Die Mitarbeiter des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel haben an der "Jerusalema Challenge" teilgenommen. Erwarten sie jetzt Konsequenzen in Form von Lizenzgebühren? (Screenshot: YouTube-Kanal UKSH Universitätsklinikum Schleswig-Holstein) Die Mitarbeiter des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel haben an der "Jerusalema Challenge" teilgenommen. Erwarten sie jetzt Konsequenzen in Form von Lizenzgebühren? (Screenshot: YouTube-Kanal UKSH Universitätsklinikum Schleswig-Holstein)
Tanz-Trend

Vorsicht bei der "Jerusalema Challenge"

Tausende Menschen aus der ganzen Welt tanzen seit Herbst 2020 zu den positiven Rhythmen von "Jerusalema", dem Song des südafrikanischen DJs Master KG . Auch in Deutschland teilen Polizisten, Krankenhausmitarbeiter und ganze Feuerwehrstationen ihre Tanzeinlagen auf YouTube – die sogenannten "Jerusalema Challenge" gilt als ein Zeichen der Hoffnung während der schwierigen Corona-Situation. Nun warnen Experten vor der Teilnahme und dem Hochladen der "Jerusalema Challenge": Warner Music Deutschland, die Plattenfirma, die die Rechte an dem Song hält, fordert nachträglich Lizensgebühren für die Nutzung des Titels.
 


Das offizielle Musikvideo zu "Jerusalema" hat auf YouTube mehr als 340 Millionen Aufrufe. Ende 2019 veröffentlichten DJ Master KG, der mit bürgerlichem Namen Kgaogelo Moagi heißt, und Sängerin Nomcebo Zikode den Song und das Musikvideo. Damit, dass ihr Lied viral geht und rund um den Globus Menschen an der "Jerusalema Challenge" teilnehmen, rechnete wohl niemand.

Master KG - Jerusalema [Feat. Nomcebo] (Official Music Video)

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Der eingängige Sound und das lebensfrohe Musikvideo gefielen den Menschen überall auf der Welt ebenso wie der Gedanke hinter "Jerusalema". Laut der Sängerin Nomcebo Zikode ist mit "Jerusalema" ein spiritueller Ort gemeint. An diesem könne man Frieden finden, es gebe keine Sorgen, nur Glück und fröhliche Menschen. Im Corona-Frust ist diese Vorstellung für viele verheißungsvoll.

Vor allem Mitarbeiter aus Krankenhäusern, Polizei- und Feuerwehrstationen nahmen an der Tanz-Challenge teil. Sie wollten zeigen, dass sie trotz der stressigen Lage Spaß an der Arbeit haben. Zudem vermittelten die im Netz hochgeladenen Videos ein Gemeinschaftsgefühl in Zeiten der Corona-Pandemie. Nun bekommen viele von ihnen Post von Warner Music: Für die kommerzielle Nutzung des Songs sollen sie nachträglich bis zu vierstellige Lizenzgebühren bezahlen. Master KG steht bei dem Musikkonzern mit seinem Song unter Vertrag.
 


Der Unternehmenssprecher der Plattenfirma erklärte gegenüber "Focus Online", dass sich Warner Music des besonderen Charakters der "Jerusalema Challenge" bewusst sei. Deshalb fielen die Lizenzgebühren unterschiedlich hoch aus. Zum Teil handele es sich um symbolische Beiträge. "Wir lieben die Tatsache, dass die Fans hinter 'Jerusalema' stehen. Aber wenn Organisationen in Deutschland den Song nutzen, um sich selbst zu promoten, sollten sie sich unserer Meinung nach eine Synchronisationslizenz sichern", sagt der Warner-Sprecher dem Nachrichtenmagazin weiter. Er betonte zusätzlich, dass Künstler gerade in der derzeitigen Situation dafür bezahlt werden sollten, wenn ihre Musik von Dritten genutzt wird.
 


Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat "Focus Online" den Eingang von Zahlungsaufforderungen bei verschiedenen Polizeistationen bestätigt. Diese hatten zuvor an der "Jerusalema Challenge" teilgenommen und ihre Videos im Netzt hochgeladen. Eine Ministeriums-Sprecherin sagte nun gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die Forderungen von Warner Music im Zusammenhang mit der "Jerusalema Challenge" bereits vom Innenministerium beglichen worden seien.

Jerusalema Challenge - Polizei Edition

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Der Landesgeschäftsführer der Feuerwehren in NRW schickte eine Rundmail bezüglich der "Jerusalema Challenge" an alle Dienststellen. In dieser fordert er dazu auf, individuell zu überprüfen, "ob eine Beteiligung an solchen Challenges trotz eines daraus resultierenden finanziellen Risikos sinnvoll" sei. Einige Feuerwehrstationen hätten vorsichtshalber schon gedrehte Videos aus dem Netz genommen. So auch die Düsseldorfer Universitätsklinik: Diese hatte nach Angaben eines Sprechers bereits Post vom Musikkonzern erhalten. Daraufhin stellte die Klinik das Tanzvideo ihrer Belegschaft kurz nach dem Erscheinen wieder offline. Dies haben sie Warner Music in einer Antwort mitgeteilt. Eine Geldforderung hat es laut Uni-Klinik seither nicht gegeben.
 

@el_mundo_que_nos_rodea

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Aktuell scheint es, als ob Privatnutzer nicht von den Forderungen nach Lizenzgebühren betroffen sein. Trotzdem raten Experten dazu, Videos zur "Jerusalema Challenge" vorsichtshalber aus dem Netz zu entfernen oder nicht hochzuladen.

[Liz Peschel]

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