Welche Alternativen gibt zu "WhatsApp"? Pointer stellt dir drei andere Messenger-Dienste vor (Foto: Dimitri Karastelev/ Unsplash.com) Welche Alternativen gibt zu "WhatsApp"? Pointer stellt dir drei andere Messenger-Dienste vor (Foto: Dimitri Karastelev/ Unsplash.com)
Messenger-Dienste

Alternativen zu "WhatsApp"

"WhatsApp" steht auf Grund seiner neuen Nutzungsbedingungen stark in der Kritik. Deshalb überlegen nicht wenige Kunden, auf einen anderen Messenger-Dienst umzuschwenken. Obwohl "WhatsApp" mit mehr als zwei Milliarden Nutzern weiter der weltweit erfolgreichste Messenger-Dienst ist, melden Rivalen wie "Telegram", "Signal" oder "Threema" in den letzten Wochen einen starken Zuwachs an Usern. Offenbar wechseln viele "WhatsApp"-Kunden nach der Ankündigung der neuen Datenschutz-Richtlinie zu anderen Apps.
 


Was beinhalten die neuen Nutzungsbedingungen von "WhatsApp"?

Aktuell ist es so, dass bei der Benutzung von "WhatsApp" immer wieder die Aufforderung erscheint, den geänderten Nutzungsbedingungen zuzustimmen. Ansonsten könne man ab dem 8. Februar 2021 die Dienste des Messengers nicht mehr länger verwenden. Jetzt gibt es vorerst eine Entwarnung: Laut "WhatsApp" wurde die Frist zur Einwilligung bis zum 15. Mai 2021 verlängert. Wenn man aber bis dahin den Nutzungsbedingungen nicht zugestimmt hat, kann man die App nicht mehr verwenden.
 


Für Verwirrung, Entsetzen und Kritik hatte zunächst die Meldung der neuen Nutzungsbedingungen aus den USA gesorgt. Denn dort soll es in Zukunft so sein, dass "WhatsApp" und der Mutterkonzern Facebook mehr Rechte erhalten, auf Userdaten zuzugreifen. Speziell soll es den beiden Social-Media-Diensten erlaubt sein, Nutzerdaten auszutauschen, um die Werbeeinblendungen bei Facebook zu verbessern. Diese Meldung führte unter den Kunden zu Entsetzen und Kritik, denn viele "WhatsApp"-User wollen nicht, dass Facebook auf ihre Daten zugreifen kann. "WhatsApp" betonte daraufhin, dass der Datenaustausch nicht für Nutzer aus der EU gelte. In den neuen Nutzungsbedingungen, die beispielsweise deutsche "WhatsApp"-Nutzer zur Bestätigung angezeigt bekommen, ist der Datenaustausch nicht enthalten. Ein solcher Schritt würde der bei uns der geltenden Datenschutz-Grundverordnung widersprechen. Trotzdem sind viele Leute angesichts der neuen Nutzungsbedingungen verwirrt und verunsichert. Das Unternehmen hat eine Info-Seite zu den Datenschutzbestimmungen eingerichtet, auf der man nachlesen kann, was mit seinen Daten in Zukunft passiert.
 


Welche anderen Messenger gibt es?

Pointer hat sich als Alternativen zu "WhatsApp" die Apps "Signal", "Threema" und "Telegram" angeschaut. Diese Messenger-Dienste sind sowohl für iOS- als auch für Android-Betriebssysteme verfügbar, gelten als reine Messenger-Dienste, und die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist mindestens einstellbar. Sie sind neben "WhatsApp" und "Facebook-Messenger", die Messenger-Dienste, die am meisten genutzt werden.
 


"Signal"

"Signal" gilt als sehr sichere Alternative zu "WhatsApp". Seit der neuen Datenschutzerklärung von "WhatsApp" ist die Zahl der Signal-Nutzer rapide angestiegen. Mit großen Gruppenchats, Videoanrufen, dem Versand von Links, Bildern, Videos und GIFs bietet "Signal" alle Funktionen, die ein moderner Messenger braucht. Zudem ist "Signal" kostenlos, verschlüsselt und werbefrei. Neue Funktionen und Verbesserungen kommen regelmäßig hinzu. Besonders Sicherheitsexperten raten zu diesem Messenger, da er – im Gegensatz beispielsweise zu "WhatsApp" – keine Nutzerdaten mit anderen Unternehmen teilt. Besonders aus Gründen der Privatsphäre und Sicherheit empfehlen auch Elon Musk, Jan Böhmermann oder Edward Snowden diesen Dienst. Er setzt eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein. Nachrichten können auf Wunsch nach einer bestimmten Zeit gelöscht werden. Das einzige Manko von "Signal" ist die verpflichtende Angabe der Handynummer.
 

 


"Threema"

"Threema", der Instant-Messenger aus der Schweiz, verspricht vor allem eins: Sicherheit. Die Hauptaufgabe des Dienstes ist das Versenden und Empfangen von Textnachrichten. Nichtsdestoweniger kann man Sprachnachrichten ebenso schnell und unkompliziert verschicken. Dabei ermöglicht "Threema" das Senden an mehrere Empfänger in Gruppenchats bis zu 100 Personen oder auf Verteilerlisten. Zudem bietet der Messenger das Verschicken von Dateien beliebigen Formats sowie Sprach- und Videoanrufe. Ein besonderes Feature ist die Möglichkeit, in den Chats Umfragen zu erstellen. "Threema" ist ein Messenger für Personen, die besonderen Wert auf Sicherheit und Datenschutz legen. Der Dienst sammelt keine Daten und ist anonym durch eine erstellte Threema-ID nutzbar. Die Angabe einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und auch das Synchronisieren der Kontakte ist nicht nötig. Anhand der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kann kein Dritter – nicht mal der Serverbetreiber – Daten mitlesen. Das gilt für Textnachrichten, Sprach- und Videoanrufe, Gruppenchats, Dateien sowie Statusmeldungen. Zudem ist "Threema" werbefrei. Trotzdem schrecken viele Nutzer vor dem Herunterladen von "Threema" zurück. Der Grund: Der Messenger kostet 3,99 Euro. Threema kommentiert dies auf seiner Website wie folgt: "Nichts ist umsonst. Bezahlt man für einen Dienst nicht mit Geld, dann mit seinen Nutzerdaten."
 

 


"Telegram"

"Telegram" gilt als beliebteste Alternative zu "WhatsApp" – erst kürzlich knackte der Messenger die Marke von 500 Millionen aktiver Nutzer. Der Messenger wird seit Beginn der Corona-Pandemie verstärkt von rechten Gruppierungen, QAnon-Anhänger und Corona-Leugnern genutzt. Seit Social-Media-Kanäle wie Twitter und Facebook zudem konsequenter gegen Verbreiter von Fake News und Verschwörungstheorien vorgehen, wechselten noch einmal viele Anhänger solcher Gruppen zu "Telegram".

In Sachen Privatsphäre oder Datenschutz warnen Experten oft vor dem aus Russland stammendem Dienst. Die Chats werden bei "Telegram" nicht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt, sondern nur, wenn der Nutzer dies explizit einstellt und die sogenannten "Geheimen Chats" benutzt. Die regulären Chats sind zwar verschlüsselt, werden aber durch die Cloud-Funktion auf "Telegram"-Servern zwischengespeichert, sodass der Betreiber theoretisch auf die Informationen Zugriff hat. Zudem ist der Standort des "Telegram"-Servers nicht bekannt und dadurch sind auch die dort geltenden Datenschutzgesetze unklar. Dessen ungeachtet, bietet der Messenger zahlreiche Funktionen, die seine Nutzer ansprechen. Es können Gruppen mit bis zu 250.000 Mitglieder erstellt und unbegrenzt große Dateien geteilt werden. Die automatische "Selbstzerstörung" sorgt dafür, dass wenn die App nicht genutzt wird, alle Daten gelöscht werden können. Dies geschieht standardgemäß nach sechs Monaten. Für die Registrierung muss man die Handynummer angeben. "Telegram" ist kostenlos.
 

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