CD-Tipp

Die Fantastischen Vier - "Fornika"

published: 16.04.2007

Die Fantastischen Vier - "Fornika" (Foto: Sony BMG) Die Fantastischen Vier - "Fornika" (Foto: Sony BMG)

Es war einmal vor langer Zeit... ließe sich schlicht ein Text über die deutschen Basis-Rapper Smudo, Thomas D, Michi Beck und Andi Ypsilon beginnen. Allerdings beweisen die Fantastischen Vier mit ihrer neuen Platte zum - ja, zum wie vielten Mal eigentlich? - dass sie nicht einfach in einem schwermütigen "Damals war alles besser" untergehen werden sondern verlässlich vorne mitmischen. Und das ganz ohne den Hauch von Mitleid, der allzu oft alternde Stars umweht.

Ohne große Probleme schließt sich "Fornika" dem Vorgängeralbum "Viel" an, das die Rapper, die in diesem Jahr allesamt die magische 40-Jahr-Grenze umtänzeln, vor nur drei Jahren veröffentlichten. Nach wie vor sind sie erwachsen und stehen dazu.

Elegant gelingt der Einstieg mit "Mehr nehmen", das sich unauffällig, diskret und flüssig ins Ohr schleicht und die Gehörgänge für die Scheibe öffnet. Einen nicht übertriebenen aber souveränen Umgang mit Trends beweist der chillige Elektrosound des Tracks. Im weiteren Verlauf texten sich die Fantas durch ihre Themen: Altern ohne zu denken, man tue es nicht, bissige Auswürfe in Richtung Zwangscooler und Medienverfallener, schlaue Konklusionen bezüglich vergangener Drogenexperimente. Relaxt, sie sind einfach relaxt.

Michi Becks erklärte "Jugendhelden" von der Münchener Freiheit helfen mit Refrainvocals bei der zu Recht als Single gewählten Nummer "Ernten was wir säen" aus. Auch Herbert Grönemeyer und Max Herre kommen zu Wort, beide allerdings in schwächeren Songs. So sind "Einfach sein" und "Was bleibt" - bei allem Respekt - eher lahmer Ausdruck altkluger Statements, im ersten Fall à la "So leicht ist es eben doch nicht", im zweiten als zähes Schlaumeiertum "Lieber ein Ende mit Schrecken..." als andersrum.

Welch ein Glück, dass die Fantastischen Vier nicht ohne scharfzüngige Nummern wie "Nikki war nie weg" oder den Titeltrack "Fornika" auskommen. Mystisch, düster, fast geflüstert spielt sich bei Letzterem ein akustischer Gruselfilm im besten Sinne ab, gekrönt von Günter Amendts dunklem, bassigem Organ, das verkündet: "Dunkelheit bricht übers Land / die Zeiger sind zur Zwölf gewandt / Kreaturen der Hölle Brut / ziehen aus und suchen Blut...".

Album Nummer Sieben ist, was die Fantastischen Vier schon lange sind: souverän, konstant, eingespielt ohne zu langweilen. Eine Formation aus Rappern, deren "Artikul-Art" mal wieder überzeugt und hoffentlich noch lange präsent bleiben wird.

[Franzisca Teske]

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www.diefantastischenvier.de

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