Datenklau

iPhones gehackt - China unter Verdacht

published: 03.09.2019

Über zwei Jahre hinweg konnten Daten von iPhones ausgespäht werden (Foto: Artem Oleshko(Shutterstock.com) Über zwei Jahre hinweg konnten Daten von iPhones ausgespäht werden (Foto: Artem Oleshko(Shutterstock.com)

Es ist der größte bislang bekannt gewordene Hackerangriff auf Apples iPhones: Wie ein Team von Google-Mitarbeitern herausfand, wurden über zwei Jahre private Informationen von iPhone-Nutzern geklaut. Es wurden unter anderem Bilder, WhatsApp-Nachrichten, iMessages und sogar der Standort ausgespäht. Was Google bei Bekanntmachung des iPhone-Hacks verschwieg: Der Angriff richtete sich offenbar ebenfalls auf Smartphones mit dem Android-Betriebssystem von Google und Windows-PCs, wie das Magazin "Forbes" berichtet. China ist jetzt unter Verdacht geraten, hinter dem Hackerangriff zu stehen und auf diese Weise die muslimische Minderheit der Uiguren ausgespäht zu haben. Pointer fasst für dich die Geschehnisse zusammen.

Späht China eine muslimische Minderheit aus?

Das Technologieblog "TechCrunch" und "Forbes" berichteten unter Berufung auf informierte Personen, dass die Spionageangriffe auf die Volksgruppe der Uiguren ausgerichtet gewesen seien. Damit kommt vor allem China als Urheber der Hackerangriffe in Frage. Der muslimischen Minderheit wird von der chinesischen Regierung Separatismus und Terrorismus vorgeworfen, was von Peking als Grund für eine starke Überwachung der Uiguren genutzt wird. Mithilfe des Hackerangriffs sollten so viele Informationen wie möglich über die Volksgruppe gesammelt werden, sagte der Experte Cooper Quintin gegenüber "Forbes". Laut der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" sind eine Million Menschen in der Provinz Xinjiang, der Heimat der Uiguren, in Umerziehungslagern inhaftiert. Die meisten davon gehören der muslimischen Minderheit an.
 

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Nicht nur Chinesen betroffen

Zwar war die Schadsoftware auf die Uiguren abgestimmt, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass auch andere Internetnutzer von dem Hackerangriff betroffen sind. Meistens wurden die Nutzer durch einen Link auf die schadhaften Internetseiten aufmerksam, aber diese tauchten auch in Google-Suchen auf. Damit konnte jeder, der auf Google unterwegs war, versehentlich dort landen und Opfer eines Datendiebstahls werden. Apple schloss zwar bereits im Februar mit einem Software-Update die Sicherheitslücke, doch da auch Passwörter ausgespäht worden sein können, sind Spätfolgen nicht ausgeschlossen. Inteessant: Wie "Forbes" berichtet, sind auch Android-Smartphones und Windows-PCs von dem Hackerangriff betroffen. Google hatte zuvor nur die Angriffe auf iPhones öffentlich gemacht.
 

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— pocketpcch May 16, 2019

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Neustart entfernt Angreifer-Software

Die Angreifer gingen den Google-Experten zufolge eher unprofessionell vor. Sie bemühten sich demnach nicht, ihre Aktivitäten zu verbergen und ihr Server war relativ leicht zu blockieren. Ein einfacher Neustart des Geräts genügte, um die Software der Angreifer zu entfernen. Doch ob bis zu einer solchen Gegenmaßnahme bereits persönliche Daten entwendet wurden, kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Auch ob du selbst von dem Hackerangriff betroffen bist, ist nur schwer herauszufinden. Google hat die Adressen der Angriffsseiten nicht veröffentlicht, weshalb Nutzer nicht nachvollziehen können, ob sie eine der schadhaften Internetseiten besucht haben. Der IT-Sicherheitsexperte Jake Williams vermutete im Magazin "Wired", dass eine Regierungsbehörde und deren unerfahrene Programmierer hinter den Angriffen stecken könnten - und die Angriffe so lange unentdeckt blieben, weil sie sich nur auf ein Land richteten. Diese Vermutung erhärtet den Verdacht, China stecke hinter den Hackerangriffen.
 

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Unangenehme Fragen für Google

Zuerst verschwieg Google, wissentlich oder unwissentlich, Angriffe auf Android- und Windows-Geräte und rückte stattdessen die Sicherheitslücken von iPhones in den Vordergrund. Jetzt veröffentlicht das Internetunternehmen die technischen Details des Hacker-Angriffs nur wenige Tage vor Apples jährlicher Keynote am 10. September. Auf dieser Veranstaltung werden die neuesten Geräte und Software-Updates vorgestellt. Meist startet kurze Zeit später der Verkauf der neuen Apple-Produkte. Ob Google aus taktischen Gründen die Details der Sicherheitslücke bei Apple zu diesem Zeitpunkt öffentlich gemacht hat und dem Konkurrenten auf diese Weise schaden wollte, bleibt ungewiss. Auf jeden Fall gibt es einige unangenehme Fragen, denen sich Google stellen muss.
 

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Der Facescann vereinfacht bereits bei vielen Herstellern das Entsperren des Handys. Aber wie gut funktioniert diese Technologie tatsächlich und wie sicher ist sie? Nach einem Test von @macwelt konnten 38 % der Gesichtserkennungen auf den Smartphones, wie u.a. dem iPhone, getäuscht werden. Wie sind Eure Erfahrungen? In den Kommentaren befindet sich der Link zum Test ! #facescann #faceid #sicherheit #entsperren #test #smartphone #macwelt #gesichtserkennung #technologie #newtechnology #handy #sicherheitslücke

— iam_global_gmbh June 18, 2019

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Die Autorin: Hannah Reuter

Die Autorin: Hannah Reuter

Hobbyköchin, Schoko-Junkie, Ordnungsfreak: In Hannover geboren und aufgewachsen, unternahm Hannah nach dem Abi eine Interrailreise quer durch Europa. Anschließend zog sie der Traum vom Journalismus in die Medienstadt Hamburg, wo sie seit 2018 Politikwissenschaft studiert. Sie liebt es zu reisen, erkundet momentan aber vor allem ihre Wahlheimat. Für Pointer schreibt Hannah über Themen rund ums Studium und den Uni-Alltag.

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Links

Hier geht's zum Artikel von "Human Rights Watch"
Hier geht's zum Artikel des Magazins "Forbes"
Hier geht's zum Artikel von "TechCrunch"
Hier geht's zum Artikel des Magazins "Wired"

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