CD-Rezension

Black Eyed Peas – "The E.N.D."

published: 24.06.2009

Black Eyed Peas – "The E.N.D." (Foto: Universal)Black Eyed Peas – "The E.N.D." (Foto: Universal)

"Welcome to the E.N.D" begrüßt eine unheimlich tiefe Stimme den Hörer. Verwirrt wird der ein oder andere denken: Komische Begrüßung. Heißt das, es ist das letzte Black-Eyed-Peas-Album? Nein, soweit ist es dann doch noch nicht. Die Erklärung liefert nach ein paar weiteren spacigen Elektrobeats wieder die befremdliche Weltraumstimme: "The Energy Never Dies!"

Kaum zu glauben, dass es nun schon bald vier Jahre her ist, dass die Gruppe aus Los Angeles ihr letztes Album "Monkey Business" veröffentlichte. In Clubs werden die Songs der dreifachen Grammy-Gewinner immer noch rauf und runter gespielt. Sängerin Stacy Ferguson alias Fergie stürmte in den letzten Jahren mit ihrem Soloprojekt die Charts und auch Will.I.Am ließ es sich nicht nehmen alleine durchzustarten, ob als Produzent für unter anderem Flo Rida und U2 oder als Solokünstler.

Doch nun haben die vier vorerst genug von musikalischen Alleingängen und wollen beweisen, dass ihnen die Energie tatsächlich noch nicht ausgegangen ist.

Die beirrende, recht lange Begrüßung des gruseligen Unbekannten lässt den Hörer mit Skepsis in das Album einsteigen. "Boom Boom Pow", das erste Lied auf der Scheibe und die erste Singleauskopplung, verstärkt dieses Gefühl leider. Übertrieben gezerrte Stimmen, die auf klägliche Art und Weise an Daft Punks "Around The World" erinnern, es aber nicht verdient haben sie ernsthaft mit diesem Meisterwerk der Housegeschichte zu vergleichen, machen schon zu Beginn des Albums schlechte Laune. Die Claps im Hintergrund klingen ausgelutscht und plötzlich erkennt man Kanye Wests "Stronger" im Track wieder. Das zweite Lied ("Rock That Body") macht die Sache noch schlimmer. Kinderstimmen und harte, aber gleichzeitig schlechte, Elektrobeats dominieren den Sound.

Für Liebhaber der BEP-typischen Hüftschwing-Garanten ist auf "The E.N.D." nicht halb so viel dabei wie vielleicht erhofft. "Electric City" bedient sich zwar auch der sich wie ein roter Faden durchs Album ziehenden Elektrobeats, jedoch erfrischt der Dancehall-Sound und die Rapparts machen das Lied zu dem einzig nennenswerten Partylied auf "The E.N.D.". Völlig überrascht wird der Hörer bei "Now Generation". Ein sehr rockiges Schlagzeug und eine punkig schreiende Fergie zeigen eine Seite der Black Eyed Peas, die vorher fremd war und auch durchaus etwas Gewöhnungszeit bedarf. Freunde des Rap werden auf "The E.N.D." verzweifelt Lied für Lied weiterskippen, um dann endlich bei der Nummer 14 hängen zu bleiben und sich bei dem überraschend entspanntem Beat, lässigem Flow und One-Love-Lyrics von den zuvorgehörten Elektromissgeschicken der BEP zu erholen. Wären doch nur alle Tracks so geworden!

[Juliane]

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www.blackeyedpeas.de

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