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"Im Reich der Raubkatzen"

published: 11.04.2012

Disneynature wurde im April 2008 gegründet mit dem Ziel, die besten Naturfilmer zusammenzubringen, um die Vielfalt des natürlichen Lebens unseres Planeten auf die große Leinwand zu bringen (Foto: Disneynature)Disneynature wurde im April 2008 gegründet mit dem Ziel, die besten Naturfilmer zusammenzubringen, um die Vielfalt des natürlichen Lebens unseres Planeten auf die große Leinwand zu bringen (Foto: Disneynature)

"Im Reich der Raubkatzen" zeigt Leben, Liebe und den Kampf ums Überleben der Könige der Savanne – Löwen und Geparden – inmitten einer der wildesten und artenreichsten Gegenden der Erde, der Masai Mara in Kenia. "Im Reich der Raubkatzen" ist eine wahre Geschichte, in deren Mittelpunkt die Jung-Löwin Mara steht, die mit ihrer starken, mutigen und erfahrenen Mutter inmitten eines Löwenrudels aufwächst. Dann gibt es noch Fang, den stolzen alten Führer des Rudels, der seine Familie vor rivalisierenden Löwen schützt und eines Tages der Übermacht der angreifenden Jugend weichen muss. Und es ist die Geschichte von Sita, einem furchtlosen Geparden-Weibchen, das als alleinerziehende Mutter fünf freche Neugeborene vor tödlichen Gefahren durch Hyänen, Löwen und Geier bewahren und trotzdem täglich auf kräftezehrenden Beutezug für Ihren Nachwuchs gehen muss.

Disneynature zeigt in diesem Abenteuer aus dem wahren Leben, das in mehr als zwei Jahren Drehzeit unter der Regie von Keith Scholey und Alastair Fothergill ("Unsere Erde") entstanden ist, das Reich der großen Raubkatzen wie man sie noch nie zuvor gesehen hat. Ein eindrucksvoller Naturfilm über starke Familienbande, große Emotionen und die Schönheit und Härte des Lebens in der Wildnis. Der Film kommt am 19. April in unsere Kinos

Hier ein exklusives Interview mit den Regisseuren:

Wie entstand die Idee zu "Im Reich der Raubkatzen"?
Alastair Fothergill: Schon früh stand fest, dass Disneynature nicht ausschließlich Dokumentationen produzieren würde. Wir entschieden uns für Filme mit einem starken Plot und emotional berührenden Charakteren – um ganz ehrlich zu sein, existieren auf diesem Planeten nur wenige Tiere, die genug Charisma ausstrahlen, um ein Disney Star zu werden. Vor mehr als zehn Jahren hatten Keith und ich in der kenianischen Masai Mara Region an der TV-Serie "Big Cat Diary" gearbeitet. Ursprünglich war ein achtwöchiges TV-Format geplant, aus dem schließlich zehn Jahre wurden. Während der ganzen Zeit sammelten wir unglaublich viele Informationen über das Verhalten von Löwen und Geparden, so dass wir uns absolut sicher sein konnten, genug Potenzial für ein spannendes Projekt vor uns zu haben.

"Im Reich der Raubkatzen"


Keith Scholey: Ich erinnere mich daran, dass ich beim Sehen von "Der König der Löwen" in den 90er Jahren dachte, dass wir das auch in echt schaffen würden. Als Alastair das Angebot von Disneynature erhielt und mich fragte, ob ich mit ihm arbeiten wolle, waren die Katzen schnell unsere Hauptdarsteller der Wahl. Sie leben ständig am Limit, Tag für Tag, und erleben dauernd außergewöhnliche Abenteuer, bei denen es um Leben oder Tod geht. Ihr Leben spielt sich in dramatischen Shakespeare‘schen Dimensionen ab und lässt sich daher ganz natürlich in ein Drehbuch umwandeln.

Hatten Sie ein Skript oder eine grobe Vorstellung der Story, die Sie zu filmen hofften?
AF: Wir hatten tatsächlich so etwas wie ein klassisches Hollywood-Drehbuch geschrieben, basierend darauf, dass wir aufgrund früherer Erfahrungen 90 Prozent der Ereignisse schon voraussehen konnten. Doch dieses Skript änderte sich ständig. Die Kunst des Tierfilmens besteht darin, unvorhergesehene Ereignisse elegant in die Story zu integrieren. Wir hatten uns für diesen Film Löwen und Geparde ausgesucht, weil man zwischen den Rassen interessante Vergleiche ziehen kann. Bei beiden Tierarten zeigen wir ja die Schwierigkeiten der Mütter bei der Aufzucht ihrer Jungen. Doch die Gepardin ist alleinerziehend, sie ist die Einzelgängerin. Die Löwinnen dagegen werden vom ganzen Rudel unterstützt. Das Leben in solch einem Rudel kann sehr beschützt stattfinden, doch sobald das Rudel auseinanderbricht wird das Überleben darin aufregend und schwierig. Wir wussten also schon vorher zu 100 Prozent, dass wir beim Begleiten dieser beiden Hauptfiguren im selben Gebiet eine tolle Story bekommen würden.

KS: Wir hatten uns an den erfahrenen Drehbuchautor John Truby gewandt, der uns verriet, dass ein Film zwar mit einer dünnen Handlung, aber niemals mit uninteressanten Figuren funktionieren kann. Dabei muss der Gegenspieler fast genauso großartig sein wie der Held. Wir wussten ja, dass wir den Plot nicht kontrollieren konnten, da wir ja reale Ereignisse zeigen wollten. Also lag die Kontrolle darin, durch unsere Auswahl die idealen Hauptfiguren zu finden.

"Im Reich der Raubkatzen" (4 Bilder)

"Im Reich der Raubkatzen"
"Im Reich der Raubkatzen"
"Im Reich der Raubkatzen"
"Im Reich der Raubkatzen"


Wie haben Sie die Auswahl der Tiere getroffen, die Sie begleiten wollten?
AF: Bei der Gepardin war es recht einfach. Wir wussten, dass wir vom Leben einer Gepardenmutter und der Aufzucht ihrer Jungen erzählen wollten; wie viele davon es ins Erwachsenenleben schaffen würden. Wir wissen, dass weibliche Geparde nur sehr selten alle Jungen durchbringen und dass sie in der Tat sogar oft alle Kleinen verlieren. Doch wir kannten Sita als ein recht resolutes Mädchen. Bei den Löwen war es schon schwieriger. Hätten wir ein stabiles Rudel gewählt, wäre nicht viel passiert. Doch Keith entschied sich dezidiert für eine Familie, in der der dominante Löwe Fang seine besten Jahre hinter sich hatte. Und so konnten wir über den Zeitraum der drei verfügbaren Jahre Fangs Entthronung filmen – das wäre ohne eine sorgfältige Auswahl des Orts und der Hauptfiguren niemals passiert. Die Leute reagieren immer ungläubig, wenn wir erzählen, dass das Casting unserer Stars uns genauso wichtig ist wie das Casting von Johnny Depp für "Der Fluch der Karibik".

KS: In vielen Tierfilmen werden die Gegenspieler als Charaktere kaum entwickelt, aber bei diesem Film haben Kali und seine Söhne eine starke Präsenz. Wir hatten immenses Glück, solch eine Truppe böser Jungs als Rivalen zu finden, denn diese Konstellation von fünf Verbündeten kommt sehr selten vor. Und sie haben ihren Job sehr, sehr gut gemacht!

Sie haben zwei Jahre lang jeden Tag gedreht. Wie plant man da seine Zeit?
KS: Die Löwen beanspruchten aus vielerlei Gründen sehr viel Zeit. Sie sind ja primär nachtaktiv, während der Gepard überwiegend tagsüber aktiv ist. Das Löwen-Team war fast das ganze Jahr über vor Ort, ausgenommen einige wenige Phasen, in denen es einfach zu nass wurde und das Bleiben keinen Sinn gemacht hätte. Bei der Gepardin haben wir unsere Bemühungen auf die Anfangszeit mit ihren Jungen konzentriert, denn diese Phase ist einfach hochdramatisch. Später wird es wieder interessant, wenn sie im Begriff sind, ihre Mutter zu verlassen und kurz vor dem Erwachsenwerden stehen. Wir zeigen also vor allem ihre frühe Kindheit und das Ende der Beziehung.

Natürlich kann man während des Filmens das Geschehen nicht manipulieren. Wie schwer ist es aber, nicht einzuschreiten, wenn Tiere in Gefahr geraten?
AF: Ich finde es extrem schwer. Bei den Dreharbeiten zu IM REICH DER RAUBKATZEN hatte unsere Kamerafrau Sophie Darlington die größten Probleme damit. In einer Szene greifen die Gepardenbrüder die Babys an. Sophie war absolut überzeugt davon, dass sie sie umbringen würden. Natürlich könnte man einfach mit dem Land Rover losfahren und sich zwischen die Erwachsenen und die Jungen stellen. Aber das ist nicht drin. Das ist so ziemlich die wichtigste Regel bei der Naturfilmerei.

KS: Irgendwann liebt man diese Tiere genauso wie den eigenen Hund. Und wenn man dann sieht, dass Gefahr auf sie zukommt, würde man am liebsten sagen ‚ich muss das stoppen‘. Doch die Regeln des Parks besagen, dass man einzig als Beobachter vor Ort ist und niemals in den natürlichen Ablauf der Dinge eingreifen darf, was natürlich auch vollkommen richtig ist. Wir müssen uns immer wieder gegenseitig daran erinnern, den Dingen ihren Lauf zu lassen. Die einzige Situation, in der ein Eingreifen legitim wäre, ist, wenn Menschen das Problem überhaupt verursacht haben; wenn etwa ein Tier von einem Auto angefahren wird. Aber wenn sich Wildtiere wie Wildtiere verhalten, muss der Mensch sich zurücknehmen. So hart das auch ist.

Was werden die Zuschauer aus diesem Film mitnehmen?
AF: Wir treten gegen all diese umwerfenden, computergenerierten Actionfilme an – das ist eine ziemliche Herausforderung. Viele Kinogänger leben ja in sehr urbanen Verhältnissen und haben nicht einmal einen Bezug zur Natur ihrer Heimat. Ich hoffe deshalb, dass sie sich auf eine Reise zu all diesen absolut wunderbaren, unberührten Orten einlassen, die glücklicherweise noch existieren. Als Filmemacher bin ich schlussendlich jedoch schon zufrieden, wenn ich den Zuschauern eine Flucht aus ihrem Alltag bieten kann, ihnen eine Erfahrung ermöglichen, die sie im normalen Leben nicht machen.

KF: Der Kernpunkt, das, was ich mir am meisten erhoffe ist, dass die Leute den Film sehen und sich denken ‚Wow, diese afrikanischen Katzen sind absolut großartig‘! Das finde ich wichtig, denn man wird diese Tiere niemals vergessen, sobald man einmal von ihnen fasziniert ist. Wenn man dann hört, dass diese Lebewesen in Gefahr sind, macht man sich Sorgen. Erfahren die Leute, dass die Geparde in bestimmten Gebieten ihren Lebensraum verlieren, hoffe ich, dass sie an Sita denken. Die Hauptaufgabe, die Naturfilme erfüllen können, ist das Bewusstsein für den Wert der Natur zu erhöhen. Je intensiver man den Film wahrnimmt, desto mehr schätzt man den Wert der Natur.

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