Festival-Bericht

"Highnoon am Hafen"

published: 23.08.2008

Vereinen Musik und Kunst perfekt: Deichkind (Foto: Public Address)Vereinen Musik und Kunst perfekt: Deichkind (Foto: Public Address)

Dieses Städtchen rockt: Mit großem Erfolg ging am 17. August das Dockville-Festival in Hamburg zu Ende. Die erste Ausgabe der Veranstaltung im vergangenen Jahr in Hamburg-Wilhelmsburg wirkte allerdings gegen die diesjährige wie ein Abi-Party. Mit gleich drei tollen Tagen, über 10. 000 Zuschauern und jeder Menge ansprechender Bands legten die Macher Enno Arndt und Jean Rehders dieses Jahr noch eine ganze Schippe drauf. Heraus kam ein echtes Highlight der Hamburger Konzert-Saison, das zwar mit den Topacts Tomte, Deichkind und Fettes Brot "nur" drei hanseatische Lokalhelden verpflichtete. Dafür wurden die Band um Thees Uhlmann, die Brote und die Deichkinder ihrem Ruf als hervorragende Live-Acts gerecht. Vor allem Deichkind veranstaltete mit der "größten Bierdusche der Welt", bei der 1000 Bierdosen zum Einsatz kamen, ihr übliches Remmidemmi. Auch die drei Jungs von Fettes Brot bewiesen mitsamt großer Band, dass sie live noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Wer mit der letzten Single "Bettina, zieh dir bitte etwas an" so seine Probleme hatte: Live gab es an der Version nichts zu mäkeln. Doch nicht nur musikalische Lokalpatrioten kamen auf ihre Kosten. Reichlich leckere Indie-Kost gabs an jeder Ecke: Etwa der Auftritt der britisch-typischen Eight Legs, der Dänen von Dúné oder die Show des Gitarre-Schlagzeug-Duos Johnossi und The Ting Tings. Die beiden Briten, die diesen Sommer mit ihrem Debüt Popqueen Madonna vom Chart-Thron gestoßen hatten, gehörten vielleicht zu den heimlichen Hits des Dockville.

HipHopper beim Paartanz: Fettes Brot (Foto: Public Address)HipHopper beim Paartanz: Fettes Brot (Foto: Public Address)

Partys und Musikveranstaltungen gibt es in Hamburg viele. Doch um grüne Festival-Landschaften mit Camping-Möglichkeiten zu besuchen, musste der Musikfan von der Elbe bisher immer viele Kilometer zurücklegen. Dank des Dockville konnte er diesmal aufs Fahrrad steigen und befand sich nach wenigen Kilometern im gefühlten Urlaub. Ein Konzept, das hoffentlich auch in Zukunft viel Spaß machen wird. Ist doch die einzigartige Lage gleich hinterm Hafen längst nicht alles, was die Party im Süden der Hansestadt ausmacht. Denn Dockville heißt auch Kunst. Dass auch eine Mini-Sauna im gemütlichen Birkenwäldchen unter den Kunst-Begriff fällt, konnte der interessierte Festival-Besucher entdecken, wenn er den verschlungenen Pfaden auf dem weitläufigen Gelände folgte. Dort gab es auch eine sagenhafte Westernstadt samt stilechtem Saloon zu besuchen, der für Wild-West-Flair sorgte.

Fazit: Rundum gelungenes Festival mit toller Musik und viel mehr. Bitte nächstes Jahr wieder.

[Jörg]

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www.dockville.de

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