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Facebook und die Filterblase

published: 02.09.2017

Wie leicht ist es wirklich, bei Facebook in eine Filterblase zu geraten? (Foto: Hadrian / Shutterstock.com) Wie leicht ist es wirklich, bei Facebook in eine Filterblase zu geraten? (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Schonmal was von Filterblasen gehört? Wenn du Facebook-Nutzer oder auch bei anderen sozialen Netzwerke angemeldet bist, bist du nahezu tagtäglich der möglichen Wirkung dieses Phänomens ausgesetzt. Sicherlich kennst du es, wenn du durch deinen News-Feed bei Facebook scrollst und plötzlich Websites vorgeschlagen bekommst, die genau die Produkte anbieten, die du nur Minuten zuvor bei Google eingegeben hast. Oder dir wird eine unfassbare Nachricht angezeigt, von der deine Freunde noch gar nichts gehört haben. Das alles ist Facebooks geniales aber ebenso leicht befremdliches Werk. Was auch immer für Beiträge, Bilder oder Videos du mit "Gefällt mir" markierst, wird registriert, und du wirst mit weiteren ähnlichen Inhalten zugeschüttet. Jetzt zurück zu dem Problem mit den Filterblasen: In eine solche kannst du nämlich leicht geraten, wenn deine Nachrichtenquellen so stark personalisiert werden, dass sie dein Meinungsbild, gerade wenn es um politische Themen geht, grundlegend beeinflussen.

#kurzerklärt: Facebook und Google - Filterblasen gefährden Demokratie Wenn wir Informationen nur noch über Facebook, Twitter und Google bekommen, kann das dafür sorgen, dass wir immer weniger offen für Meinungen sind, die nicht unsere eigenen sind und Konflikte immer #kurzerklärt: Facebook und Google - Filterblasen gefährden Demokratie

#kurzerklärt: Facebook und Google - Filterblasen gefährden Demokratie


Ob und in welchem Ausmaß dieses tatsächlich stattfindet, wurde jetzt im Rahmen einer Studie näher betrachtet. Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine Forschungsarbeit zum Thema "Ganz meine Meinung? Informationsintermediäre und Meinungsbildung – Eine Mehrmethodenstudie am Beispiel von Facebook" durchgeführt. Die Autoren beschäftigen sich mit der Frage, ob es der Wahrheit entspricht, dass Facebook mit seinen auf die Nutzer zugeschnittenen, gefilterten Informationen diese auch in ihrer Meinungsbildung beeinflusst.

Kein Grund zur Panik: Die Studie macht in erster Linie deutlich, dass Facebooks Rolle als Meinung-beeinflussendes Medium deutlich überschätzt wird. Diese Aussage beruht darauf, dass Facebook für die Mehrheit der Nutzer nicht die einzige Informationsquelle darstellt. Wenn du dir selber überlegst, aus was für Quellen du dir deine Nachrichten holst, kommen da wahrscheinlich auch mehr Medien als nur Facebook zusammen.
 

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Prof. Birgit Stark vom Institut für Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hebt dazu hervor, dass die Filterblasen bei Facebook gar nicht so schnell entstehen könnten. Das läge daran, dass die "normalen" Inhalte die personalisierten in ihrer Häufigkeit deutlich ausstechen. Solange das der Fall ist, sei es sehr unwahrscheinlich, in eine Filterblase zu geraten und damit in seiner Meinungsbildung beeinflusst zu werden. Gerade für die jungen Generationen, die nunmal die Zukunft Deutschlands sind, ist es besonders wichtig zu wissen, mit was für Informationen und Methoden sie es online zu tun haben. Wenn du also versuchst, die Menge deiner klassischen und der personifizierten Informationen im Auge zu behalten, kannst du vielleicht helfen vorzubeugen, in einer Filterblase zu landen.
 

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Aber eben nicht nur das Medium Facebook an sich ist eine potenzielle Gefahr für die Manipulation deiner rationalen Meinungsbildung. Auch die immer häufiger auftretenden Fake News, die im Netz kursieren, können dich durch ihre Täuschung ungewollt in eine bestimmte Richtung schubsen, in die du sonst nicht geraten wärst. Allein aus diesem Grund ist es von enormen Vorteil, wenn du mehr als nur eine Quelle zu deiner eigenen Information hinzuziehst, am besten auch seriöse Nachrichtenportale. In der Studie sagt LfM-Direktor Tobias Schmid dazu: "[...] Die Medienanstalten setzen sich weiter dafür ein, dass sich Menschen ihre Meinungen auf Basis von Tatsachen bilden können und nicht auf Basis manipulierter Nachrichten."
 

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Neben der Tatsache, dass die Studie jeden Internet-Surfer wieder darauf aufmerksam macht, dass in der Online-Welt Vorsicht geboten ist, hat sie für das junge Deutschland noch eine weitere wichtige Nachricht: Man sollte sich niemals seine Meinung allein anhand von Inhalten aus sozialen Netzwerken bilden. Sich einen neutralen Überblick über eine Situation zu verschaffen, ist dort nämlich alles andere als leicht, wenn man mit Eindrücken überflutet wird. Besonders wichtig ist diese aufmerksame Vorgehensweise jetzt kurz vor der Bundestagswahl. Stelle sicher, aus welchem Grund du eine bestimmte Partei wählst, und denke gut darüber nach, dass es wirklich deine Meinung ist, die du die vertrittst.


 
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[Pauline Brenke]

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Hier kannst du die Studie kostenfrei bestellen oder herunterladen

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