Klassik & Kultur · Kleinkunst

Harpanera

Harpanera

Wer schon einmal in den Genuss kam, „Harpanera“ live zu sehen, durfte bereits vor Beginn des eigentlichen Konzerts erleben, was visuelle Vorfreude bedeutet.
Denn schon vor dem Auftakt der ersten Harmonie entfaltet sich bereits durch das Betrachten der bunten Instrumentierung für den Besucher eine leise Ahnung, dass er sich alsbald auf einem kurzweiligen Streifzug inmitten einer stimmungsvollen Atmosphäre wiederfinden wird.
Ein Hochgenuss für alle Sinne, klanglich virtuos präsentiert und vollendet in Szene gesetzt, das ist die Leidenschaft der drei Musikerinnen Margie Morris, Sabine Xoxi Huber und Karin Herzog.
Fährt Margie Morris mit ihren Fingern über die Seiten ihrer Harfe, um ihr besonders berührende Obertöne zu entlocken, spürt man ihre Liebe und Hingabe zu dem Instrument.
Tatsächlich erfüllte sie sich mit ihrer „Harpa“ einen langgehegten Kindheitstraum. Und lauscht man dem rhythmischen Klang der tiefen Basssaiten, und den improvisatorisch gezupften Höhen, bekommt man Kenntnis von dem tiefgreifenden Musikverständnis der Musikerin.
Vor gut einem Jahr fand die Multiinstrumentalistin Sabine Xoxi Huber zu „Harpanera“ und mit ihr bekam die Formation nicht nur eine bestens geeignete, instrumentale Ergänzung, sondern erstmalig auch eine Stimme, welche bereits seit vielen Jahren einer Fangemeinde live und auf Tonträgern bekannt ist.
Neben „Harpanera“ ist sie Liedermacherin eigener Kompositionen und in Rosenheim und darüber hinaus ein Begriff. Mal energisch kräftig, mal weich untermalend, doch immer hoch musikalisch weiß Sabine Xoxi Huber ihre Stimme gekonnt einzusetzen. Passend zum jeweiligen Thema der Songs schafft sie durch die Verbindung von Worten und Klängen ein wohltemperiertes Arrangement zur Freude der Zuhörer.
Sie spielt die Bouzoukis und das Akkordeon und als ihr besonderes Highlight eine Indianerflöte aus Arizona, welcher die Musikerin stimmungsvolle wie bewegende Laute zu entlocken vermag. Wirklich groovig wird die Darbietung durch Karin Herzogs Leidenschaft.
Steht sie hinter ihren farbenfrohen Congas auf der Bühne, wartet man gespannt mit ihr auf den Moment ihres ersten Anschlags.
Ihr Groove ist quasi das Salz in der Suppe von „Harpanera“. Legt sie los, ist der Zuschauer geneigt, sich zu den südamerikanischen Rhythmen zu bewegen, insbesondere dann, wenn sie überraschend zu fetzigen Klängen wechselt.

Genaue Beobachter werden bemerken, dass sie bei allen Konzerten Schellenbänder um die nackten Fußgelenke trägt, die sie leichtfüßig und stimmig eingesetzt zum Klingen bringt. In den Konzerten geht es um eine musikalische Reise um die Welt und durch die Jahrhunderte.
Über die Musik aus Südamerika, Osteuropa, Afrika, Griechenland, der Bretagne, keltischer Länder und dem Mittelalter bekommt der Zuhörer die einmalige Gelegenheit, sich in den Gesang und in die Energie fremder Kulturen einzufühlen.

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Sa, 28.12.2019
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