Neue Studie

Wie Instagram und Co. die Gleich­berech­tigung ausbremsen

published: 22.08.2019

Soziale Netzwerke sind unsere täglichen Begleiter. Eine Studie zeigt jetzt, dass Instagram und Co. stereotype Rollenbilder fördern (Foto: ImYanis/Shutterstock) Soziale Netzwerke sind unsere täglichen Begleiter. Eine Studie zeigt jetzt, dass Instagram und Co. stereotype Rollenbilder fördern (Foto: ImYanis/Shutterstock)

Mit sozialen Plattformen wie Instagram, YouTube und Co. verbinde ich vor allem, dass man sich dort kreativ ausleben, zu sich selbst stehen und andere auf diese Weise inspirieren kann. Umso erschreckender sind die Ergebnisse einer neuen Studie: Die Kinderrechtsorganisation Plan International zeigt: Junge Frauen und Männer orientieren sich auf sozialen Plattformen weitgehend an stereotypen und veralteten Rollenbildern.

1.000 Leute befragt

Zu ihrem Nutzerverhalten bei Instagram, YouTube und Facebook sowie zu ihren Ansichten zu Rollenbildern und Gleichberechtigung wurden insgesamt 1.000 junge Frauen und Männern in Deutschland befragt. Die Ergebnisse des Berichts "Rollenbilder in den sozialen Medien und ihre Auswirkungen auf die Gleichberechtigung" zeigen: Ein Drittel der befragten Mädchen und Frauen sowie über die Hälfte der Jungen und Männer, die täglich Instagram, Facebook und YouTube nutzen, finden es in Ordnung, wenn Frauen für die gleiche Arbeit weniger verdienen als Männer. Wenn es um die Rollenverteilung im Alltag geht, lässt sich eine ähnliche Tendenz erkennen: 57 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen sind der Ansicht, dass Hausarbeit immer noch Frauensache sei. Zudem sollten Frauen in erster Linie schlank und hübsch sein, Männer vor allem stark und gut gebaut.
 

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Beunruhigendes Ergebnis

Kein erstrebenswertes Ergebnis, findet Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland. "Ausgerechnet in den sozialen Medien, dem modernen digitalen Zuhause der Millennials und Centennials, begegnen wir völlig überalterten Rollenbildern. Das ist beunruhigend, denn Gleichberechtigung ist die wichtigste Voraussetzung dafür, um Armut nachhaltig zu bekämpfen. Zu diesem UN-Nachhaltigkeitsziel hat sich die Weltgemeinschaft, und damit auch Deutschland, verpflichtet. Doch nach wie vor ist in keinem Land der Welt echte Gleichberechtigung erreicht, auch bei uns nicht."
 

Instagram Post

Social Media bremsen die Gleichberechtigung aus! Bei Instagram, YouTube und Co. finden sich vielfach veraltete Rollenbilder, die Auswirkungen auf die Lebensweise und Einstellung der Nutzer*innen haben. . Unsere Befragung von 1.000 jungen Menschen im Alter von 14 bis 32 Jahren aus ganz Deutschland hat ergeben: Je intensiver die Social Media-Nutzung, desto stereotyper die Ansichten über die Rollenverteilung von Mann und Frau! Dadurch werden einseitige, unvollständige und verzerrte Geschlechterrollenbilder - von Mädchen und Frauen sowie von Jungen und Männern! - immer wieder rekonstruiert und manifestiert. . Das hat weitreichende Konsequenzen: Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt werden ständig unterschätzt, ausgebremst und übergangen. Sie sitzen nicht mit am Entscheidungstisch, sondern werden systematisch von Machtpositionen ferngehalten. . Um das zu ändern, fordern wir mit #GirlsGetEqual echte Gleichberechtigung! Die ist nämlich Grundvoraussetzung für eine gerechtere Welt. Dafür ist es auch notwendig, Stereotype aufzubrechen und veraltete Rollenbilder und Vorbilder durch zeitgemäße zu ersetzen! Denn Mädchen wie Jungen brauchen Identifikationsfiguren, die sie stark machen. . ➡️Den Link zum Bericht und mehr findet ihr in unserer Story und in der Bio! . #socialmedianews #Gleichberechtigung #genderequality #rollenbilder #rolemodels #Vorbilder #genderroles #SocialMedia #socialmedialife #changeneeded #changemaker #socialmediacontent #content #contentcreator #contentisking #contentcreation #femaleempowerment #influencer #influence #influencers #equality #representation #media #storytelling #equalrights #equalchances #equalityforall #empowerment #empoweringwomen

— planinternationaldeutschland August 20, 2019

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Stereotype sind noch immer selbstverständlich

Auch hier in Deutschland sind Stereotype leider immer noch so stark in unserem Unterbewusstsein verankert, dass wir sie teilweise gar nicht wahrnehmen. Dabei sind genau diese Bilder und Verhaltensmuster die Schnittstellen, um etwas zu ändern. Gerade soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit, dort einzuhaken und junge Menschen im positiven Sinne zu beeinflussen.

Die Autorin: Anna Mohme

Die Autorin: Anna Mohme

Kaffee-Junkie, Yoga-Fan, Sonnen-Liebhaberin. Anna ist in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein zwischen Pferden und Heuhaufen groß geworden. Nach dem Abi packte sie das Fernweh. Nach einer Weltreise durch Australien, Neuseeland und Asien kehrte sie in ihre Geburtsstadt Hamburg zurück, um ihren Traum vom Journalismus zu verwirklichen. Für Pointer schreibt sie darüber, wie es nach der Schule weitergehen kann, über Reiseziele und leckere Rezepte.

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Kinderrechtsorganisation Plan International
Bericht zur Studie

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