CD-Tipp

Teriyaki Boyz - "Beef Or Chicken"

published: 28.09.2006

Teriyaki Boyz - "Beef Or Chicken" (Foto: Universal) Teriyaki Boyz - "Beef Or Chicken" (Foto: Universal)

Liest man den Titel eines Albums, ist es meistens nicht von Nachteil, wenn er neugierig auf den Inhalt macht. Im Falle der Teriyaki Boyz gibt die Kombination aus Bandnamen, Titel des Albums und ihrer Herkunft dem Hörer einige Gründe für Spekulationen. Teriyaki? Nummer 16 auf der Speisekarte. „Beef Or Chicken"? Hühnchen oder Rindfleisch? Gangster-Rap aus dem Land der aufgehenden Sonne?
Ja, das gibt es - und die Jungs, die hinter dem Namen stecken sorgen für Furore: Sie tragen weite Klamotten, ihre Caps sitzen schief, sie schreiben „Boyz" mit „z" - und brechen mit „Beef Or Chicken" seit einem Jahr in Japan sämtliche Verkaufs- und Airplayrekorde. Was soll auch schiefgehen, wenn sich Produzentengrößen wie Ad-Rock von den Beasty Boys, The Neptunes, Daft Punk und Dan the Automator (um nur die bekanntesten zu nennen) auf einem Album die Regler in die Hand geben? Und wenn dazu an den Mikros die fünf bekanntesten und talentiertesten Rapper Japans stehen.

Die MCs Ilmari und Ryo-Z, die Rapper Verbal und Wise sowie DJ Nigo wurden von Def Jam Recordings unter Vertrag genommen und haben alle vorher an verschiedenen Projekten gearbeitet. Gerappt wird zum Großteil auf Japanisch, deshalb bleiben uns Europäern die Texte meistens unergründlich. Den Teriyakis kann man daraus natürlich keinen Vorwurf machen, die japanischen Texte im Booklet sind auf jeden Fall ein Hingucker!

Musikalisch mischen die Teriyaki Boyz auf ihrem Album „Beef Or Chicken“ Old-School-Samples im Stil der Beasty Boys („EAT INtro" und „Beef Or Chicken") mit für HipHop ungewöhnlich poppigen Sounds. So klingt „Moon The World" im Refrain wie die Brüder Gibb auf Japanisch. Auch bei dem sonst schönen „The Takeover", dem eine wirklich gute Musik von Mark Ronson zu Grunde liegt, erinnern die Parts der Jungs teilweise an Boy-Groups à la N`SYNC. „Heartbreaker", der offizielle Soundtrack des Hollywood Blockbusters „The Fast And The Furious – Tokyo Drift", ist das musikalische Aushängeschild des Albums. Daft Punk liefern die packenden Beats, die Teriyaki Boyz frische Reime, die sie mit viel Energie und noch mehr Spaß an ihre begeisterten Hörer richten.
„Large", produziert von The Neptunes, ist ein etwas ruhigerer Track, der dadurch aber nicht weniger eingängig ist.

Trotz der einwandfreien Qualität der Musik bleibt ein seltsamer Nachgeschmack. Wie hilfreich ist es für eine Karriere als Musiker, wenn man, wie DJ Nigo, neben dem DJ-Dasein noch der erfolgreichste Streetwear-Designer Japans ist? Das, und die zusammengewürfelte Konstellation aus Japans populärsten Rappern und weltweit bekannten Produzenten, lässt natürlich Rückschlüsse auf den kalkulierten Erfolg des Projektes zu. Geldsorgen jedenfalls, werden Ilmari und seiner Crew in nächster Zeit nicht ins Haus stehen. In Japan sind sie schon die Größten und auch in unseren Landen wird der Hype um Teriyaki Boyz wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen...

[Franziska Zölzer]

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