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Reeperbahn Festival

"Entdeckungen auf St. Pauli"

published: 01.10.2008

Gewannen mit ihrem Auftritt viele neue Fans: Kitty, Daisy & Lewis (Foto: Public Address)Gewannen mit ihrem Auftritt viele neue Fans: Kitty, Daisy & Lewis (Foto: Public Address)

Schlimmer als letztes Jahr konnte es eigentlich nicht kommen. Die Vorfreude war groß und das Programm versprach diverse musikalische Perlen. Doch noch während des ersten Konzerts - einem großartigen Shantel-Auftritt im Mandarin Casino - war das Zwicken im Bauch nicht mehr zu ignorieren. Es folgte ein Magen- und Darmgrippe, die ziemlich genauso lange anhielt wie das Festival 2007 selbst. Während Hard-Fi, Juliette & The Licks und viele mehr einen Club nach dem anderen rockten, gab es bei mir Zwieback und Tee. Ein Desaster.

Dieses Jahr konnte also nur besser werden. Und es wurde besser. Denn nach drei Jahren ist das Festival nun vielleicht dort angekommen, wo es von Anfang an hinwollte. Während die erste Ausgabe 2006 wohl ein wenig zu groß geriet, stimmte 2008 die Mischung. Gestandene Acts begeisterten neben noch kleinen Perlen, laute (K.I.Z.: wie immer große Klappe) neben leisen (der melancholische Sound des Hamburgers finn.). Für wirklich jeden war etwas dabei.

Freitag begann Kritikerliebling Peter Licht mit Songs aus seinem neuen Album (und miesem Sound) in der Großen Freiheit. Mit deutschen Texten ging es weiter. Tomte, trotz Berlin-Umzugs von Thees Uhlmann Hamburger Stammgäste, zauberten ein Unplugged-Set auf die Bühne der Fliegenden Bauten. Ein herber Verlust war dagegen der Ausfall der Subways. Sängerin Charlotte Cooper war erkrankt, Gitarrist Billy Lunn tröstete mit Soloeinlage. Wer es zuvor nicht ins überfüllte Grünspan zu den Foals schaffte, konnte seine Fan-Seele immerhin mit den traurig-schönen Songs von Get Well Soon gleich nebenan in der Großen Freiheit trösten. Zu einer Mutprobe für jeden Klaustrophobiker wurden auch die Shows der genialen TV On The Radio und den Indie-Ikonen von Nada Surf am Abschluss-Abend. Enttäuschend dagegen das gelangweilte Best-Of-Set von Evan Dando und seinen Lemonheads. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen.

The Rakes spielten im Übel & Gefährlich (Foto: Public Address)The Rakes spielten im Übel & Gefährlich (Foto: Public Address)

Vor allem aber gab es getreu dem Festival-Motto jede Menge zu entdecken. Mein Lieblingsact dieses Jahr: Die bezaubernden Kitty, Daisy & Lewis mit ihrem ersten Deutschland-Konzert im völlig überfüllten Angie´s Nightclub. Die Familien-Band aus London um die drei gleichnamigen, blutjungen Geschwister (14 bis 19 Jahre) begeisterten nicht nur mit perfektem Fifties-Outfit samt Elvis-Tolle, sondern auch mit lupenreinem Rockabilly irgendwo zwischen Presley, Cash und Ray Charles.

Fazit: Eine runde Veranstaltung, die mit knapp 3000 Besuchern mehr als im letzten Jahr und einem wirklich durchdachten Programm-Ablauf noch zulegen konnte.

[Jörg]

Links

www.reeperbahn festival.com

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