Studie zur Digitalisierung

So gut kann Deutschland Internet

published: 16.11.2016

Wie digital ist Deutschland? Und wie digital seine Schulen? Ergebnisse einer Studie der Initiative D21 geben Aufschluss   (Foto: Evgeny Atamenenko/Shutterstock.com) Wie digital ist Deutschland? Und wie digital seine Schulen? Ergebnisse einer Studie der Initiative D21 geben Aufschluss (Foto: Evgeny Atamenenko/Shutterstock.com)

Nimmt die Mehrheit der Bundesbürger kann, man könne das Internet löschen, oder sind wir alle längst Instagram-Snapchat-Hashtag-Profis? Eine neue Studie hat den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren erhoben. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) präsentiert die Initiative D21 e.V. die Ergebnisse des D21-Digital-Index 2016. Wir haben für euch einen genaueren Blick auf die Ergebnisse geworfen.
 

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Oma hat das Internet entdeckt

Ein Fremdwort ist das Internet den meisten nicht mehr: 79 Prozent der Deutschen nutzen mittlerweile die Welt der Suchmaschinen und unterhaltsamen Memes. Auch die Zahl der älteren Internetnutzer steigt: Bei den über 70-Jährigen surfen rund 36 Prozent — im Vorjahr waren es lediglich 30 Prozent #nichtschlecht.

Trotz dieser steigenden Zahlen ist die Entwicklung der Digitalisierung in Deutschland gar nicht so rosarot wie erwartet — im Real Life gibt es leider keinen Farb-Filter. Fakt ist, dass der D21-Digital-Index bei 51 stagniert und im Gegensatz zu 2015 sogar gesunken ist. Der Index setzt sich aus den vier Kategorien Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit zusammen — schlussendlich kann ein Index von bis zu 100 erreicht werden. Deutschland steht also gar nicht so gut da. Vor allem die Bereiche digitale Kompetenz und Offenheit lassen zu wünschen übrig. Internet ist eben gar nicht so einfach, wie man denken mag. Siri kann nicht immer helfen.
 

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Kommt die digitale Spaltung?

Klar ist: Die Anforderungen an die Internetnutzer steigen ständig. Neue Apps, neue Smartphones, neue Funktionen, neue Trends, neue Hashtags. Der Wandel ist das einzig Konstante. Und das erzeugt ein Ungleichgewicht in der Gesellschaft — denn nicht jeder kann mit dem Tempo mithalten. 18 Millionen Menschen verfügen über kaum bis sehr wenig Digitalkompetenz, rund 30 Millionen gehören zu den digital Mithaltenden und 21 Millionen zählen zu den digitalen Vorreitern.

Und auch wenn die Zahl der digitalen Schlauköpfe nicht gering ist, muss noch mehr getan werden, "um die digitale Spaltung zu überwinden. Wir müssen auch diejenigen erreichen, die digital im Abseits stehen oder gerade noch so mit der Entwicklung Schritt halten. Wir müssen für die bessere Vermittlung von Digitalkompetenzen schon in der Schule sorgen", so Staatssekretär Machnig anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse.
 

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Gegenwärtige Steinzeit: Der Overhead-Projektor

Und damit spricht Machnig einen zentralen Punkt an: die Schule. Denn als Ort der Bildung und Vorbereitung aufs Leben sollte dort begonnen werden, digitale Kompetenzen zu vermitteln. Eigentlich. Denn leider ist dies momentan nicht der Fall. Aus der ebenfalls veröffentlichten Sonderstudie "Schule Digital“ geht hervor: Overhead-Projektoren werden noch deutlich häufiger eingesetzt als Laptops, Beamer oder Whiteboards. Und das im Jahr 2016. Jetzt wissen wir zumindest, woher Grumpy Cat ihre schlechte Laune hat. Doch auch Lehrer, Schüler sowie Eltern sind nicht zufrieden mit der digitalen Ausbildung an Schule. Vollkommen zurecht.

Probleme könnten so einfach gelöst werden — z.B. indem einfach die Geräte der Kinder, die sie sowieso besitzen, auch im Unterricht eingesetzt werden. Schwerer zu lösen ist hingegen die Tatsache, dass sich viele Lehrkräfte nicht in der Lage zu fühlen, digitale Kompetenzen zu vermitteln. Dazu haben sie selbst zu wenig Fachkenntnisse. Eine Situation, die insgesamt unzufrieden macht und auch im Hinblick auf die Zukunft wenig freudig stimmt. Denn, so Maching, "Ditigalkomeptenzen sind eine zentrale Kulturtechnik im 21. Jahrhundert, um sich selbstbestimmt und verantwortungsvoll in der digitalisierten Welt bewegen zu können". Doof für den, der es eben nicht kann.
 

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Deshalb: Wenn ihr an Weihnachten eure Familien seht und Oma mal wieder verzweifelt versucht, das Internet aus dem Papierkorb zu holen und der kleine Cousin daran interessiert ist, wie man denn die neuste App bedient — dann verdreht nicht genervt die Augen, sondern gebt euer Wissen weiter. Aber wartet damit zumindest bis nach dem Essen. Denn beim gemeinsamen Zusammensitzen am Handy rumzuhängen ist sicherlich keine der Digitalkompetenzen, die unser Leben in Zukunft bereichern.

Hier findet ihr alle detaillierten Ergebnisse des D21-Digital-Index 2016 sowie der Sonderstudie "Schule Digital“.

Die Autorin: Jana Schütt

Die Autorin: Jana Schütt

1993 geboren. Aufgewachsen in einem Dorf in Niedersachen zwischen Kühen und katastrophalen Busverbindungen – gelandet in der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dann ging es für Jana erstmal ab in die Werbung, als Texterin arbeiten. Inzwischen ist sie an der Uni Hamburg, um etwas über Soziologie und Medien- und Kommunikationswissenschaften zu lernen. Die Pointer-Autorin mag kein Gemüse, Kartoffelchips findet sie aber voll okay. Größter Traum: Niklas Luhmann auf einen Pfefferminztee treffen.

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Alle Ergebnisse der Sonderstudie "Schule Digital“

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