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Freshlyground im Porträt

Neues Lebensgefühl in Afrika

published: 21.09.2006

Freshlyground - sieben Musiker zwischen 24 und 35 Jahren aus Südafrika, Mosambik und Zimbabwe (Foto: Public Address) Freshlyground - sieben Musiker zwischen 24 und 35 Jahren aus Südafrika, Mosambik und Zimbabwe (Foto: Public Address)

Eine sympathische junge Band namens Freshlyground erobert die südafrikanischen Albumcharts mit einer ganz besonderen Mischung aus Pop und Leichtigkeit. Mit ihrer Single „Doo Be Doo“ aus dem aktuellen Album „Nomvula“ will sie jetzt den europäischen Markt erreichen.

Was die Band ausmacht, ist ihr unkomplizierter Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und Generationen. Die siebenköpfige Formation besteht aus Musikern zwischen 24 und 35 Jahren aus Südafrika, Mosambik und Zimbabwe. "Ohne es wirklich zu versuchen, senden wir eine Botschaft des Neuanfangs, weil wir das tun, was wir tun. Die Leute sehen, dass weiße Mädchen auch tanzen und schwarze Mädchen auch Pop machen und auf Englisch singen können", erzählt das jüngste Bandmitglied Kyla.

Freshlyground, die sich 2002 in Kapstadt zusammenfanden, empfinden die Situation in ihrer Heimat noch immer als angespannt. "Es ist eine sich wandelnde, junge Gesellschaft“, so Kyla, „Natürlich passiert viel Positives, aber unter der Oberfläche haben die Leute nach 40 oder 50 Jahren Apartheid immer noch Angst. Es muss noch viel Zeit vergehen, um die Wunden zu heilen."

Freshlyground wollen eine Botschaft des Neuanfangs senden (Foto: Public Address)Freshlyground wollen eine Botschaft des Neuanfangs senden (Foto: Public Address)

Nach jahrzehntelanger Politik der Rassentrennung wurde in Südafrika 1994 erstmals frei gewählt. In dem Land werden elf verschiedene Sprachen gesprochen. Die Vorurteile Andersfarbigen gegenüber seien nach wie vor groß, berichtet Kyla: „Es gibt noch viel Wut, das merke ich, wenn ich über die Straße gehe. Aber wenn ich ein schwarzer Mensch wäre, der hier von den Weißen unterdrückt wurde, würde ich auch so empfinden. Man kann die Geschichte nicht verändern, für viele ist sie noch sehr präsent.“

Die Musik der Truppe bedient sich mehrerer Genres. "Letztendlich ist es Pop mit afrikanischem Einschlag, sei es in der Melodie oder im Rhythmus", beschreibt Leadsängerin Zolani. Neben Englisch singt Zolani auch auf Xhosa, dem Dialekt ihres Heimatgebietes. Als einziges afrikanisches Instrument kommt die Mbira aus Zimbabwe zum Einsatz, deren Klang dem der Zither ähnelt.

Die Texte der Songs sollen Mut machen, das Leben zu genießen, und handeln von der Liebe und vom Frieden. „Ich würde mir wünschen, dass George W. Bush auf den Mond geschossen wird“, antwortet Kyla auf die Frage nach einem freien Wunsch. Zolanis Wünsche liegen etwas näher: „Es klingt blöd, aber ich war drei Wochen nicht zu Hause, ich würde mir wünschen, wieder in Kapstadt zu sein. Ich vermisse meinen Freund so sehr.“

Freshlyground verkörpern ein neues Lebensgefühl im jungen Südafrika, sie wollen friedlich miteinander leben, unbekümmert sein und Spaß haben. Und genau das sollen ihre Songs vermitteln. „Nomvula“ ist übrigens Xhosa und bedeutet „nach dem Regen“. Es geht kaum treffender.

[Franzisca Teske]

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