CD-Tipp

Ben Kweller - "Ben Kweller"

published: 04.09.2006

Ben Kweller - "Ben Kweller" (Foto: rough trade)Ben Kweller - "Ben Kweller" (Foto: rough trade)

Einmal ausrasten – dies ist Ben Kweller! Frei übersetzt ist das die Bedeutung des Titels des ersten Albums „Freak Out – It's Ben Kweller“ des Jungen aus Texas, der einst die Schule für seine damalige Band „Radish“ schmiss, sich mit 20 Jahren nach New York absetzte und dort seine Solo-Karriere als Singer-Songwriter startete. Weniger Aufsehen erregend als der erste ist der Titel seines mittlerweile dritten Werkes „Ben Kweller“. Aber was verbirgt sich hinter diesem simplen Namen? Elf Songs, die Freunden des sogenannten Anti-Folks aus der Seele sprechen dürften.

Gut durchdachte Popsongs und die Nutzung von verschiedensten interessanten Instrumenten geben der Platte das gewisse Etwas. Die CD startet mit dem angenehm relaxt klingenden Titel „Run“ und gibt damit dem Album eine Richtung, die konsequent vom ersten bis zum letzten Track verfolgt wird. Ein ähnliches Thema wie bei „Run“ wird in dem gut gelaunten „I Gotta Move“ aufgegriffen, das von jenem Bewegungsdrang handelt, den man am Anfang eines neuen Lebensabschnitts oder auch jährlich zu Beginn eines verheißungsvollen Sommers verspürt. Und das frei nach dem Motto: „I gotta move while the streets ahead are sunny!“
Emotional wird es dagegen bei den Balladen „Thirteen“ und „Until I Die“, die durch ihre fast schon niedlich-naiven Melodien bestechen und bei dem bluesig-melancholischen „Red Eye“. Hier, wie eigentlich bei allen Songs des Albums, wird der aufmerksame Hörer feststellen, dass Ben Kweller neben dem Komponieren auch auf den Punkt gebrachte Texte schreiben kann.

Außerdem bemerkenswert: Das Multitalent ließ es sich nicht nehmen, alle Instrumente auf dem Album, von der E-Gitarre bis zur Triangel, höchst persönlich einzuspielen. Produziert wurde das alles von niemand geringerem als Gil Norton. Wem die Pixies oder Foo Fighters ein Begriff sind, konnte sich dort bereits von seinem Können überzeugen. Was liegt also näher als ein Vergleich mit einem ganz Großen des Genres, der in diesem Idealfall auch noch ein guter Freund des Künstlers ist? Zugegeben, ein nicht ganz fairer Vergleich. Dass Ben Kweller gegen das Indie-Folk-Vorzeigegesicht Adam Green leider knapp den Kürzeren ziehen muss, ist aber bei weitem keine Schande. Denn die Pluspunkte, die sich Green mit Wortwitz, Ausstrahlung, Attitüde und seiner unverwechselbaren Stimme sichert, kann Ben Kweller auf diesem Album mit seinen schönen Melodien, aufrichtigen Texten und authentischen Arrangements beinahe ausgleichen.

[Franziska Zölzer]

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