Joss Stone - "Introducing Joss Stone" (Foto: Virgin Records) Joss Stone - "Introducing Joss Stone" (Foto: Virgin Records)
CD-Tipp

Joss Stone - "Introducing Joss Stone“

Warum sollte sich Joss Stone vorstellen? Sie, die bereits zwei erfolgreiche Alben veröffentlichte, deren Bekanntheitsgrad mehr als befriedigend sein dürfte?
Das neue Album der Britin mutet sehr viel moderner an, als man es von ihren souligen Flower-Power-Nummern kennt. Sie baut eine Brücke von den 70ern direkt in die heutige Musiklandschaft und verbindet dabei die besten Elemente beider Welten. Indessen befreit sie moderne R´n´B-Szenarien von künstlichem, überproduziertem Geplänkel und fügt ihnen den ehrlichen Habitus alter Klassiker hinzu. Heraus kommt das, womit die Sängerin ihre Hörer nun endlich bekannt machen will: Joss Stone.



Die knapp 20 Jahre junge Sängerin erreicht dabei spielend die Spitzenligen des Souls. Songs wie "Tell Me `Bout It" mit ihrem typischen Sofa-im-Club-Sound lassen sie Seite an Seite mit Aretha Franklin stehen, während der knatschig-knisternde Radio-Klang Bilder aus "Drei Engel für Charlie" und "Colt Sievers" zutage zaubert.

Kurze Zeit später findet man sich im Hier und Jetzt, wenn Fugees-Frontfrau Lauren Hill in "Music" auf sehr entspannte Art und Weise lässige HipHop-Passagen mit Schlaghosen-Zeiten verflicht und Rapper Common dem Profil von "Tell Me What We Gonna Do Now" einen Hauch zeitgenössischen R´n´Bs verleiht. Joss Stone gelingt in diesen Nummern endlich, woran so viele andere scheiterten: die Synthese zweier Stile zu einem stimmigen Gesamtbild.
 


"Put Your Hands On Me" verdient gesonderte Aufmerksamkeit: Metallisch röhrende Drums bestimmen den Verlauf des auf seinen Rhythmus zentrierten Stückes, von denen sich humorig, flappsige Bläser, Hammond-Pfeifen und Gesang führen lassen. Ob eine Motown-Nummer wie "Baby Baby Baby" oder die Soul-Ballade "What Were We Thinking", jeder von Stones Songs rechtfertigt überzeugend seine Anwesenheit auf dem Album.
 


Was beim ersten Hören schon großartig klingt, wird immer noch besser. Diese Scheibe kann nicht nur über einen schlechten Tag sondern einen schlechten Monat hinweg retten. Darf ich vorstellen: Joss Stone? Sehr angenehm!

[Franzisca Teske]

joss stoneIntroducing Joss StoneAlbumneues albumsoulhippieLauren HillMusic