Killerpilze im Interview

"Voll gekickt"

published: 15.04.2007

Vom Quartett zum Trio geschrumpft - die Killerpilze  (Foto: Public Address) Vom Quartett zum Trio geschrumpft - die Killerpilze (Foto: Public Address)

Die Killerpilze sind, seit Bassist Andreas Schlagenhaft ali-as Schlagi vor kurzem die Band verlassen hat, nur noch zu dritt. Jo (17), Mäx (18) und Fabi (14) scheinen sich deshalb allerdings keineswegs geringerer Beliebtheit zu erfreuen. Zum Interview im Hause ihrer Plattenfirma Universal schaffen sie es leider nicht, da ein Fanpulk sie nicht mehr aus dem benachbarten Viva-Gebäude lässt, wo sie gerade vorher einen TV-Auftritt hatten.

Kurzerhand wird die Location verschoben und man trifft sich nach einem schnellen Bad in der Menge mit den Händen voller Liebesbriefe bei Viva. Die Jungs sind noch so im Rausch von der Autogrammstunde, dass sie die Interviewsituation kurz komplett vergessen und mit Klampfen und improvisierten Drums erst einmal ein paar Takte spielen müssen. Glücklicherweise kehren sie irgendwann auch wieder in die Realität zurück und beantworten bereitwillig alle Fragen.




• Wie geht´s Euch?
Jo: "Mann, wir sind gerade voll gekickt, die ganzen Fans da draußen...!"

• Habt ihr Frühlingsgefühle?
Jo: "Also, verliebt bin ich gerade nicht, aber Frühlingsge-fühle, na klar..."
Fabi: "Ich habe voll Bock! Wenn ich sehe, dass die Sonne scheint, blauer Himmel ist und man ohne Jacke rausgehen kann, finde ich das saugeil. Und dadurch, dass es länger hell ist am Abend, kann man mehr mit Freunden machen."

• Was macht ihr, wenn ihr weggeht?
Jo: "Naja, wenn wir Schule haben, dann geht nicht so viel. Aber jetzt sind ja Ferien und ich denke, ich werd´ auf jeden Fall was mit meinen Kumpels machen. Ich werde auch ein bisschen Party machen und auf Konzerte gehen."

• Ihr habt bei dem Animationsfilm "Triff die Robinsons" den Abspann-Song gesungen. Wer hat das Lied geschrieben?
Jo: "Das Lied haben wir alle zusammen geschrieben, den Text haben damals Mäx und ich gemacht. Jetzt haben wir noch ein bisschen etwas am Text verändert, weil das einfach viel besser zum Song passt. Wir sind echt stolz, dass wir da mitwirken durften."




• Schreibt ihr tatsächlich immer noch alle Songs selber?
Fabi: "Klar, das ist ja das, was uns ausmacht. Das werden wir immer machen, scheißegal, was für ein Angebot - falls eins kommt - von irgendeinem Produzenten da ist. Dafür stehen wir auf der Bühne, damit wir unsere selbst geschriebenen Songs an die Öffentlichkeit bringen. Ohne das würde es gar nicht gehen."
Mäx: "Das macht ja Spaß, wenn man hört, dass die Fans die Songs singen, die wir zu Hause in unserem kleinen Kämmerchen schreiben. Das ist echt ein kleines Zimmerchen, wo wir uns mit einer Akustikgitarre hinsetzen. Und dann spielen wir vor Hunderten von Fans, das ist echt cool. Wir wollen ja eine Geschichte erzählen mit unserer Musik, uns ausdrücken."
Fabi: "Das könnten wir nie, wenn ein Produzent das für uns machen würde, dann könnten wir uns nicht damit identifizieren."

• Ab Mai spielt ihr wieder auf der Bühne, wer wird am Bass sitzen?
Fabi: "Das steht im Moment noch nicht fest, aber wir werden uns in nächster Zeit dringend darum kümmern müssen."
Mäx: "Ein festes Mitglied wird vorerst nicht in die Band kommen."
Fabi: "Der muss ja auch persönlich dazu passen."

• Gibt es die Möglichkeit, dass Schlagi zurückkommt?
Mäx: "Nein, eigentlich nicht. Schlagi hat sich definitiv entschieden, dass er nicht mehr zurückkommen wird, und wir respektieren seine Entscheidung."
Jo: "Wir unterstützen ihn bei dem Entschluss."

• Der Bravo gegenüber hat er gesagt, dass es auch musikalische Differenzen gab und er nicht mehr hinter den Killerpilz-Projekten stehen kann. Was sagt ihr dazu?


Jo: "Ja, Schlagi will immer sehr Underground-mäßig sein und das geht nicht mehr. Wir haben, ehrlich gesagt, kein Problem damit, dass unsere Musik massentauglich ist. Wir schreiben die Texte zu unserer Musik selber, wenn das vielen Leuten gefällt, ist das das Schönste überhaupt. Man sieht es ja, da sind Leute draußen, die freuen sich wahnsinnig über ein Au-togramm oder ein Foto. Natürlich gehört da eine gewisse Kom-merzialität oder Massentauglichkeit dazu, aber für uns ist das wirklich kein Problem."
Mäx: "Genau, wir haben uns nicht verbogen, keineswegs. Wir machen noch das Gleiche, was wir immer gemacht haben."
Jo: "Wir arbeiten zur Zeit am neuen Album, von dem Schlagi bisher natürlich noch keine Songs gehört hat. Das heißt, er weiß nicht, wie es weiter geht. Wir haben uns musikalisch weiter entwickelt. Wir sind stolz auf das, was wir gemacht haben."

• Ihr habt mal gesagt, dass ihr mehr in Richtung Metal machen wollt?
Jo: "Naja, es sind schon Einflüsse da. Es wird auf jeden Fall experimenteller und einfach abwechslungsreicher. Es ist viel näher an uns dran, weil die Songs jetzt innerhalb von einem halben Jahr entstanden sind, beim letzten Album war der Zeitraum viel länger."
Fabi: "Es ist auf jeden Fall noch unsere Musik. Wenn man das Album hört, wird man wissen, dass das die Killerpilze sind. Besser als je zuvor."

• Ihr habt bei Euch daheim einen Anti-Rassismus-Tag ins Leben gerufen. Spielt ihr da jetzt noch?
Jo: "Wir müssen schauen, wie wir das dieses Jahr machen. Wir spielen einmal in der Heimat, für eine Institution, die wir da gegründet haben, ´Rock im Hof´. Wir würden das auf jeden Fall gern verknüpfen. Den Anti-Rassismus-Tag haben wir schon ganz früher mit Bands aus unserer Region gemacht und wir sind natürlich immer noch im Kampf gegen Nazis unterwegs."




• In Berlin ist vor kurzem ein 16-Jähriger an den Folgen seines Alkoholkonsums auf einer so genannten Flatrate-Party gestorben…
Jo: "Ja krass, der hatte 45 Tequila gekippt. Jeder Jugendli-che sollte seine Grenzen kennen. Wenn man von seinen Kumpels noch gepusht wird, sind das echt keine Kumpels. Solche Wett-sauf-Aktionen finde ich eh voll für´n Arsch. Man kann natür-lich Partys feiern und auch einmal etwas trinken, aber im Endeffekt muss jeder selber entscheiden, wann es reicht. Wenn es wirkliche Freunde sind, sagen die auch mal ´Hey, hör auf, es reicht jetzt!` und sehen nicht dabei zu, wie sich jemand 50 Tequila reinschüttet."
Fabi: "Ich verstehe nicht, warum der Barkeeper nichts gesagt hat. Klar, der will Kohle machen, aber das ist einfach völ-lig unverantwortlich gegenüber den Jugendlichen."
Mäx: "Selbst, wenn jemand schon über 18 ist, wenn der stern-hagelvoll an der Bar sitzt, dann gibt man dem doch nix mehr sondern bestellt ein Taxi."
Jo: "Es ist ja auch nicht unbedingt cool, besoffen zu sein. Natürlich hat man mal Spaß und jeder macht seine Erfahrungen, aber im Endeffekt erlebt man die geilsten Partys, wenn man noch weiß, was abgeht."

• Fabi, hast Du noch ein Killerpilze-Wand in Deinem Zim-mer?
Fabi: "Ja natürlich, die haben wir alle. Ich sammle auch weiter noch fleißig. Die werde ich auch nie abhängen. Das wäre erstens viel zu viel Arbeit, und zweitens ist das eine coole Erinnerung, wenn ich in 50 Jahren mal in den Raum reingehe."
Jo: "Das war dann eine geile Jugend. Der erste Artikel, das erste Poster, die erste selbst geschriebene Kontaktkarte... Das ist ein wahres Fundmuseum für Sammler."

• Was glaubt ihr, macht ihr in 20 Jahren?
Jo: "Musik."
Fabi: "Auf der Bühne stehen mit den Killerpilzen."
Jo: "Auf jeden Fall werde ich nicht in irgendeinem Beamtenjob enden sondern mich dafür reinhängen, dass wir so weitermachen können wie bisher."
Fabi: "Die Ärzte sind auch seit 25 Jahren im Geschäft."
Mäx: "Es wäre schön, wenn wir unseren Traum leben könnten."

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