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Die Geschichte der Sozialwahl

Von der Bergbruderschaft bis heute

published: 21.02.2011

Die erste Vertreterversammlung mit Vorstand und Geschäftsführung der TK nach dem Krieg (Foto: Techniker Krankenkasse)Die erste Vertreterversammlung mit Vorstand und Geschäftsführung der TK nach dem Krieg (Foto: Techniker Krankenkasse)

Sucht man nach den Wurzeln der Sozialwahl, wird man im Harz fündig, und zwar im alten Bergwerk vom Rammelsberg bei Goslar. Eine Urkunde vom 28. Dezember 1260 belegt die Gründung der ersten "Bergbruderschaft" auf deutschem Boden. Diese auch "Knappschaft" genannte Vereinigung – ein Knappe ist ein gelernter Bergmann – kümmerte sich um kranke Bergleute, deren Unterstützung und die Unterstützung der Hinterbliebenen im Todesfall.

Im Regelfall setzten sich die Vorstände solcher Knappschaften aus Arbeitgebern und den "Ältesten" der Arbeitnehmer zusammen. So waren sie die Urform von gemeinnützigen "Genossenschaften" und begründeten das Prinzip der von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam bezahlten Versorgung – sei es im Krankheitsfall (Krankenkassen) oder zwecks Versorgung nach der aktiven Erwerbszeit (Rentenkassen).

Dieses Prinzip der gemeinsamen Beitragszahlung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern begründete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die auch uns noch geläufigen Renten-, Kranken- und Sozialversicherungen und bekam im Jahre 1881 vom damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck in der kaiserlichen Sozialgesetzgebung seinen rechtlichen Rahmen. Unter der nationalsozialistischen Hitler-Diktatur wurde die Selbstverwaltung abgeschafft. Staatsbeamte übernahmen die Leitung der Kassen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (1949) schuf der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer das Sozialversicherungsgesetz. Es wurde 1951 verkündet. Damit hatte sich Adenauer gegen die alliierten Besatzungsmächte durchgesetzt, die eine zentralistische Leitung der Kassen bevorzugten. Das Sozialversicherungsgesetz regelt die Selbstverwaltung der Renten- und Krankenkassen und gab ihnen die Selbstbestimmung zurück – darunter auch das Recht, die Höhe der Beiträge und Leistungen selbst festzulegen. Im Jahre 1953 fand so die erste "moderne" Sozialwahl in der Bundesrepublik Deutschland statt. Sie ist seitdem ein demokratisches Recht.

[Karl Günter Rammoser]

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