Dockville Festival

"Konzerte, Kunst und Container"

published: 20.08.2007

Nur die Kälte störte leicht beim ersten Hamburger Dockville-Festival (Foto: Public Address)Nur die Kälte störte leicht beim ersten Hamburger Dockville-Festival (Foto: Public Address)

Festivals in reizvoller Umgebung gibt es viele. Ob an Seen, alten Militär-Flughäfen oder riesigen Industrie-Baggern, überall haben findige Veranstalter tolle Plätze für die Musikfans erkundet. Meist liegen solche Plätze aber tief in provinzieller Einöde, weit entfernt von der urbanen Pop-Zivilisation. Anders dagegen das Hamburger Dockville-Festival, dass nun zum ersten Mal über die Bühne ging. Auf einer unerwarteten Grünfläche mitten im riesigen Hamburger Hafen gelegen, verbreitete die exklusive Lage nicht nur Industrie- sondern auch Metropol-Flair. Da störte es dann auch nur bedingt, dass mit deutschen Acts wie 2raumwohnung und Tocotronic die Liste der Künstler nicht die ganz großen Namen parat hatte. Hier zählte vor allem die angenehme Atmosphäre. Während sich anderswo angetrunkene Rockfans im Schlamm wälzen, saßen die Leute hier entspannt-familiär auf der Wiese oder genossen die Aussicht von einem Mini-Leuchtturm direkt am Hafenbecken.

Doch beim Dockville ging es nicht nur um Musik. Durch das verwilderte Gelände haben die Veranstalter eine Art Kunst-Pfad gemäht. Dort stellten diverse Künstler ihre Werk aus, darunter auch ein Projekt von Shootingstar Daniel Richter, dessen Elbphilharmonie-Konzept leider nicht zum Festival fertig wurde. Diese außergewöhnliche Kombination von Kunst und Musik schauten sich dann auch einige Künstler höchstpersönlich an, statt sich im Backstagebereich zu tummeln. Allen voran Erlend Oye, Frontmann von The Whitest Boy Alive, dessen zwei quietschbunte und dazu noch unterschiedliche Socken - noch über die Röhrenjeans gezogen - auch Konzeptkunst-verdächtig waren. Auch sonst lief es für den Norweger gut. Der Auftritt seiner Band gehörte zu den heimlichen Höhepunkten des Festivals. Mit gekonnter Album-Umsetzung bewies seine Truppe vor etwa 5000 Zuschauern, dass sie eine richtig gut Liveband ist. Dazu lockte das spätsommerliche Wetter abends noch etlich Zuschauer.

Tocotronic: Local-Heros begeistern Indie-Kids (Foto: Public Address)Tocotronic: Local-Heros begeistern Indie-Kids (Foto: Public Address)

Professionell aber charmant absolvierten dann 2raumwohnung und Band den letzten Auftritt des ersten Tages. Sängerin Inga Humpe widmete ihren Song „Ich und Elaine“ allen besten Freundinnen und lud zahlreiche Frauen aus dem Publikum zum Tanz auf die Bühne. Der zweite Tag brachte vor allem einen Höhepunkt: Tocotronic stellten ihr neues Album „Kapitulation“ vor. Vor den heimischen Indie-Kids hatten die vier wenig Mühe, das Publikum zu begeistern.

Insgesamt also eine wirklich gelungene Veranstaltung, die hoffentlich nicht zum letzten Mal an diesem Ort stattfand. Auch wenn dann ruhig noch der ein oder andere hochkarätige Act mehr auf dem Spielplan stehen darf. Weiter so, Dockville.

[Jörg]

Links

www.dockville.de

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