt nicht. Ich hab noch nie Drogen genommen… also schon ausprobiert. Aber ich merke, dass ich dafür prädestiniert wäre, von irgendwas abhängig zu sein. Das, was ich mache, lebe ich nämlich extrem aus. Und wenn ich Drogen gut finden würde, dann wäre es gefährlich, und insofern lasse ich es. Ich habe auch schon ein paar Leute in meinem Umfeld gehabt, die damit nicht umgehen konnten. Da habe ich gesehen, wie man es nicht macht.“
• Du hast mal gesagt, dass Dich Frauen beim Songwriting inspirieren. Was für ein Typ Frau wäre das?

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