"Aus dem Nirwana"

Daniel Schuhmacher im Interview

published: 08.09.2010

Daniel Schuhmacher steht auf Lena und Kristen Stewart  (Foto: Public Address) Daniel Schuhmacher steht auf Lena und Kristen Stewart (Foto: Public Address)

Mit einem Stimmanteil von 50,47 Prozent gewann Daniel Schuhmacher 2009 nur knapp das Finale der sechsten Staffel von Deutschland sucht den Superstar. Nach seinem Sieg bei der RTL-Castingshow erreichte der 23-Jährige mit seiner ersten Single "Anything But Love" jedoch auf Anhieb Gold-Status, ebenso wie mit dem darauf folgenden Longplayer "The Album".
Ein Jahr nach seinem Debüt wurde der Sänger im Mai mit dem "VIVA Comet 2010" als "Bester Durchstarter" ausgezeichnet.

Im Gegensatz zu einigen seiner DSDS-Kollegen ist Daniel nach seinen ersten Veröffentlichungen nicht von der Bildfläche verschwunden. Am 3. September erschien seine neue Single "Feel", ein Vorbote des zweiten Albums des Baden-Württembergers, das am 17. September erscheint. Scoolz traf einen entspannten Daniel in Hamburg zum Interview. Dabei konnten wir mit ihm nicht nur über DSDS und sein neues Werk "Nothing To Lose" sprechen, sondern erfuhren auch seine Meinung zu Lena Meyer-Landrut und die "Twilight"-Saga.

Daniel Schuhmacher im Scoolz-Interview (6 Bilder)

Daniel Schuhmacher im Scoolz-Interview
Daniel Schuhmacher im Scoolz-Interview
Daniel Schuhmacher im Scoolz-Interview
Daniel Schuhmacher im Scoolz-Interview


Wie bist Du mit dem plötzlichen Trubel nach Deinem DSDS-Sieg umgegangen?
Daniel Schuhmacher: "Den Rummel hab ich nicht wirklich an mich herankommen lassen. Die Menschen um mich herum waren euphorischer als ich. Ich habe mich gefreut, dass ich die Show gewonnen habe und Musik machen durfte. Ich wollte das immer machen, denn ich habe dafür eine Leidenschaft. Ich liebe Musik einfach. Der Sieg hat mir eine Tür geöffnet, aber ich dachte nie, dass ich deshalb nun der Beste bin oder so. Es ist auch gut, dass das nicht so ist."

Hast Du Deutschland sucht den Superstar stets verfolgt?
"Die Staffel, die nach meiner kam, habe ich gesehen, wenn ich Zeit hatte. Es war interessant zu sehen, wie sich das von Mal zu Mal mehr verändert. Leider Gottes wird die Show immer mehr zur Daily Soap, es sollte wieder mehr um Musik gehen. Aber ich schaue es mir trotzdem an und verfolge es."


Inwiefern hat sich die Show seit der letzten Staffel verändert?
"Es geht mittlerweile mehr um die Stories und leider weniger um die musikalischen Aspekte. Zumindest in den Medien stehen die Geschichten mehr im Vordergrund als die Auftritte. Ich bin froh, dass es in meiner Staffel nicht so war, deshalb kann ich mich da nicht beschweren."

Du hast nie in einer Band gespielt oder Gesangsunterricht genommen. Wie kamst Du zur Musik?
"Stimmt, ich habe nie Unterricht gehabt und in keiner Band gespielt. Ich habe aber in der Schule bei diversen Auftritten öfter mal gesungen. Dadurch, dass ich vom Land komme – aus dem Nirwana, sage ich immer – gab es nicht so viele Möglichkeiten. Deshalb hatte ich bei DSDS auf diese Chance gehofft. Ich bin nicht mit dem Gedanken dahin gegangen, die Show zu gewinnen, sondern dass ich vielleicht coole Leute kennen lerne, die auch Musik machen und die das, was ich mache, vielleicht gut finden."

Würdest Du sagen, DSDS ist eine Plattform, um in die Branche einzusteigen?
"Ich würde auf jeden Fall wieder teilnehmen. Die Show ist eine Plattform, um zu zeigen, was man kann und dass man Talent hat. Und bei mir war es so, dass ich jetzt das machen kann, was ich immer machen wollte. Ich darf mit coolen Musikern zusammen arbeiten und kann eigene Sachen machen. Das ist unglaublich. Es gibt zwar bei DSDS die negative Seite, aber auch eben die gute: dass man dadurch Musik machen kann."

Wie sehen die negativen Aspekte aus?
"Man wird in der Presse anders dargestellt. Als Loser, kann man das sagen? Eher nicht, aber als Marionette. Als jemand, der keine Persönlichkeit hat und nur in so einer Show war. Mehr aber eben nicht. Das ist ziemlich schade."

Wird man in der Show sehr beeinflusst in dem, was man musikalisch macht?
"Ja, schon. Es wird einem vorgeschlagen, was man singen soll und es wird auf einen eingeredet, wie man das machen soll. Von allen Mottoshows zusammengerechnet habe ich mir, glaube ich, drei Mal den Titel selbst aussuchen können. Der Rest war vorgeschrieben."

Du hast Dich schon Ende 2009 von Dieter Bohlen getrennt. Wie stehst Du zu ihm?
"Ganz normal. Es war so, dass die Musik, die er schreibt, nicht einhundert Prozent meinen Geschmack getroffen hat und eben nicht ganz so war wie das, was ich machen will. Deshalb haben wir beschlossen, musikalisch unterschiedliche Wege zu gehen. Es war aber alles ganz locker und nicht so, dass wir uns gestritten hätten oder es solche Probleme gab. Wenn ich Dieter Bohlen jetzt irgendwo treffen würde, würde ich normal mit ihm umgehen."

Von anderen vor Dir, die auch bei DSDS gewonnen haben, hört man mittlerweile nicht mehr viel. Mehrzad Marashi, der Sieger der letzten Staffel, musste gerade seine Tour absagen, da nicht genügend Karten verkauft wurden. Wo siehst Du Dich in der Zukunft?
"Ich bin schon stolz darauf, dass ich anderthalb Jahre nach DSDS immer noch dabei bin. Ich bringe jetzt mein zweites Album heraus und schon die vierte Single. Ich habe keine Ahnung, was man gegen Misserfolge machen kann, außer hart zu arbeiten und sich weiter durchzukämpfen. Man darf sich nicht von irgendwelchen Negativ-Schlagzeilen, die teilweise erfunden sind, aus der Ruhe bringen lassen."

Hattest Du auch mit erfundenen Schlagzeilen über Dich zu kämpfen?
"Ja, klar. Da schreiben sie 'der kann doch nichts mehr' und dass meine Tour gefloppt ist. Ich habe meine Tour mit meiner Live-Band gemacht, und sie war erfolgreich und sehr geil. Deshalb habe ich mich nicht um die ganzen negativen Schlagzeilen gekümmert."

Alexander Klaws, der Gewinner der ersten DSDS-Staffel, ist mittlerweile Musical-Darsteller bei "Tarzan". Könntest Du Dir das auch vorstellen oder hast Du einen Alternativ-Plan zu dem, was du jetzt machst?
"Wenn ich keine Musik mehr machen könnte, oder es nichts mehr bringen würde, würde ich studieren. Durch meine Ausbil-dung als Industriekaufmann, die ich abgeschlossen habe, könnte ich in diese Richtung gehen. Generell kann ich mir das im Moment aber nicht vorstellen. Ich liebe das, was ich jetzt mache, einfach sehr. Musical wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, aber ich will da derzeit nicht dran denken. Man würde dann sehen, wie das laufen würde. Das ist eine Sache, auf die ich mich im Moment nicht einlassen muss. Moderator zum Beispiel würde ich nicht werden, dafür habe ich kein Talent – da bin ich ja ehrlich." (lacht)

Dein neues Album "Nothing To Lose" erscheint am 17. September. Was unterscheidet das neue Werk vom ersten?
"Der Unterschied ist wie Tag und Nacht. Auf dem Album sind weniger Balladen, eigentlich fast gar keine. Es ist trotzdem Popmusik, aber mit anderen Elementen. Ein bisschen mehr Elektro und die einzelnen Songs sind etwas rockiger und souliger. Es ist eine bunte Mischung geworden, da ist für jeden was dabei. Mit 'The Album' kann man das neue Album kaum vergleichen."

Schreibst du selbst auch Songs?
"Ja, ich schreibe auch. Auf dem neuen Album ist davon aber nichts drauf. Noch nicht! Mein Traum ist es, irgendwann eine selbst geschriebene Single zu veröffentlichen."

Wann wirst Du wieder auf Tour gehen?
"Im November gehe ich auf eine kleinere Club-Tour. Das finde ich total geil. Die letzte war eine Hallen-Tour, jetzt findet alles in kleineren Clubs statt. Etwas akustisch ange-haucht und sehr intim. Der Zeitraum wird vom 4. bis zum 21. November sein."

Wie schätzt Du den Hype um Lena Meyer-Landrut und ihre Situation ein?
"Ich finde die Lena sehr cool. Sie ist ein offener Mensch, so frei Schnauze. So bin ich eigentlich auch, deshalb ist sie mir sehr sympathisch. Außerdem ist sie sarkastisch, was ich noch besser finde. Das versteht aber nicht jeder. Ich finde sie originell, auch die Art und Weise, wie sie singt. Für Deutschland ist es etwas Besonderes, das geht ja so in die Richtung von Kate Nash. Dass Lena den Eurovision Song Contest dann gewinnt, hätte keiner erwartet, ich auch nicht. Der Hype kam wohl durch ihre Art und auch ihre Aussagen zustande, die teilweise sehr gut durchdacht waren. Wie lange dieser Wirbel bleibt, weiß ich nicht. Ich hoffe für sie, dass sie auch langfristig ihr Ding machen kann und Erfolg hat. So jemand wie sie, so eine 'Happy-Macherin', hat dem Land einfach noch gefehlt, sie bringt Freude auf."

Du bist ein großer "Twilight"-Fan. Was fasziniert Dich besonders daran?
"Mich faszinieren düstere Geschichten grundlegend. Vampir-Geschichten finde ich besonders cool. Die Bücher sind dabei aber nicht so Teenie-like wie die Filme. Die sind anders geschrieben und sprechen auch viele Erwachsene an. Ich persönlich fand die Geschichte zwischen Bella und Edward sehr interessant. Auch die Aspekte der platonischen Liebe und diese Dreiecksbeziehung zwischen den beiden und Jacob sind ziemlich spannend. Ich bin auch ein großer Fan von Kristen Stewart, die ist eine Mega-Schauspielerin. Nicht nur wegen dieser Filme, denn alle Rollen, die sie spielt, spielt sie richtig gut. Sie ist sehr wandelbar. In 'Twilight' ist zwischen ihr und Robert Pattinson alles sehr elektrisch und wirkt ziemlich echt, das macht speziell diese Filme so interessant."

[Anika]

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Homepage Daniel Schuhmacher

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