Die Soloauftritte von Peter Fox müssen teilweise in größere Locations verlegt werden (Foto: Public Address)Katy Perry sorgte für exotisches Flair (Foto: Public Address)Nick (Michael Cera) und Norah (Kat Dennings) haben Spaß im New Yorker Nachtleben (Foto: Sony)"Prince of Persia" ist für PC, PS3 und Xbox 360 erhältlich (Foto: Ubisoft)(Foto: Public Address)Anna Ternheim - "Leaving On A Mayday"  (Universal Jazz)"Bolt – Ein Hund für alle Fälle" ist für PS3, PS2, Wii, PC, Xbox 360 und Nintendo DS erhältlich (Foto: Disney)

Game-Kritik

"Tomb Raider: Underworld"

published: 22.02.2009

"Tomb Raider: Underworld" ist für PS3, PC, Xbox 360 und Wii erhältlich (Foto: Eidos)"Tomb Raider: Underworld" ist für PS3, PC, Xbox 360 und Wii erhältlich (Foto: Eidos)

Lara Croft ist eine Ikone, und sie ist ein Fantasieprodukt. Als solches gleicht sie irgendwie James Bond, nur das Lara derzeit in der Entwicklungsphase der späten 70er und 80er Jahre von Bond steckt. Was ich damit meine? Naja, bei Bond war es auch so, in den 60er Jahren war Bond cool, neu und echt sexy, dann aber in den 70er Jahren wurde das Klischee überreizt und man hat versucht alles immer mehr einem Schema anzugleichen, weil man dachte, die Leute wollen das so.

Im Falle von Lara bedeutet das, das "Tomb Raider: Underworld" sich voll und ganz seiner Ursprünge bewusst ist, allerdings auch im negativen Sinne. Denn es ist ein Action-Adventure - Action hier ganz groß geschrieben. Und dabei haben sich die Entwickler von Crystal Dynamics so klar an die Genre-Klischees gehalten, dass man das Spiel eigentlich nur als Persiflage lesen kann. Lara ist auf der Suche nach den göttlichen Artefakten des nordischen Gottes Thor, die sich überall auf der Welt (Mexico, Thailand etc.) verteilt haben. Die Story vermischt dabei recht krude alles, was nach Mythos klingt und baut sich eigentlich nur als Entschuldigung für die Action auf. Und die ist dann so richtig nostalgisch von vor 13 Jahren. Denn nach wie vor ist unsere Pop-Ikone Lara damit beschäftigt sich gegen böse Jungs, seltene Tierarten und kreuchende Kreaturen zu wehren. Da wird reihenweise auf bengalische Tiger geschossen, Haie werden mit der Harpune erledigt und auf einem Frachtschiff gleich die ganze Crew erledigt – ohne mit der Wimper zu zucken. Von einer britischen Aristokratin hätte ich da mehr erwartet. Heißt es nicht, Adel verpflichtet? Artenschutz, moralische Bedenken oder ähnliches sind hier Null und nichtig.

Was sich dann auch in Hinsicht auf die archäologischen Elemente übertragen lässt. Das Gräber ausplündern wird hier zelebriert, da werden überall auf der Welt einzigartige Gräber, Tempel und Ruinen erforscht, in optisch brillanter Umgebung mit schöner Atmosphäre und Lara, der dummen Nuss, fällt nichts besseres ein, als zig antike Vasen zu zertrümmern, damit sie die Schätze bergen kann. Wohlgemerkt keine Bücher, Münzen, Ketten oder so, sondern Schätze. Die man sich nicht anschaut, die einem keine Informationen über Kulturen vermitteln und die sich danach wohl einzig als Polygone in Croft Manor bewundern lassen würden, wäre ein Sichtmodus überhaupt gedacht gewesen. Ist er aber nicht. Hier ist eine geniale Chance zur Bildung des Spielers verpasst worden. Aber es ist alles stimmig in Bezug auf meine James Bond-Theorie. Wie George Lazenby oder der etwas plumpere Roger Moore wirkt auch Lara in "Underworld" wie ein wandelnder Anachronismus. Zu viele Klischees, die so was von überholt sind. Da geht es um Schmalspurstories, dumpfe Gegner (die KI ist so blöd wie selten) und die Befriedigung simpelster Action-Gelüste. Bleibt also zu hoffen, dass nach der 70er/80er Jahre-Durststrecke auch die Tomb-Raider-Reihe bald eine Innovation wie Daniel Craig erfährt und sich auf die Stärken eines guten Storytellings, stimmiger Inhalte und zweifelnder Heldentaten besinnt. Dann werden Tomb Raider Teil neun, zehn oder elf vielleicht auch mal wieder richtig gut.

[Lars]

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Links

www.tombraider.com

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