Konzerte · Hiphop & Black

Fat Nick - The Mission Himpossible Europe Tour 2022

Fat Nick: Pionier des „Soundcloud Rap“
Auf Tournee mit neuem Album „Gorgeous Glizzy Gordo“
Im Juli live in Köln, Hamburg und Berlin


Im Rap fand Fat Nick alias Nicholas Minucci einen äußerst erfolgreichen Ausweg aus seinem sozialen und persönlichen Dilemma. Vor acht Jahren gründete der 27-Jährige aus Miami zusammen mit seinem Schulkumpel Pouya die Rap-Crew Buffet Boys, die zügig zu den Pionieren des Hip-Hop-Subgenres „Soundcloud Rap“ aufstiegen. Seit 2013 hat Fat Nick nun jedes Jahr ein Album oder Mixtape veröffentlicht, das bislang letzte erschien im vergangenen November unter dem Titel „Gorgeous Glizzy Gordo“. Im Zuge dieser Veröffentlichung kommt Fat Nick zwischen dem 10. und 13. Juli für drei Shows in Köln, Hamburg und Berlin nach Deutschland.

Schon seine Zeugung sei eher ein Unfall als ein Akt der Liebe gewesen, erzählte Fat Nick in einem Videointerview auf YouTube. Der Sohn einer kubanischen Einwanderin und eines griechischen Gastarbeiters wuchs allein bei der Mutter auf, nachdem der Vater nie wirklich eine feste Beziehung zur Mutter geführt hatte. Wechselnde, teils gewalttätige Freunde der Mutter belasteten seine Kindheit, schon früh wurde bei ihm eine schwere Depression diagnostiziert, die er aber statt mit Medikamenten eher mit Drogen und Fressattacken „behandelte“ – wobei ihm Letzteres seinen Spitznamen Fat Nick einbrachte. Um sich die Drogen leisten zu können, ging er selbst unter die Dealer – und landete letztlich im Knast. Der Zeitpunkt war ärgerlich, denn kurz zuvor hatte er mit seinem Schulfreund Pouya einen YouTube-Kanal gegründet, wo ihre „Nick & Pouya Show“ voller Pranks, Witze und anstößiger Cartoons schnell viele Zuseher fand. Obendrein hatte sich Pouya dem Rappen zugewandt und seinen Freund Nick dazu animiert, es ihm gleichzutun.

Fat Nick nutzte die Zeit im Gefängnis bestmöglich: Er nahm rund 40 Kilogramm ab, feilte an seinen Rap-Skills und schwor sich, dafür zu sorgen, dass er nie wieder dort landen und stattdessen alles dafür tun würde, ein erfolgreicher Rap-Künstler zu werden. Dieser Aspekt trat nach seiner Entlassung schneller ein als gedacht: Im Fahrwasser des Erfolgs ihrer Rap-Crew Buffet Boys avancierten Pouya und Fat Nick zu neuen Stars im „Soundcloud Rap“, einem Subgenre, das fast ausschließlich über die gleichnamige Musikplattform verbreitet wird und sich durch einen rohen, geradezu punkigen Sound, eine düstere Atmosphäre und vorsätzlich autodidaktisch-minderwertige Produktionen auszeichnet. Viele Kollaborationen mit vergleichbaren Rappern wie Ghostemane, Blackbear, Slump God oder XXXTentacion sowie die Fortführung der erfolgreichen „Nick & Pouya Show“ mehrten seine Erfolge, und so gerieten sowohl sein erstes Mixtape „Fat Camp“ (2015) als auch sein erstes Album „When the Lean Runs Out“ (2016) in der Szene zu erfolgreichen Platten.

Seither hat Fat Nick nicht nur jährlich einen weiteren Longplayer veröffentlicht – mal als Mixtape, mal als klassisches Album – obendrein hat er mit Pouya ein eigenes Label gegründet sowie seine eigene Modelinie etabliert. Durch die starke Limitierung seiner Modeprodukte – oft lässt er sie nur in einer 1.000er Stückzahl produzieren – wurden einzelne Hoodies seiner Marke im Wiederverkauf schon mit bis zu 1.000 Dollar gehandelt. Fat Nicks aktuelles Album „Gorgeous Glizzy Gordo“ zeugt obendrein von seiner großen Lust an der Kollaboration mit anderen Rappern: Neben sechs Solotracks finden sich darauf auch je ein gemeinsames Stück mit Maxo Kream, Shakewell, Rob Bank$, SosMula, Ramirez und Lil Jerry.

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