Near-Water-Getränke

Zuckerwasser statt Gesundheits-Booster

published: 01.04.2008

Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich Near-Water-Getränke meist als Mogelpackung ohne gesundheitliche Vorteile (Foto: Public Address)Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich Near-Water-Getränke meist als Mogelpackung ohne gesundheitliche Vorteile (Foto: Public Address)

Was in den Getränke-Regalen des Supermarktes als Wellness-Wunder, Fitness-Sensation oder Energie-Bombe angepriesen wird, ist die neueste Errungenschaft der Getränkeindustrie: Near-Water-Getränke. Die geschmackvollen Wasser-Mischgetränke können - laut Hersteller - so ziemlich alles: Sie sollen erfrischen, beleben, gesund sein und dazu noch kalorienarm.

Doch was ist dran an den Versprechen? Lohnt es sich wirklich, für die angeblichen Wunder-Wässerchen ein paar Euro mehr hinzulegen? Die Techniker Krankenkasse hat sich für euch schlau gemacht.

Viele Zusätze stammen aus dem Chemielabor
Die Hersteller preisen ihre Produkte häufig als Wellness-, Fitness- oder Sportdrinks mit geschmacklichem oder gesundheitlichem Zusatznutzen. Einige Near-Water-Produkte sollen belebend wirken, andere gegen Stress helfen. Ob Minze, Grüner Tee, Salbei, Fenchel, Vitamine, Apfel, Birne, Traube, Lychee, Guave, Zitrone, Koffein oder gar Milchsäure, Apfelessig und Fettsäure – der Kreativität der Lebensmittelchemiker sind keine Grenzen gesetzt.

Tatsächlich, so der "Gourmet-Report" der Verbraucherschutzzentrale Hessen, seien den Getränken geringfügige Mengen exotischer Frucht- und Pflanzenextrakte, Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Das sei allerdings zu wenig, um mit einer gesundheitsfördernden Wirkung prahlen zu können. Auf vielen Labels prangten Früchte, auch wenn der tatsächliche Fruchtsaftgehalt bei null bis fünf Prozent liege. Den Fruchtgeschmack erzeugten hingegen oft künstliche Aromen.

Hinzu komme, dass den Durstlöschern hauptsächlich B-Vitamine wie Vitamin B6, Folsäure, Biotin oder Vitamin B12 als Nährstoffe zugesetzt würden. Dieser Vitamin-Gruppe wird zwar eine positive Wirkung auf Nerven und Schönheit nachgesagt, aus ernährungsphysiologischer Sicht erhält der Körper bei einer ausgewogenen Ernährung jedoch ohnehin ausreichend davon.

Mit allen Wassern gewaschen
Während Mineralwasser den Körper mit wertvollen Mineralien wie Kalzium oder Magnesium versorgt, sind Near-Water-Produkte meist aus Quell-, Tafel- oder einfachem Trinkwasser hergestellt. Ihre zartgrüne oder rosa Färbung soll an die gesunden Inhaltsstoffe erinnern, fällt aber fast immer in die Rubrik "Wunder der Chemie". Viele von den als gesundheitsfördernd angepriesenen Wässerchen kämen noch nicht einmal ohne Konservierungs- oder Antioxidationsmittel aus, so die Verbraucherschützer.

Umstrittener Fruchtzucker
Auch sonst bekommt man laut Verbraucherschutzzentrale Hessen vor allem jede Menge Zusatzstoffe wie Säuerungsmittel, Süß- und Konservierungsstoffe.

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