CD-Tipp

HushPuppies - "The Trap"

published: 07.09.2006

HushPuppies - "The Trap" (Foto: V2) HushPuppies - "The Trap" (Foto: V2)

Ganz schön britisch kommen die fünf HushPuppies aus dem sonnigen Perpignan/Südfrankreich mit ihrem Debütalbum "The Trap" daher. Natürlich old school, ganz im Sinne der Mod-Kultur, laden Olivier, Cyrille, Frank, Guillaume und Wilfried per Coverbild zu einer gepflegten Tea-Time ein und auch musikalisch kredenzen sie ihren Hörern eine gute Portion Britpop. Ein bisschen The Kinks, ein Tick Weezer und ziemlich viel Doors mischen sich auf dieser Scheibe zu einem Ausflug in den Garagenrock der Sechziger.

Spätestens Track drei, das sonnige "You´re Gonna Say Yeah!", macht das "Tee-Tasse-in-der-Hand-Behalten" absolut unmöglich, erinnert es doch an kultige Nummern von Sublime, die zu einem Roadtrip ins Feierabendland einladen. Mit "Marthelot ´n` Clavencine" tauchen die HushPuppies in die gelb-orange Welt der Doors ab, in der psychedelische Keyboardpassagen mit elektronischem Hall verklingen. Doch bevor man sich vollends in diesen Sphären verliert, zerrt der treibende Beat von "Pale Blue Eyes" alle Sinne zurück ins Hier und Jetzt.

Eine Stärke des Debüts ist die breite Palette an Stimmungen, in die es seine Zuhörer versetzt. So macht "Bassautobahn" seinem Namen alle Ehre, inszeniert es gedanklich doch tatsächlich eine Reise durch die Nacht, während welcher Lichter, Zeit und schwarz-weiß-braune Fabriken am Fenster vorüberziehen. Das leise, langsame "Alice In Wonderland" wiederum lässt die Hörmuschel relaxen, bevor das steigende Tempo zum Aufwachen drängt.

Etwas langweilig stellt sich leider das schräg-monotone "You And Me" dar, wobei sich automatisch ein Warten auf Mehr aufzwingt. Was es schließlich mit dem Albumtitel "The Trap" auf sich hat, erklärt Song Nummer zwölf, der sich im wahrsten Sinne als Falle entpuppt.

Als unverkennbares und gleichzeitig bezauberndes Markenzeichen sollten die HushPuppies dringend ihren französischen Akzent beibehalten. Charmant verwandelt dieser während des letzten Titels "Automatic 6" eine "Fantasy" in eine herzerweichendes "Fauuuuuntasy", das im Gehör als abschließender Eindruck nachwirkt.

Nicht unbedingt neuartig, dafür aber nischentreu geben die HushPuppies Anlass zur Hoffnung auf ein nächstes, eigensinnigeres Album, in dem sie noch etwas mehr Charakter zeigen sollten.

[Franzisca Teske]

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