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Linkin Park im Interview

"Nicht aufhalten lassen"

published: 28.05.2007

Linkin-Park-Sänger Chester bezeichnet sich als guten Vater  (Foto: Public Address) Linkin-Park-Sänger Chester bezeichnet sich als guten Vater (Foto: Public Address)

Mit nur zwei Studio-Alben katapultierte sich die Nu-Metal-Formation Linkin Park an die Spitze der Rock-Großverdiener. Ihre Hits wie "Crawling" oder "Breaking The Habit" singen auch Popfans. Die Band um Chester Bennington und Mike Shinoda stieß mit "Hybrid Theory" in die A-Liga vor und etablierte sich mit "Meteora". Nachdem die melodischen Rocker mit Jay-Z die Crossover-Platte "Collision Course" inklusive "Numb/Encore" aufnahmen, steht mit "Minutes To Midnight" das erste Studio-Album seit vier Jahren in den Läden. Unikosmos traf Sänger Chester und Gitarrist Brad Delson in Berlin.

Chester, dir stoßen auf Tourneen anscheinend häufiger ungewöhnliche Unfälle bzw. Krankheiten zu: Man hat schon von einem Schlangenbiss und einer Fehlfunktion des Zwergfells gelesen. Ist dieses Mal auch schon etwas passiert?
Chester: "Ja, ich hatte wieder einen ungewöhnlichen Unfall! Beim Laufen hat sich nach etwa acht Kilometern mein linkes Knie abgemeldet. Ich habe mir wahrscheinlich Muskeln gezerrt oder so, auf jeden Fall ging es mir im einen Moment noch gut und im nächsten ging gar nichts mehr."

Tat es richtig weh?
Chester: "Ja, ich musste angehalten, habe ein bisschen Gymnastik gemacht und bin dann zurückgegangen. Als ich mit dem Duschen fertig war, war es schon so schlimm, dass ich kaum gehen konnte. Bis heute waren dann Bandagen und Ruhe angesagt. Ich sollte also in nächster Zeit auf der Bühne nicht so viel herumspringen. Aber ich werde mich davon wohl nicht aufhalten lassen..."

Ihr tretet wieder bei „Rock am Ring / Rock im Park“ auf. Wie ist das für Euch?
Chester: "Das ist immer eine Ehre, weil dieses Festival eine solche Geschichte hat und immer haufenweise gute Bands da sind. Am Anfang sind wir am frühen Nachmittag aufgetreten. Dann haben wir uns hochgearbeitet und jetzt sind wir Headliner. Das ist Wahnsinn, dass wir schon so viel in unserer Karriere erreicht haben!"

Wie fällt der Vergleich mit US-Festivals aus?
Chester: "Das Publikum ist sehr ähnlich. In Deutschland kommen nur sehr viel mehr Leute zu den Shows. Aber die Festivals in den USA wachsen im Moment stark: Zum Bonnaroo Festival im letzten Jahr sind über einige Tage über 100.000 Leute gekommen. Auch bei Lollapalooza waren viele Leute. Coachella ist eine weiteres Festival, das größer geworden. Früher war das ein Indie-Festival und jetzt spielen da mehr als 100 Bands."
Brad: "Die USA versuchen, zu Europa aufzuschließen."

Seit eurem letzten Studio-Album sind vier Jahre vergangen. Brauchtet ihr mal eine Pause?
Chester: "Wir hatten keine jahrelange Pause! Wir haben ein Live-Album veröffentlicht und waren zwei Jahre lang auf Tour. Danach hatten wir sechs Monate frei, aber in der Pause hat Mike das Fort-Minor-Album fertiggestellt. Wir haben auch noch ‚Collision Course’ herausgebracht. Und danach haben wir 14 Monate im Studio an dieser neuen Platte gearbeitet. Also waren wir fast die ganze Zeit schwer beschäftigt!"

Heißt das, dass Ihr eigentlich jetzt eine Pause bräuchtet?
Chester: "Mike und ich hatten keine Pause, weil wir an eigenen Platten gearbeitet haben. Ich habe außerdem noch andere Geschäfte, z. B. meine Tattoo-Läden. Und ich habe einen Haufen Kinder: vier Jungs. Sie sind elf, zehn, fünf und eins."

Bist Du ein guter Vater?
Chester: "Das müsstest du eigentlich sie fragen. Ich glaube schon. Ich werde mit der Zeit immer besser. Ich liebe es, mit ihnen zu spielen. Meine Kinder sind das wichtigste für mich. Ich bin oft mit ihnen zusammen, bestimmt öfter als der Durchschnitts-Vater. Als ich aufwuchs, hat mein Vater immer gearbeitet."

Im Video zu eurer neuen Single "What I’ve Done" tauchen Adolf Hitler und Saddam Hussein auf. Wieso?
Brad: "Chester und Mike haben sehr hart an den Texten zum neuen Album gearbeitet, sodass sie viele Bedeutungsebenen haben. Jeder kann sich etwas für sein eigenes Leben herausziehen. Joe hat sich für das Video eine Ebene ausgesucht, die er visuell erkundet. Wenn der Song von Erneuerung handelt, geht es Joe darum, wie die Menschheit sich selbst und die Welt behandelt hat. Es gibt traurige, verstörende Bilder, aber auch hoffnungsvolle."
Chester: "Im Clip sind viele positive und negative Bilder. Alle Menschen haben eine destruktive und konstruktive Seite. Es geht darum, wie wichtig es ist, die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen. Es fällt auf, dass allen Menschen, die das Video gesehen haben, zunächst die schlimmen Bilder auffallen. Niedliche Eisbären behält niemand im Gedächtnis. Aber jemanden zu sehen, der Heroin spritzt, oder ein Baby, das verhungert – das merkt sich jeder."

Chester, stimmt es, dass du Madonna-Platten sammelst?
Chester: "Ja, Madonna ist eine großartige Künstlerin. Ich habe jetzt nicht jedes Merchandising-Teil, das sie herausbringt. Aber ich habe jeden Song von ihr. Von ‚Like A Virgin’ bis zu den aktuellen Sachen habe ich alles gekauft. Dabei kaufe ich gar nicht viele CDs. Das lenkt mich sonst von meinem eigenen Stil ab."
Brad: "Ich darf mir die Madonna-Sachen ausleihen."
Chester: "Ich bin nicht Mike Shinoda, der alles kauft, was auf den Markt kommt!"

Hast du Madonna je getroffen?
Chester: "Nein, ist mir auch egal. Das ist kein Ziel von mir. Ich schätze an ihr, dass sie ihren Sound und Stil gut ändern kann. Ich mag Künstler, die sich weiterentwickeln."

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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