TV-Tipp

„Ich bin kein Unterschriftenautomat“

published: 20.05.2007

Wohl selten sah man ein deutsches Staatsoberhaupt so ausgelassen jubeln wie Horst Köhler bei der Handball-WM (Foto: Public Address) Wohl selten sah man ein deutsches Staatsoberhaupt so ausgelassen jubeln wie Horst Köhler bei der Handball-WM (Foto: Public Address)

Er ist der oberste Deutsche: Bundespräsident Horst Köhler. Vor allem repräsentative Aufgaben gehören zu seinem Alltag. Täglich trifft der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) Politiker, Staatsoberhäupter und Prominente wie U2 Sänger Bono. Er schüttelte zahlreichen Fußballstars genauso die Hand wie dem Papst. Auf seinen Reisen und Staatsbesuchen absolviert er jährlich etliche tausend Flugkilometer.

Ein reiner Repräsentant möchte der 64-Jährige trotzdem nicht sein. Wie nur wenige Vorgänger in seinem Amt mischt sich der Bauernsohn in die Politik ein. Sei es bei der Debatte um die Begnadigung von Ex-Terroristen oder bei der Absegnung eines neues Gesetztes, das durch die Unterschrift des Bundespräsidenten in Kraft tritt. Horst Köhler sagt stets seine Meinung. Das hat ihm nicht nur Freunde beschert. Viele Menschen mögen den Vater von zwei Kindern aber gerade wegen seiner unkonventionellen Haltung. Schließlich heißt auch sein Buch, das 2004 erschien: „Offen will ich sein und notfalls unbequem“.

Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Frau (Foto: NDR/seelmannfilm)Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Frau (Foto: NDR/seelmannfilm)

Für die Reportage über das deutsche Staatsoberhaupt hat Rolf Seelmann-Eggebert, eigentlich Adelsexperte beim NDR, Horst Köhler 17 Tage lang im In- und Ausland begleitet. Sowohl in privaten wie auch in dienstlichen Angelegenheiten durfte das Kamerateam dabei sein. Der Film zeigt, welche erstaunliche Bürgernähe sich Köhler trotz seines Amtes bewahrt hat. Bei einer Wanderung mit seiner Frau durch Mecklenburg-Vorpommern oder beim Urlaub in Ostfriesland redet er mit einem Schäfer, der sich über die Bürokratisierung der Landwirtschaft ärgert, triff auf Urlaubern, Rentnern und Behinderte. Natürlich wirft der Film auch einen Blick in das Arbeitszimmer im Schloss "Bellevue". Hier bereitet sich Köhler auf offizielle Besuche in Ghana oder die Stippvisite des griechischen Präsidenten in Berlin vor.

„Ich bin kein Unterschriftenautomat“, 27.05., 18.05 Uhr; ARD

[Jörg]

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