CD-Tipp

Karl Frierson - "Soulprint"

published: 20.09.2006

Karl Frierson - "Soulprint" (Foto: edel) Karl Frierson - "Soulprint" (Foto: edel)

Anhängern von progressiver Jazz-Lounge-Musik dürfte Karl Frierson als Sänger des offenen Bandprojekts De-Phazz ein Begriff sein. Der schwarze Soulsänger aus Heidelberg mit dem nordisch klingenden Namen wandelt nun auf Solo-Pfaden. Mit „Soulprint“ liefert er ein Album ab, das weniger durch Sound-Experimente wie viele der De-Phazz-Werke, sondern stattdessen durch seinen klaren und funkigen Sound besticht.

Auf elektronische Nachbearbeitung wurde laut Frierson weitestgehend verzichtet, um den Soul der live eingespielten Instrumente auch für den Hörer greifbar zu machen. An Soul und Charme mangelt es der Platte nicht; dafür sorgen die allgegenwärtigen beschwingten Bläserpassagen, nostalgische Wurlitzer-Riffs und der lebenslustige Gesang von Frierson. Alter Motown-Sound par excellence.

„Soulprint“ deckt, wie sich das für ein Soul-Album gehört, die gesamte Gefühlspalette ab. Karl Frierson singt von Jugenderinnerungen, guter Laune, dem Gefühl des Fremd-Seins und den vielen Facetten einer Liebe. Das alles mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks. Ob bei dem melancholisch-leichten „Walking In New York“, den Gute-Laune-Stücken „Tall Green Grass“ und „Young Rebel“ oder der herzzereißenden Liebeserklärung „Only You“ - Frierson trifft stimmlich den Nagel auf den Kopf. Nicht umsonst wird in Kollegenkreisen gemunkelt, man könne ein Klavier nach ihm stimmen. Besonders auffällig ist das bei dem funkigen Jazz-Track „Under Investigation“: Hier kommt Friersons Talent als Jazz-Sänger erst richtig zur Geltung.

Mit makellosem Soul, vielen Funk- und Jazzelementen sowie einem sehr guten Sound, bietet „Soulprint“ keine Angriffsfläche für Kritik. Das ist vielleicht das einzige, was man Karl Frierson vorwerfen kann.

[Franziska Zölzer]

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