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"Fußball ist Krieg, Fußball statt Krieg"

published: 12.06.2008

Fußballfans aus Polen oder Globalisierungs-Krieger in moderner Uniform? (Foto: Public Address)Fußballfans aus Polen oder Globalisierungs-Krieger in moderner Uniform? (Foto: Public Address)

Wenn sich bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz die besten Teams um den Ball streiten, dann herrscht Krieg. Nicht auf dem Platz zwischen den Spielern, aber auf den Rängen und vor den Bildschirmen. Denn heute manifestieren sich Konflikte zwischen den Nationen vor allem unter den Fans. Das glaubt zumindest der Intendant der Bregenzer Festspiele, David Pountney. "Fußball ist eine Art ritualisierter Ersatz für Krieg. Dieser Umstand allein macht diesen Sport schon zu einem geeigneten Opernstoff", sagt er. Und er steht mit seiner Meinung nicht alleine. Auch Soziologen wie der Bielefelder Wissenschaftler Wilhelm Heitmeyer sehen die Entwicklung in der internationalen Fankultur kritisch. Seine Studie unterstützt die These von Pountney. Beide sehen die Gründe für die Schlacht der Fans als eine Folge der Globalisierung. Denn wo die Unterschiede zwischen den Nationen immer mehr verschwinden, werden Ersatzrituale gesucht. Offenbar findet sich in Kultur und Politik nur noch wenig nationale Identität. Dafür umso mehr im Fußball: Allein 150.000 Kroaten reisten für das Spiel gegen Deutschland nach Österreich. Nicht nur für sie scheint sich ihr Nationalbewusstsein auf dem Fußballplatz zu formen.

Dieter Moor lädt zur Fußball-Diskussion nach Bregenz (Foto: ZDF/Manuel Krug)Dieter Moor lädt zur Fußball-Diskussion nach Bregenz (Foto: ZDF/Manuel Krug)

In einer besonderen Folge von "Kulturzeit extra" lädt Moderator Dieter Moor auf die berühmte Seenbühne in Bregenz. Unmittelbar vor dem Anpfiff der Partie Österreich-Deutschland kommen neben David Pountney und Wilhelm Heitmeyer auch der Buchautor Dirk Schümer und seine Kollegin Eva Menasse zu Wort.

"Kulturzeit extra: Fußball ist Krieg, Fußball statt Krieg", 16.06., 19.20 Uhr 3sat

[Jörg]

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