Lumidee

Selbst ist die Frau

published: 05.09.2007

Auffälliger Schmuck ist eines von Lumidees Markenzeichen (Foto: Public Address)Auffälliger Schmuck ist eines von Lumidees Markenzeichen (Foto: Public Address)

Lumidee Cedeño, 1984 in Puerto Rico geboren und im New Yorker Stadtteil Spanish Harlem aufgewachsen, verbrachte ihre Jugend größtenteils auf den Straßen des Viertels. Dort entwickelte sie auch ihre Liebe zu HipHop und R'n'B. Inspiriert von dem Salt-N-Pepa-Hit "Push It" und dem bewussten Einsatz von Weiblichkeit, fing die aufgeweckte Lumidee schon als Zwölfjährige an, auf dem Schulhof zu rappen. Emanzipierte Künstlerinnen wie Mary J. Blige, Lauryn Hill oder Missy Elliot imponierten ihr und zeigten eindrucksvoll, "dass man trotz einer Jugend im Ghetto Karriere machen kann. Und langsam wurde mir auch bewusst, dass HipHop nicht allein den Männern vorbehalten war", so die Rapperin. "Also fing ich selber an, Songs zu schreiben." Unterstützt wurde sie dabei von DJ Tedsmooth, einem befreundeten Produzenten. Die beiden gründeten das Label Straight Face Records und schafften somit das Fundament für Lumidees Karriere, die sich immer weiter weg vom Rap und mehr in Richtung R'n'B-Gesang entwickelte.

2003 wurde Straight Face Records dann vom internationalen Konzern Universal Records übernommen und nur wenige Monate später landete Lumidee mit "Never Leave You (Uh Oooh, Uh O-ooh)" einen der größten Sommerhits des Jahres. Das 19-jährige Mädchen aus dem Ghetto wurde quasi über Nacht in den USA und in Europa ein Star. Der Song mit dem reggae-orientierten Handclap-Sound, auch Diwali-Rhythmus genannt, hielt sich in Deutschland sogar 20 Wochen auf Platz eins. Und ihr darauf folgendes Debüt-Album "Almost Famous" etablierte Lumidee als erfolgreiche Newcomerin. Doch anstatt Songs am Fließband zu produzieren, ließ sich Lumidee für ihr Nachfolgewerk viel Zeit. Erst am 7. September veröffentlicht sie ihr zweites Album "Unexpected", auf dem hochkarätige männliche HipHop-Größen wie Snoop Dogg, Tony Sunshine, Pitbull und Wyclef Jean zu Gast sind. "Es ist schon witzig, dass ich nur Kollaborationen mit Männern eingegangen bin, aber irgendwie hat mich der männliche Gegenpart bei den Songs für das neue Album mehr gereizt. Es gibt genug Frauen, mit denen ich arbeiten möchte, aber bei 'Unexpected' hat sich das einfach nicht angeboten. Da war das Motto wohl eher: Lumidee und die Männer…“, lacht die Selfmade-Frau mit Vorliebe für opulenten Schmuck.

Lumidee gibt sich vor der Kamera gern glamourös, weiß aber, dass das Musikgeschäft viel harte Arbeit abverlangt (Foto: Public Address)Lumidee gibt sich vor der Kamera gern glamourös, weiß aber, dass das Musikgeschäft viel harte Arbeit abverlangt (Foto: Public Address)

Trotz rein männlicher Unterstützung ist das Album absolut weiblich, tanzbar und zeigt eindrucksvoll die Entwicklung eines experimentierfreudigen Mädchens zur selbstbewussten Frau. Allerdings kommt Lumidee stimmlich nicht ganz an ihre weiblichen Vorbilder und Konkurrentinnen heran. Dafür mangelt es derzeit noch an Volumen. Ihre Raps sind jedoch umso cooler. Das Cover von Patrick Swayzes "She's Like The Wind" beispielsweise setzt Lumidees Sprechgesang-Künste gekonnt in Szene. "Crazy", mit Pitbull als Aushilfe, ist dank der karibischen Gitarren-Rhythmen eine Hommage an ihre puerto-ricanischen Wurzeln.

Eigentlich hatte Lumidee vorgehabt, "Unexpected" nur außerhalb der USA zu veröffentlichen, wurde dann aber von ihrer Plattenfirma Universal Deutschland "und vor allem auch durch die Anfragen vieler US-Fans" eines Besseren belehrt. "Denn auch beim amerikanischen Publikum besteht noch immer Interesse an mir. So etwas ist heutzutage nach einer mehrjährigen Pause leider nicht die Regel. Man wird schnell zum Star gemacht, aber auch schnell wieder vergessen", so Lumidee realistisch. Zu wünschen ist ihr der Erfolg auf beiden Kontinenten. Denn nur durch weiteren Zuspruch wird die sympathische Musikerin weiter an ihren Vorzügen, die eindeutig im Texten und Rappen liegen, feilen können.

[PA]

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www.lumidee.net

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