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"Die Zerstörung der Presse": Rezo kritisiert Medien

published: 02.06.2020

Der YouTuber Rezo hat ein einstündiges Video hochgeladen, in dem er sich mit Medien und Verschwörungstheorien auseinandersetzt (Foto: YouTube-Kanal "Rezo ja lol ey") Der YouTuber Rezo hat ein einstündiges Video hochgeladen, in dem er sich mit Medien und Verschwörungstheorien auseinandersetzt (Foto: YouTube-Kanal "Rezo ja lol ey")

In seinem neuen Video "Die Zerstörung der Presse" setzt sich der YouTuber Rezo eine Stunde lang mit den Medien und Verschwörungstheoretikern auseinander. Trotz des reißerischen Titels wendet sich der 27-Jährige, der auch als "Zeit Online"-Kolumnist tätig ist, nicht grundsätzlich gegen die Presse, sondern kritisiert vor allem Auswüchse von Boulevard- und Klatschpresse, die gegen den Kodex des Deutschen Presserates verstoßen. Der Presserat ist die Freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien in Deutschland. Er tritt für die Einhaltung ethischer Standards und Verantwortung im Journalismus ein und legt Richtlinien für die journalistische Arbeit fest.

Mit Argumenten, Beispielen und Belegen arbeitet Rezo heraus, wie es Zeitschriften des Heinrich Bauer Verlags bei manchen Storys nicht auf den Wahrheitsgehalt anzukommen scheint, wie Sorgfaltspflichten verletzt werden und wie die Zeitung "Bild" durch Überschriften bewusst falsche Eindrücke erweckt, unsauber mit Zitaten arbeitet und Betroffenen wie kürzlich dem Virologen Christian Drosten wenig Zeit für Reaktionen lässt. Auch Vergehen gegen den Opferschutz und Persönlichkeitsrechte seitens des "Spiegel", "Focus" und vor allem des Axel-Springer-Verlags prangert er an.

Die Zerstörung der Presse


Rezos Kritik ist in diesem Fall also keine Generalabrechnung mit den Medien, sondern eine differenziertere Betrachtung. "Ich zerstöre in diesem Video gar nichts, sondern möchte Missstände herausarbeiten, um diese zu lösen. Missstände, die, wenn wir sie ignorieren würden und nicht darüber reden, genau dazu beitragen, dass das Vertrauen und der Respekt und eben damit auch die Glaubwürdigkeit gegenüber der Presse abgebaut oder eben ganz zerstört würde", sagt Rezo in seinem Video. "Denn ohne Vertrauen, Respekt und Glaubwürdigkeit", so Rezo weiter, "bleibt auf Dauer nichts mehr von der seriösen Presse übrig." Jeder Schritt dahin würde Leuten wie Verschwörungsideologen in die Karten spielen.

Und deswegen beschäftigt sich der Absolvent der TU Dortmund in diesem Video auch ausführlich mit Methoden, die Verschwörungsideologen gern anwenden - wie Spekulationen, suggestive Fragen und Texte ohne Fakten oder Quellenangaben, die stattdessen auf Konjunktiven basieren. Rezo arbeitet heraus, wie diese Techniken allerdings auch ab und zu in etablierten Medien wie "Welt", Handelsblatt" oder "Watson" zum Einsatz kommen. Es sei zwar ein Unterschied, ob man diese Techniken benutze, um gegen demokratische Strukturen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu hetzen, oder ob man diese Techniken aus Fahrlässigkeit benutze oder weil man einfach ein paar mehr Klicks wolle, so der YouTuber. Trotzdem untergrabe dieses Verhalten das Vertrauen in die Medien.
 

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"Die Medien", stellt Rezo klar, gebe es als gleichförmige Einheit so gar nicht. Wenn man "die Presse" oder "die Medien" verurteile, sei das so, als würde man pauschal über "die YouTuber" urteilen. In beiden Gruppen gebe es eben ganz unterschiedliche Qualitäten. In einer Art Test, wie es in verschiedenen Publikationen mit Falschaussagen aussieht, hat Rezo 1700 Artikel gesichtet, in denen es um ihn selbst geht. Das Ergebnis: In zwei Dritteln aller Artikel der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") sowie über der Hälfte der Artikel über ihn in "Welt" und Bild" gab es seiner Ansicht nach Unwahrheiten, aber nur in 14 Prozent der "Spiegel"-Artikel und 11 Prozent der "Tagesschau"-Beiträge. "Also wenn ich irgendwen von euch mal sehe, wie er Öffentlich-Rechtliche basht, hagelt es Kopfnüsse", lautet Rezos augenzwinkerndes Fazit. Mit dem Innenpolitik-Chef der "FAZ", Jasper von Altenbockum, geht er dagegen hart ins Gericht. Dieser habe Verschwörungstheorien über ihn verbreitet und Falschbehauptungen erfunden.
 

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Rezos Fazit ist versöhnlich: Er kenne viele Journalisten, die "krass gut" arbeiten, vor denen er unfassbaren Respekt und Hochachtung habe. Aber Journalisten seien eben Menschen und ihnen unterliefen Fehler. Das sei auch deswegen bedauernswert, weil das verlorene Vertrauen die ganze Branche betreffe. Dieses Grundmisstrauen gegenüber der seriösen Presse treibe die Menschen dann leichter in die Arme von Hetzern und Verschwörungsideologen. Was er von letzteren hält, macht der Informatiker eindeutig klar: "Die sind in ihrer Qualität und Sorgfalt so unterirdisch, dass das niemals eine gute Alternative ist." Dass Verschwörungstheoretiker oft keine oder ungenügende Quellen angeben, belegt er anschließend ausführlich. Dies sei im Journalismus anders. Er hofft, dass Journalisten im Onlinebereich in Zukunft noch umfassender angeben, worauf sich ihre Angaben stützen. Als positive Beispiele in Sachen Belegarbeit hebt er Blogs wie "Netzpolitik.org" und "Der Volksverpetzer" sowie YouTube-Channel wie "Dinge Erklärt - Kurzgesagt" und "MrWissen2Go" hervor. Abschließend appelliert Rezo an alle, darauf zu achten, dass sich "Bullshit und Unwahrheiten" nicht unkontrolliert verbreiten. Dies könne man tun, indem man auf seriöse Quellen und Belege achte, gute journalistische Arbeit bewusst auswähle und Verschwörungsideologien ablehne.
 

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Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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Kanal "Dinge Erklärt - Kurzgesagt" auf YouTube
"Netzpolitik.org" im Web
"Der Volksverpetzer" im Web
"Bild" im Web
"Welt" im Web
Handelsblatt" im Web
"Watson" im Web
Heinrich Bauer Verlag im Web
Deutscher Presserat im Web
Zum Pressekodex
"Der Spiegel" im Web
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