Christina Perri ist Halb-Italienerin und besucht ihre Familie in regelmäßig in Italien  (Foto: Public Address) Christina Perri ist Halb-Italienerin und besucht ihre Familie in regelmäßig in Italien (Foto: Public Address)
"Kein Plan B"

Christina Perri im Interview

Wenn man Christina Perri betrachtet, scheint sie ein Mensch voller Gegensätze zu sein. Auf der einen Seite klein, zierlich und ein warmes, einnehmendes Lachen, auf der anderen ein kleiner Rebell, von oben bis unten mit Tattoos bedeckt und eine fette blonde Strähne in den dunklen Haaren. Ihr Debütalbum "Lovestrong." spiegelt diese Gegensätzlichkeit eindrucksvoll wieder. Zum einen singt sie von der Verletzlichkeit und den Enttäuschungen in der Liebe, zum anderen von Stärke und Unabhängigkeit. Das Album erscheint in Deutschland am 27. Januar 2012.

Während Christina hierzulande erst durchstartet, ist ihr das in den USA schon gelungen. Ihr Song "Jar Of Hearts" verkaufte sich dort über 2,5 Millionen mal und das Album war auf Platz vier der Billboard Charts. Zur Zeit ist die Sängerin mit der Single "A Thousand Years" auf dem aktuellen "Twilight"-Soundtrack vertreten. Scoolz hat die Halb-Italienerin getroffen und mit ihr über "Twilight", die Liebe und ihre Tattoos gesprochen.

Christina, hast Du den Film "Twilight - Breaking Dawn, Teil 1" schon gesehen?
Christina Perri: "Habe ich, inzwischen sogar zweimal. Es ist mein Lieblings 'Twilight'-Film, bis jetzt. Zum ersten Mal habe ich ihn diesen Sommer gesehen, ich wurde zu einer geheimen Vorschau eingeladen und habe mir die Augen ausgeheult. Ich bin gleich nach Hause gegangen und habe den Song geschrieben, nachdem ich den Film gesehen hatte. Es war sehr lustig, denn die Version, die ich diesen Sommer sehen durfte, war noch nicht ganz fertig. Die Schauspieler waren so wie jetzt, aber die Werwölfe noch nicht. Es waren Männer, die eine Maske hielten. Sie liefen herum mit ihrem falschen Kopf, es war urkomisch. Jetzt war ich auf der Premiere in Los Angeles und habe die fertige Version mit der ganzen Musik gesehen - es war magisch."

Hast Du Robert Pattinson und Kristen Stewart schon kennengelernt?
"Ich habe sie noch nicht getroffen und ich bin irgendwie auch froh darüber. Ich habe diese Fantasie von ihnen in meinem Kopf und ein bisschen Angst, dass, wenn ich sie treffe, sie nicht wie Edward und Bella sind und dann wäre ich sehr enttäuscht."

Stimmt es, dass Du ein Tattoo mit dem Wort "bitten" (gebissen) hast?
"Ja, habe ich. Es ist gleich hier (zeigt auf ihr rechtes, inneres Handgelenk). Ich habe es seit 2009, als ich die Bücher gelesen habe und für mich bedeutet es 'gebissen' sein von der Begeisterung. Ich bin ein riesen 'Twiheart'-Fan."

Exklusive Fotos von Christina Perri


Das ist aber nicht Dein einziges Tattoo. Wie viele hast Du insgesamt?
"Es müssten um die 45 sein. Ich habe irgendwann den Überblick verloren. Aber sie haben alle ihre Geschichte. Manchmal bekomme ich zwei in einer Woche, manchmal eins in sechs Monaten, das ist ganz unterschiedlich. Sie kennzeichnen gewöhnlich eine Erfahrung in meinen Leben. Etwas, das ich sehr gerne habe. Ich und meine beste Freundin haben einen Beste-Freunde Moment, ich, die etwas wirklich Dummes tut oder ich, die das Bedürfnis hat, sich auszudrücken. Ich sage den Menschen, dass ich mich über drei Wege ausdrücke: 1. ich rede sehr viel 2. ich schreibe Musik und 3. ich bekomme Tattoos."

Du hattest Deinen Durchbruch im Jahr 2010, als Dein Song "Jar Of Hearts" in der Fernsehshow "So you think you can dance" gespielt wurde. Erinnerst Du Dich noch an den Augenblick?
"Es war so ein wundervolles, verrücktes Erlebnis. Ich habe als Kellnerin in Los Angeles gearbeitet und habe währenddessen ein Demo von meiner Musik gemacht, wie Millionen anderer Menschen auch. Meine beste Freundin hat dem Choreographen der Show 'So you think you can dance' mein Demo zugespielt und ich habe gesagt: 'Da wird nie was passieren. Warum sollte das einer kleinen Kellnerin passieren. Ich habe keinen Plattenvertrag, ich habe kein Geld, nichts. Aber was passierte, war verrückt, der Choreograph nahm den Song und alle Produzenten sagten ja, das Studio und der Erfinder der Show ebenfalls und innerhalb einer Woche wurde er in der Show gespielt und ich saß im Publikum... Ich hatte mir extra frei genommen und weinte, weil es sich so besonders anfühlte. Als ich aus der Tür ging, war ich die am meisten gegoogelte Sache in der ganzen Welt, ich verkaufte 220.000 Singles und mein ganzes Leben veränderte sich. Ich fühlte mich wie Cinderella."

Hast Du Deinen Erfolg überhaupt schon realisiert?
"Ich habe für eine Minute gedacht, dass alles irgendwie beständig war und dann passierte das ganze 'Twilight'-Ding und jetzt bin ich wieder auf einem neuen Planet. Ich kneife mich immer wieder und denke: Wie kann das alles wahr sein? Alle meine Träume sind wahr geworden, alle! Ich muss mich wirklich hinsetzen und mir neue Träume erträumen."

Hast Du Angst, dass Dich der Erfolg wieder verlassen könnte?
"Nein, ich habe keinen Plan B. Ich bin mit Tattoos bedeckt, ich habe keinen Hochschulabschluss... Ich weiß, ich würde Musik machen, auf jeden Fall. Wenn ich es aus irgendeinem Grund nicht mehr professionell tun könnte, würde ich es trotzdem tun, in meinem Schlafzimmer, für mich alleine. Ich fühle mich, als gäbe es keine andere Sache auf der Welt für mich. Solange ich erfolgreich bin, denke ich nicht darüber nach. Ich mache einfach das, was authentisch ist. Wenn es funktioniert ist das toll und wenn nicht, dann ist das ist außerhalb meiner Kontrolle."

Hast Du Dir das Leben als bekannte Person so vorgestellt wie es jetzt ist?
"Ich würde sagen, es ist nichts so, wie ich es erwartet habe, aber es ist besser, als ich es je erwartet hätte. Ich reise um die Welt, werde sehr nett von Menschen behandelt und mache jeden Tag das, was ich liebe. Ich muss nicht meine Tattoos überdecken und in einem Restaurant kellnern. Ich bin dankbar für die kleinen Sachen. Ich denke, die wichtigste Sache ist aber, eine globale Plattform zu haben über die ich mit den Menschen kommunizieren kann und ihnen helfen kann, sich besser zu fühlen. Wenn ein Fan nach einer Show zu mir kommt und sagt 'Danke, jetzt fühle ich mich besser', das ist der Sinn meines Lebens. Ich weiß nicht, wie ich es zusammenfassen soll, es ist einfach zu großartig."

Du schreibst Lieder seit Du 15 bist. Weißt Du noch, warum Du damit angefangen hast?
"Ja, ich erinnere mich noch genau, wie es war, 15 zu sein und das erste Mal verliebt zu sein. Ich weiß noch, dass ich überwältigt war von meinen Gefühlen. Ich habe Gedichte geschrieben wie ein kleiner Hippie, ich hatte Bücher über Bücher voller Wörter, aber keine Musik. Und ich bemerkte, dass es nicht genug war. Also habe ich mir selbst beigebracht, Gitarre zu spielen. Ich habe vier Akkorde gelernt und das war alles, was ich brauchte. Ich schrieb um die zehn Lieder mit diesen vier kleinen Akkorden und plötzlich fühlte ich mich besser. Wann immer ich mich seit diesem Tag zum Beispiel mit meinem Freund streite, schreibe ich später einen Song darüber, denn dadurch fühle ich mich besser."

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Auf Deiner Website können die Fans diskutieren, welcher Song ihr Favorit ist. Hast Du einen?
"Ich hasse es auszusuchen, es ist wie ein Lieblingskind zu haben. Aber ich muss wohl 'Jar Of Hearts' sagen. Aufgrund dessen, wohin er mich in meinem Leben gebracht hat, er hat mich in das Musikuniversum katapultiert."

Dein erstes Album wird im Januar 2012 veröffentlicht. Es trägt den Titel "Lovestrong.". Was bedeutet er?
"Den Wunsch, den ich für den Zuhörer und für mich habe. Denn ich denke 'Lovestrong.' ist nicht ein Ziel, es ist die Reise, es ist wie ein Verb, wo du verletzt wirst und die Liebe verlierst, sie aber wiederfindest. Du hörst nie auf zu lieben, du gibst nie auf zu lieben, du verlierst nie die Hoffnung. Am Ende kriegst du das Gefühl von Stärke in allen von meinen Songs."

[Laura]

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