Klassik & Kultur · Tanz

Flying Bach 2022/23

Flying Bach
Die Flying Steps tanzen zu
J. S. Bachs wohltemperiertem Klavier
The Next Decade

Die Botschaft der Urban Dance Crew Flying Steps war noch nie so bedeutsam wie heute: Bach und Breakdance zusammenzubringen, das ist mehr als ein geniales künstlerisches Crossover. Es ist ein Zeichen. Straßenkunst trifft Konzertsaal, Subkultur trifft Hochkultur, Schwarz trifft Weiß. In Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung ist diese Verbindung scheinbarer Gegensätze ein echter Glücksfall: Extreme, die sich berühren und beflügeln, statt sich zu bekämpfen. Die vierfachen Breakdance-Weltmeister aus Berlin bringen Johann Sebastian Bach zum Fliegen und Entfesseln mit ihren atemberaubenden Choreografien die Kraft der Musik, die in diesem Klassiker aller Klassiker steckt. Zwei künstlerische Welten überschreiten die Grenzen von bürgerlichen und urbanen Ghettos und ergeben ein Ganzes, das ein völlig neues Licht auf jeden ihrer Teile wirft. Nach dieser Show wird niemand mehr Bachs „wohltemperiertes Klavier“ langweilig oder verstaubt finden – zumal die Virtuosität des Pianisten Christoph Hagel auch den letzten Zweifler in ihren Bann ziehen wird – ebenso wie garantiert niemand, der es mit eigenen Augen gesehen hat, die visuelle Kraft und Ausdrucksstärke des Breakdance noch unterschätzen.

Was den Flying Steps um ihren künstlerischen Leiter Vartan Bassil in Zusammenarbeit mit dem Opernregisseur Christoph Hagel gelungen ist: Sie haben in der Kunst der Fuge und der Kunst des Breakdance nicht das Trennende, sondern eine pulsierende Verbindung gesehen. Am Anfang ihres Welterfolgs stand die Entdeckung, dass die rhythmisch facettenreichen Präludien mit den präzisen Tanzrhythmen und akzentuierten Moves des Breakdance etwas gemeinsam haben. Und so war schon nach den ersten Auftritten klar, dass die Headspins und die Artistik der Flying Steps dem Temperament des „wohltemperierten Klaviers“ mehr entsprechen als die Pirouetten einer Primaballerina.

Flying Bach ist weit mehr als ernste Musik und tänzerisches Top-Entertainment. Gegen den Trend zur Polarisierung setzt diese Show ein Zeichen dafür, was möglich ist, wenn man zwei Pole von den äußersten Enden des Spektrums zusammenführt und daraus sprühende Funken schlägt. Die Energie und Dynamik, die aus dieser Verbindung entsteht, zieht das Publikum auf dem gesamten Globus in ihren Bann. Die Show gibt uns Menschen – egal welcher Nation, Generation oder welchem Milieu wir angehören – etwas zurück, was wir in den letzten Jahren der Isolation und Vereinzelung sicherlich alle schmerzlich vermisst haben: ein Gemeinschaftserlebnis, das Grenzen überwindet und starre Fronten auflöst.

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