CD-Tipp

Collective Soul - "From The Ground Up"

published: 19.07.2006

Collective Soul - "From The Ground Up"  (Foto: rough trade) Collective Soul - "From The Ground Up" (Foto: rough trade)

Eigentlich ist es ganz nett, das neuste Mini-Album von Collective Soul "From The Ground Up". Unauffällig, harmonisch, nicht nervend. Zumindest beim ersten Mal. Beim zweiten Hören folgt der Versuch, etwas mehr zu erfahren, die Höhen und Tiefen der Scheibe zu definieren - eher erfolglos. Und beim dritten Mal beginnt man, sich ganz furchtbar zu langweilen.

Schade eigentlich, denn hinter dem Album steckt die schöne Idee, einige bekannte und einige neue Songs unplugged zu präsentieren. Nachdem die Band aus Stockbridge/Georgia für vier Jahre im Untergrund verschwunden war, erschien bereits Anfang des Jahres das Album "Youth", mit dem Collective Soul direkt auf Platz drei der Independent Albumcharts einstiegen. Laut Leadsänger Ed Roland wollte die Band ihren Fans über die nun aufgenommenen Akustik-Versionen die Wurzeln, die eigentliche Natur ihrer Musik nahebringen. Also singt Ed Roland alleine, meist nur von einer Akustikgitarre begleitet. Sehr hübscher Einfall, aber leider völlig ungeeignet für die Stücke.

Was als Lagerfeuermusik sicherlich hitverdächtig wäre, ist als Album ein eher monotones, mainstreamgefälliges Werk, das ohne größere Zwischenfälle von Anfang bis Ende durchläuft. Oft überkommt einen die vage Ahnung, man würde die Stücke schon kennen, allerdings nicht vom Vorgängeralbum, sondern vielmehr bedingt durch die belanglosen Melodiefolgen.

Trotz großer Anstrengungen lassen sich auf der Scheibe keine neuen Ideen feststellen. Altbekannter melodischer Alternative-Rock gepaart mit Mainstream-Pop zieht sich durch die Songs. Angefangen mit "Youth", das zumindest inhaltlich jugendliche Anflüge aufweist, über ein absolut abwechslungsleeres "December", bleiben Collective Soul ihrer peripheren Linie über 31 Minuten und 52 Sekunden treu.

Ein Highlight, wenn man es so nennen will, bildet "Counting The Days". Wenn auch erst kurz vor Schluss, kommt ein bisschen Bewegung in die Sache. Die lässige Rhythmik und Eds Raspelstimme, in der sich endlich einmal andere Nuancen als schmalziger Balladensound offenbaren, lassen auf ein versöhnliches Ende hoffen, das allerdings vom schläfrigen "Satellite" zunichte gemacht wird.

Mit "El Music Group" haben die Musiker nun ihr eigenens Label gegründet, so dass zukünftig niemand mehr Einfluss auf die Produktionen ausüben kann. Hm. Zwar kann man Collective Soul nicht direkt vorwerfen, sie würden schlechte Musik machen. Dennoch könnte man von einer Band, die schon über lange Zeit hinweg verlässliche Erfolge feiert, ein bisschen mehr Power und Originalität erwarten. Wahrscheinlich ist es mit "From The Ground Up" ähnlich wie mit Kartoffeln: Oft als Beilage aber selten als Hauptgericht genießbar - außer man lässt sich richtig etwas einfallen.

[Franzisca Teske]

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