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Angels And Airwaves - "We Don´t Need..."

published: 21.08.2006

Angels And Airwaves - "We Don´t Need To Whisper" (Foto: Geffen) Angels And Airwaves - "We Don´t Need To Whisper" (Foto: Geffen)

Was sich so zahm, fast schon psychedelisch anhört, ist nichts anderes als die neue Band von Blink-182-Sänger Tom DeLonge. Nur weil sich seine FunPopPunk-Truppe selbst eine Pause auf unbestimmte Zeit verordnete, ist für DeLonge noch längst kein Aus in Sicht. Für sein Soloprojekt Angels And Airwaves (AVA) hat er sich keine Geringeren als The-Offspring-Drummer Atom Willard, Distillers-Bassist Ryan Sinn und David Kennedy, Ex-Gitarrist der Box Car Racers, ins Boot geholt.

Ihr Debüt "We Dont´t Need To Whisper" soll nach eigenen Angaben wie eine Mischung aus U2, Coldplay und Blink 182 klingen. Diese Einflüsse sind zwar nicht zu leugnen, allerdings findet es mittels konstant elektronischem Sound zu seinem eigenen Naturell. So begegnet einem weder das Hymnenpotential eines U2-Songs, noch das ausgelassene, rotzige Partyflair der Blink-Nummern. Dennoch: Das Album wächst mit jedem Hören und entfaltet sein ganz spaciges Aroma, das hier und da zur Schwerelosigkeit einlädt.

Was zunächst undurchschaubar zusammengehörig klingt, gliedert sich nach mehrmaligem Hören. Das Gerüst des Albums bilden Elektronikbeats und melodiöse Gitarrenriffs, die je nach Song eine bestimmte Charakteristik ausbilden. Die Lyrics widmen sich einer klaren Absage an Kriegstreiberei und der Überzeugung, durch Liebe eine bessere Welt erschaffen zu können.

Für untrainierte Ohren gestaltet sich besonders der Einstieg nicht leicht. So baut sich "Valkyrie Missile" über ein ruhiges, synthesizergeladenes Intro auf und bewegt sich wie ein frei im Raum schwebender Flugkörper. Ein in Walkie-Talkie-Rauschen gehülltes "Who Do You Think We Are? We´re Angels And Airwaves" räumt letzte Zweifel aus. Inmitten der dichter werdenden Instrumente erklingt schließlich Tom DeLonges bekannte Stimme.

Nach dem knapp siebenminütigen Empfang ist "Distraction" wörtlich zu nehmen und bietet dem Hörer mit seinem eingängigen Beat etwas Zerstreuung. Der marschierende Rhythmus steigert sich zu einer ganzen Armee, die zielstrebig auf den Refrain zusteuert. Ein popgeschwängerter Song, der verspricht, die Liebe in schweren Zeiten hochzuhalten.

"Do It For Me Now" kommt schneller als seine Vorgänger zur Sache, besonders die hinzugefügte Bonus-Live-Version sei hier lobend erwähnt. Das Stück wirkt live wesentlich lebendiger; kann DeLonges heisere, fast erkältet klingende Stimme ihre Wirkung doch viel besser entfalten. Hier spiegelt sich das generelle Problem des Albums wider, das durch den ausgeglichenen Einsatz aller Elemente einen etwas zu geradlinigen Sound erzeugt, der wenig Höhen und Tiefen zulässt.

Wo die Scheibe aus diesem engen Schema ausbricht, erreicht sie überzeugende Glanzpunkte, wie es bei "The Adventure" der Fall ist. Eine Art Impro-Rhythmus-Sektion leitet den energievollen Song ein, der Gesang erhebt sich endlich über bisher eher gleichbleibende Stimmlagen. Fast glaubt man DeLonge, wenn er aus voller Brust singt: "Life´s Waiting To Begin Tonight". Im Videoclip zu dem Song flieht die Band übrigens in einer Raumfähre von der kriegerischen Erde auf einen entlegenen Planeten.

Mit ruhigeren, entspannten Nummern wie "A Little´s Enough" und "Good Day" bietet das Debüt chillige, entrückte Klänge, aber auch aufwühlende Hörerlebnisse. So lassen das mit dichtem, schmutzigem Gitarrenrock und brüllenden Eskapaden angereicherte "The War" oder die scheppernden Einlagen mit vibrierendem Bass von "Start The Machine" die Herzen ehemaliger Blink-182-Fans sicherlich hüpfen. Insgesamt verbindet alle Songs und Elemente ein feines Netz aus detailverliebten Elektro-Effekten, dichten Klangvisionen.

Ob es der All-Stars-Band gelingt, durch Ihre Scheibe eine bessere Welt zu erschaffen, bleibt fraglich. Über die angestrebte Message, morgen könne der beste Tag im Leben werden, könnte man allerdings einmal nachdenken. Vorausgesetzt, Tom schafft es, sich nicht wieder auszuziehen...

P.S.: Für aufmerksame Leser, die über das Logo AVA der Band gestolpert sind, noch schnell die Erklärung: Das V stammt nicht etwa aus "AirwaVe" und wurde durch irgendeine verquere Logik zum Namensbestandteil, sondern symbolisiert ein umgekehrtes A. Der Clou: Toms Tochter heißt Ava.

[Franzisca Teske]

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