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TV-Tipp

"Wahnsinnige Kunst"

published: 29.08.2007

"Weltachse mit Hase" von August Natterer, Wegbereiter des Surrealismus aus der Psychiatrie (Foto: SWR/Sammlung Prinzhorn)"Weltachse mit Hase" von August Natterer, Wegbereiter des Surrealismus aus der Psychiatrie (Foto: SWR/Sammlung Prinzhorn)

Der junge Assistenzarzt Hans Prinzhorn arbeitet 1919 in Heidelberg in der Psychiatrie. Neben seinem Beruf begeistert er sich vor allem für eine Sache: Kunst. Umso überraschter ist er, welche interessanten Kunstwerke einige der psychisch kranken Patienten schaffen. Während andere Ärzte die Bilder der Patienten für Schmierereien halten, ist der Mediziner von ihrem künstlerischen Wert überzeugt. Begeistert von so viel Kreativität, beginnt er die Werke seiner Patienten zu sammeln. In einem Rundschreiben fordert er Kollegen aus anderen Kliniken im In- und Ausland auf, ihm noch mehr Werke der Patienten zu schicken. Bilder, Skulpturen und Texte aus aller Welt gehen bei dem Mediziner ein. So nimmt die Heidelberger Sammlung Prinzhorn ihren Anfang. Hans Prinzhorn selbst bezeichnet seine Patienten als "schizophrene Meister". In seinem Buch "Bildnerei der Geisteskranken" widmet sich der Kunsthistoriker den Werken. So erlangten seine Sammlung und das Buch in den 20er Jahren gewisse Berühmtheit. Prinzhorns Thesen wurden sogar zu einer Art "Bibel des Surrealismus". Trotz der Berühmtheit blieb die Geschichte vieler seiner Künstler im Dunkeln. Dabei entstanden die Kunstwerke seinerzeit hinter hohen Anstaltsmauern und vergitterten Fenstern und Türen, unter heute kaum noch vorstellbaren Umständen....

Karl Genzel - "Der gebärende Christus" (Foto: SWR/Sammlung Prinzhorn)Karl Genzel - "Der gebärende Christus" (Foto: SWR/Sammlung Prinzhorn)

Der zweiteilige Film von Christian Beetz wirft einen Blick hinter die Kulissen der weltweit bedeutendsten Sammlung von Kunst aus psychiatrischen Kliniken. Dabei gibt die Doku durch genaue Recherche in Heidelberger Archiven und Magazinen erstmals auch Einblicke in die Lebensgeschichten der Künstler. Eine ist die von Franz Karl Bühler: Der ehemalige Kunstschmied wurde wie tausende andere Psychiatrie-Patienten Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie. Nach 42 Jahren in psychiatrischen Anstalten wurde er im März 1940 in Grafeneck ermordet. Seine Werke wurden von den Nazis im Dritten Reich der Wanderausstellung "Entartete Kunst" zur Verfügung gestellt. Wie die Bilder und Skulpturen von vielen weiteren avantgardistischen Künstlern wurde seine Kunst so öffentlich diffamiert.

"Wahnsinnige Kunst", 02.09., 20.15 Uhr; Arte

Den zweiten Teil von „Wahnsinnige Kunst“ zeigt Arte am 19.09.07 um 13:15 Uhr.

[Jörg]

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