Die Audio-App "Clubhouse" hat einen Hype auf Social Media ausgelöst  (Foto: McKinsey/Rawpixel.com) Die Audio-App "Clubhouse" hat einen Hype auf Social Media ausgelöst (Foto: McKinsey/Rawpixel.com)
Social-Media-Trend

"Clubhouse": Das solltest du über die Audio-App wissen

Wenn du in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien unterwegs warst, bist du vermutlich auch auf die App "Clubhouse" gestoßen. Auf zahlreichen Social-Media-Kanälen wurde über die gehypte Audio-App gesprochen. Du kannst allerdings erst dann selber Teil der Community werden, wenn du eine der heißbegehrten Einladungen erhältst. Bei Pointer erfährst du, was es mit dem Social-Media-Trend auf sich hat und welche Kritik an der Gesprächs-App bereits laut wird.

Wie funktioniert "Clubhouse"?

Wie viele Likes bekomme ich wohl auf mein nächstes Instagram-Bild? Wie viele Klicks generieren meine YouTube-Videos oder Online-Artikel? Diese Sorgen musst du dir bei "Clubhouse" nicht mehr machen. Es gibt nämlich weder Kennzahlen wie Likes und Klicks noch Bilder, Videos oder Artikel. "Clubhouse" kommt allein mit Audio-Inhalten aus. Statt um deinen eigenen Feed dreht sich in der App alles um sogenannte Räume, in denen Diskussionen zu den verschiedensten Themen stattfinden. Diese Räume können auf privat gestellt werden oder für alle Nutzer frei zugänglich sein. Die Hosts der Räume können in einem zweiten Schritt entscheiden, welche Teilnehmenden sich selber an der Diskussion beteiligen dürfen und wer hingegen nur Teil des Publikums ist. Wer dennoch etwas sagen will, kann ähnlich wie bei Zoom die Handhebefunktion nutzen, damit er vom Moderator das Wort erteilt bekommt.
 


Wie nehme ich an Diskussionen teil?

Wie bei anderen Social-Media-Plattformen erstellst du dir bei "Clubhouse" ein Profil, dem andere Nutzer folgen können. Auch du kannst interessanten Menschen folgen und dadurch sehen, in welchen Räumen diese Personen sich momentan aufhalten. Folgst du also Personen, die deine Interessen teilen, bekommst du zahlreiche Diskussionsmöglichkeiten aufgezeigt. Um dich mit diesen Nutzern zusammenzutun, könnt ihr gemeinsam sogenannte Clubs gründen. Dabei plant ihr Räume zu einem festen Termin und kündigt diese Diskussionen oder Vorträge innerhalb des Clubs an. Momentan gestalten sich die Diskussionen bei Clubhouse häufig eher wie ein Vortrag von wenigen Personen, funktionieren also ähnlich wie ein Live-Podcast. Die meisten der Teilnehmenden hören den Beiträgen der anderen zu, anstatt selber zu interagieren. Dabei können Räume auch schnell Reichweiten von tausend Zuhörern ansprechen.
 


Wieso ist die Audio-App so gehypt?

Bei "Clubhouse" kann jeder am öffentlichen Meinungsaustausch teilnehmen, ohne dass die Diskussion von lästigen Kommentaren gestört oder durch Bilder und Videos ihren Fokus verliert. Auch die Ähnlichkeit mit einem Live-Podcast kommt der Plattform zugute. Das etablierte Audio-Format ist schließlich nicht mehr aus der Medienlandschaft wegzudenken. "Clubhouse" bietet nun allen Usern die Chance, ihre Räume mit spannenden Diskussionen zu füllen - wie bei einem eigenen interaktiven Podcast. Sicherlich trägt auch der zur Zeit noch limitierte Zugang zur neuen Online-Community und die damit verbundene FOMO, die "Fear of Missing Out", zum Social-Media-Hype bei. Bislang kann nicht einfach jeder die App nutzen. Es bedarf einer exklusiven Einladung, die bislang nur wenige ergatterten. Dadurch ist die Community noch nicht allzu groß, sodass es durchaus sein kann, dass du in den Räumen dem ein oder anderen Promi begegnest.
 


Wer macht schon mit?

Die thematische Spannbreite der aktuellen Nutzer ist sehr groß: Von Rapper Drake bis zur Hotelerbin Paris Hilton sind alle möglichen Interessen vertreten. Auch die deutsche Community wächst. Die Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer hat sich beispielsweise bereits an Diskussionen beteiligt ebenso wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und die TV-Moderatorin Dunja Hayali. Ebenfalls vertreten sind der Autor und Podcaster Tommi Schmitt, Revolverheld-Sänger Johannes Strate, die Bloggerin Caro Daur und Fernsehmoderator und Investor Joko Winterscheidt. Zurzeit dominieren Themen rund ums Gründen von Start-ups, Social Media und Politik. Dementsprechend können Nutzer einen echten Mehrwert für ihre eigene Karriere aus den Vorträgen ziehen, wie etwa beim Beitrag von Tarek Müller, dem Mitgründer des Online-Handels About You, zum Thema E-Commerce.
 


Wie werde ich Teil der Community?

Momentan kannst du Clubhouse nur nutzen, wenn du eine der begehrten Einladungen erhältst. Diese muss von einem bereits registrierten User kommen. Hast du selbst einen Zugang zur App bekommen, darfst du lediglich zwei weitere Personen einladen, von denen du die Handnummer angeben musst. Diese ist mit dem persönlichen Profil verknüpft. Außerdem musst du ein iPhone besitzen, um "Clubhouse" zu nutzen. Die Audio-App ist bislang nur im App Store verfügbar und daher für Android-Nutzer nicht zugänglich. Da der Hype immer größer wird und die Nachfrage nach den begehrten Einladungen weiter steigt, wurden die Codes bereits für bis zu 100 Euro auf Ebay angeboten. Ebenfalls als Einstiegsmöglichkeit beliebt sind Wartelisten, denen du in Telegram-Gruppen beitreten kannst. Dort erhältst du nach langem Warten eine Einladung, verpflichtest dich dafür aber, deine sogenannten Invites den nächsten auf der Liste zur Verfügung zu stellen.
 


Was sind die Schattenseiten des Trends?

Der aktuelle Hype wird von einigen Kritikpunkten überschattet. Diese beziehen sich vor allem auf den mangelnden Datenschutz. Die Nutzer müssen der App Zugriff auf ihr Adressbuch gewähren, um Freunde einladen zu können. Damit kann "Clubhouse" dann alle Nummern deiner Kontakte speichern und sie sogar weitergeben. Darüber hinaus werden alle Gespräche in den Räumen verschlüsselt aufgezeichnet. Laut der Datenschutzerklärung von "Clubhouse" dient diese Regelung der Untersuchung von Beschwerden. Werden keine Beschwerden gegen einen Raum erhoben, soll die Aufzeichnung wieder gelöscht werden. Neben den Datenschutzfragen steht "Clubhouse" auch wegen fehlender Moderation der Diskussionen in der Kritik. Bei den Audio-Formaten ist der Umgang mit Beschwerden und das schnelle Handeln schwierig, da das Material erst aufwändig angehört werden muss. Schon jetzt gibt es zahlreiche Beschwerden über Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus in den Räumen der App. Die Gründer haben bereits auf diese Kritik reagiert und demensprechende Richtlinien eingeführt.
 


Wie sieht die Zukunft von "Clubhouse" aus?

Lohnt es sich jetzt, auf den Hypezug aufzuspringen und einer Einladung hinterherzujagen? Da Paul Davison und Rohan Seth, die Gründer und Geschäftsführer von "Clubhouse", bereits angekündigt haben, dass sie die App in Zukunft der gesamten Öffentlichkeit zugänglich machen wollen, ist das vielleicht bald nicht mehr nötig. Ob der Hype anhält und sich "Clubhouse" in der Social-Media-Welt etablieren kann, hängt vom Interesse der Nutzer ab. Im Vergleich zu Instagram oder "TikTok" gibt es bei "Clubhouse" kein schnelles Entertainment. Um die zum Teil sehr anspruchsvollen Vorträge aufmerksam zu verfolgen, braucht es einige Konzentration. Auf der anderen Seite ist kostenloser Input vielleicht für viele Menschen genau das, was sie in der langen Isolation während der Corona-Pandemie brauchen.
 

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