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CD-Tipp

Comeback der No Angels mit "Destiny"

published: 01.05.2007

No Angels - "Destiny" (Foto: Polydor) No Angels - "Destiny" (Foto: Polydor)

Mit über fünf Millionen verkauften Platten drehten die No Angels zwei Jahre lang auf dem Promotion-Karussell ununterbrochen ihre Runden, angetrieben von ihrem Management. Das Konzept der Band war einfach und nicht neu, sondern von einer englischen Girl-Group "entliehen": Fünf optisch und stimmlich unterschiedliche Mädchen verkörpern verschiedene Charaktere, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Die No Angels sackten alles an Preisen ein, was man sich vorstellen kann: Echo, Bambi, Bravo-Otto, 1-Live-Krone und World Music Award. Die Mädchen schafften es sogar, das Image der Casting-Band loszuwerden. Der Etablierung als vollwertige Band schien nichts mehr im Weg zu stehen. Dann wurde Jessica schwanger, vom Management aus der Band entfernt, die übrigen Mitglieder zerstritten sich. Durch die pausenlosen PR-Auftritte standen alle kurz vor dem Burnout und schließlich trennte sich die Band Ende 2003. Die wenig erfolgreichen Solo-Pfade führten die Ex-Engel durch Bundesvision-Song-Contest, Promi-Tanzen und Wok-WM.

Die No Angels wollen es nun zu viert, ohne Vanessa, noch einmal wissen und legen mit "Destiny" ihr Comeback-Album vor. Sie präsentieren sich auf ihrem vierten Album erwachsener und Lady-like. Die "Küken" sind zu jungen Damen gereift, wie der größte Teil der alten Fan-Gemeinde auch. Alle No Angels sind ohne Frage talentierte Sängerinnen. Auch wenn es solo nicht gut geklappt hat, zusammen harmonieren die Stimmen zum eigenständigen No-Angels-Sound mit hohem Wiedererkennungswert.

Allerdings wird auf "Destiny" kein Risiko eingegangen, Balladen und Mid-Tempo-Nummern dominieren. Leider kommt das Gefühl auf, die Songs schon irgendwo gehört zu haben. Einzig die zweite Single "Maybe" mit der eingängigen Basslinie aus "Come Together" der Beatles, und der eindeutig von Nelly Furtado inspirierte Song "Been Here Before" heben sich positiv hervor und bleiben im Ohr hängen.

Die Zukunft wird zeigen, ob die Fans "ihren Engeln" treu geblieben sind und ob die No Angels mit "Destiny" neue Fans gewinnen können. Hätte Vanessa dem Comeback zugestimmt und die No Angels wären vollzählig angetreten, wäre die kleine Pop-Sensation größer ausgefallen. Man darf nicht vergessen, dass nach dem Ausscheiden von Jessica, als die No Angels das erste Mal nur noch zu viert unterwegs waren, die Erfolgskurve bereits begann, stark nach unten abzufallen.

[Jan van Hamme]

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Links

www.noangels-music.de

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