CD-Tipp

Avril Lavigne - "The Best Damn Thing"

published: 21.04.2007

Avril Lavigne - "The Best Damn Thing" (Foto: Sony BMG) Avril Lavigne - "The Best Damn Thing" (Foto: Sony BMG)

Ob es wirklich "The Best Damn Thing" ist, das die Kanadierin Avril Lavigne mit ihrem so betitelten dritten Album da abliefert? Schwer zu glauben ist es allemal, selbst der geneigte Hörer kommt leider nicht umhin, es zuzugeben: Die freche Punkrockerin rockt nicht mehr, ganz zu schweigen vom Punk... Die 22-Jährige vollzieht nicht allein äußerlich eine Entwicklung, die sich mit blondierter Mähne, pinkem CD-Outfit und netter Traumhochzeit auch dem größten Ignoranten erschließt. Auch ihre Musik hat sich verändert und ist erwartungsgemäß poppig ausgefallen, was ja erst einmal nichts Schlechtes bedeutet, durchaus aber misstrauisch macht.

Der Opener "Girlfriend" geht schnell ins Ohr und eignet sich unbedingt zur leichten Zerstreuung und aufgeregter Tanzakkrobatik. Als kleines Goodie liefert die 22-Jährige sogar noch eine Version mit deutschem Refrain im Anhang - "Hey hey, you you, isch mag deine Freundin nischt. No way, no way, isch glaub´ du brauchst ´ne neue." Ohne Worte.

Kaum bemerkt man den Übergang zu "I Can Do Better", das spätestens beim "Hey, Hey"-Refrain auch textlich mit seinem Vorgänger verschwimmt. Titeltrack "The Best Damn Thing" wirft schließlich bohrende Fragen auf: Was genau ist jetzt das Beste, das Album, der Mann oder gar Avril selbst? Was hat das Wort "Hey", was andere nicht haben? Und imitiert sie zu Beginn des Songs etwa Gwen Stefani?

Noch ehe man sich versieht, befindet man sich in der nichtssagenden Ballade "When You´re Gone", die zum Glück recht unbemerkt vorbeizieht, ohne tiefere Spuren zu hinterlassen. Spätestens an dieser Stelle lockt die Versuchung, die CD auszuschalten, die restlichen Songs keiner Zeile mehr zu würdigen und sich entspannt zurückzulehnen. Doch vielleicht folgt ja noch ein Lichtblick - am Ende des Tunnels sozusagen.

Es schließt sich eine gitarrenlastigere Nummer ("Everything Back But You") an, die zum wiederholten Male klarstellt, dass die arme Avril schon böse Erfahrungen mit der Spezies Mann machte, und einige ruhigere ( "Hot", "Innocence"), die ihr süßes Glück mit Ehemann Deryck Whibley bescheinigen - und gefälligst seins mit ihr. Nichts überzeugt mehr von der absoluten Pärchen-Harmonie als die nett gemeinte Drohung an die weibliche Welt in "One Of Those Girls": "I Know Your Kind Of Girl, You Only Care About One Thing...".

Kein Lichtblick. Einzig nicht gänzlich leere Hülse bleibt das Ende "Keep Holding On". Hätte sich Avril Lavigne entschlossen, diese Ballade an den Anfang des Albums zu stellen, hätte sie wenigstens schon ein passendes Motto formuliert.

[Franzisca Teske]

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Links

www.avrillavigne.com

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