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Game-Kritik

"Welt der Pferde"

published: 04.11.2007

"Lucinda Green’s Welt der Pferde" ist für den PC erhältlich (Foto: Red Mile)"Lucinda Green’s Welt der Pferde" ist für den PC erhältlich (Foto: Red Mile)

Lucinda Green ist in England eine Legende. In Deutschland dürfte sie nur eingefleischten Pferdenarren ein Begriff sein, denn ihren Ruhm erlangte sie auf der Insel durch den sechsmaligen Sieg des Badminton-Turnierreitens (der Ort ist gemeint, nicht der Sport). Das ganze schaffte Frau Green mit sechs verschiedenen (!) Pferden zwischen 1973 und 1984. Heutigen Reitern ist sie daher in England auch als "Grande Dame of the Equestrian" bekannt, also als Große Dame des Reitens. Wenn dann ausgerechnet diese Frau einer Reitsimulation ihr OK gibt, dann sollte man schon was erwarten können von dem Spiel. Oder nicht?

Na gut, relativieren wir vielleicht erstmal die Beteiligung von Mrs. Green an "Welt der Pferde": sie hat ein paar Photos dazugegeben. Ein aktuelles, das nicht nur im Spiel immer wieder herhalten muss, wenn die vermeintliche Lucinda zu einem spricht, sondern auch auf dem Cover verwendet wird, und ein altes von einem ihrer Siege in Badminton. Dazu gibt es leider keine weiteren Angaben, welche beratende Rolle Frau Green gespielt hat. Viel kann es wohl nicht gewesen sein, fehlt doch ein virtuelles Abbild im Spiel komplett. Was aber angesichts der eher mittelprächtigen Grafik auch nicht wundert. Die Animationen sind eher holprig, die Umgebungen recht müde mit Leben versorgt und selbst die angepriesene Vielfalt bei der Charaktererstellung ist nur ein dürftiges Klicken durch vorgearbeitete Designs. Schade, denn gerade bei der Zeichnung der Pferde hätte man Fans ermöglichen können, ihre eigenen Lieblinge per Hand nachzuzeichnen.

Hinzu kommt eine extrem hölzerne Übersetzung – keine Ahnung ob Frau Green im Original selber die Stimme erhob – sowie eine magere Spielmechanik, die selbst einem Pferde-Fan bald schon langweilig werden dürfte. Die Pflege des geliebten Tieres ist stupides Klicken des Heuballens bzw. Troges zum richtigen Zeitpunkt, wie damals beim Tamagotchi, während sich die Auswahl des richtigen Outfits für die Turniere als total banal herausstellt. Und die Turniere bzw. Trainings sind leider auch kein Highlight der Spielekunst. So muss man – hier ist die PS2 klar im Vorteil – stumpfes Knöpfchendrücken betreiben. Mit Pfeiltastensteuerung geht es über den Parcours. Hier gilt es, immer im richtigen Moment die richtige Taste zu drücken und angeblich macht das Pferd dann, was man von ihm will. Da man sich durch Erwerb von Trophäen auch Erfahrungspunkte holt, klappt das anfangs eher mäßig, später fast wie von selbst. Aber richtige Entwicklung ist da auch nicht zu spüren.

Schade eigentlich, dass Spieleentwickler immer noch der Meinung sind, sie könnten mäßige bis miese Spiele durch das Gesicht einer Berühmtheit aufbessern. Und noch blöder ist es, dass ehemalige Helden eines Sportes so dringend die Kohle brauchen, dass sie das sogar mitmachen. Haben sieben olympische Goldmedaillen nicht gereicht, Frau Green?

[Lars]

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