Prinzessinnenbad

"Zu privat und zu peinlich"

published: 10.06.2007

Findet manche Szenen zu zweideutig - Klara (Foto: Public Address)Findet manche Szenen zu zweideutig - Klara (Foto: Public Address)

"Zu privat und zu peinlich", lautet Klaras Resümee zur Dokumentation "Prinzessinnenbad" über das Leben von Klara und ihren Freundinnen Tanutscha und Mina. Die 15-jährigen Kreuzbergerinnen ließen sich von der Regisseurin Bettina Blümner zweieinhalb Jahre mit der Kamera begleiten. Das Ergebnis der Dreharbeiten scheint den Mädchen jedoch nicht ganz geheuer zu sein: "Hätten wir gewusst, dass das ins Kino kommt, hätten wir vielleicht öfter mal die Klappe gehalten", so Tanutscha, "als ich heute in Kreuzberg ein Plakat von mir entdeckt habe, hab´ ich es erst mal abgerissen", grinst die Schülerin.

Auf die Frage, ob sie in dem Film tatsächlich korrekt dargestellt werden, zögern die beiden erst, dann meint Klara leise: "Naja, ein paar Sachen sind schon ein bisschen komisch zusammen geschnitten. Zum Beispiel, als ich über Drogen geredet habe, da wurde ich von hinten gefilmt. Und wenn ich fremdgehe, dann immer nur mit Tanutscha, das kam gar nicht richtig heraus." Die weniger besorgte Tanutscha macht sich lediglich Sorgen um die Reaktionen der Zuschauer: "Freunde sind kein Problem, aber die Berliner, Fremde, meine Oma!". Ihr Eindruck von sich selbst: "Ich bin sehr prollig, würde ich sagen, manche Szenen kommen etwas billig rüber."

"Ich bin sehr prollig" - Tanutscha (Foto: Public Address)"Ich bin sehr prollig" - Tanutscha (Foto: Public Address)

Insgesamt benötigte die Regisseurin über 60 Drehtage, bis sie das Material zu ihrem Film beisammen hatte. "Manchmal hattet ihr keine Lust und seid einfach nicht gekommen", so Blümner zu den Mädchen gewandt. "Eigentlich sollte es ein Film über das Kreuzberger Prinzenbad werden. Eines Tages erhielt ich eine SMS von Klara, in der stand: `Liebe Bettina, wir gehen nicht mehr ins Prinzenbad!`, da musste ich umdisponieren."

Übrigens haben die Mädchen weitestgehend an ihren Zukunftsplänen festgehalten: Tanutscha möchte nach Beendigung der Schule ein Freiwilliges Soziales Jahr machen und plant anschließend eine Ausbildung im Bereich Altenpflege. Klara, die immer noch mit ihrem Freund zusammen ist, möchte als Gastronomiefachkraft ihr Glück versuchen. Und auch in Minas Leben haben sich einige glückliche Wendungen ergeben: George hielt es bereits nach drei Monaten nicht mehr ohne seine Freundin in Lateinamerika aus und kam nach Deutschland zurück. Die beiden sind derzeit für ein halbes Jahr nach Asien verreist.

[Franzisca]

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