Slow Food

Qualität braucht Zeit

published: 10.12.2008

Slow Food bedeutet Essen mit Genuss - und am liebsten vom Winzer nebenan! (Foto: Public Address) Slow Food bedeutet Essen mit Genuss - und am liebsten vom Winzer nebenan! (Foto: Public Address)

Schließt ihr beim Essen manchmal die Augen und lasst einen Bissen genussvoll auf der Zunge zergehen? Wer seine Mahlzeiten nicht als bloße Nahrungsaufnahme, sondern als sinnliches Vergnügen empfindet, erfüllt schon das wichtigste Kriterium eines "Slow Food"-Anhängers. Worum es sich beim "langsamen Essen" genau handelt und welche Vorteile es bietet, erklärt die Techniker Krankenkasse.

Weg vom Burger
Hand aufs Herz: Schmeckt euch eine Mahlzeit, deren Zutaten ihr sorgfältig ausgewählt und mit Liebe zubereitet habt, nicht auch besser als ein Stück Pizza in die Hand? Wer ein gutes Essen in netter Gesellschaft genießt, anstatt gehetzt seinen Hunger zu stillen, fühlt sich am Ende meist nicht nur gesättigt, sondern auch zufrieden. Gemeinsames Kochen und Essen verbindet und macht Spaß. Ganz nach dem Motto "Qualität braucht Zeit" soll Slow Food nicht vorrangig rational und funktional – sprich schnell in der Zubereitung und im Verzehr – sein.

Ursprünglich entstand Slow Food als Gegenbewegung zu dem immer weiter verbreiteten Fast Food. Dem "schnellen Burger" wird bewusstes und lustvolles Essen entgegengesetzt. Es geht darum, Lebensmittel anhand von speziellen Kriterien schätzen zu lernen. Dazu gehört genauso, seine Mahlzeiten nach dem Saisonkalender auszurichten, wie darauf zu achten, dass die Eier am besten vom Hof "um die Ecke" und nicht vom anderen Ende des Landes stammen.

Was bedeutet Biodiversität?

"Biodiversität" bzw. "biologische Vielfalt" meint die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Dabei geht es sowohl um die genetische Vielfalt, als auch um die Vielfalt der Arten und der Ökosysteme.

Im Jahr 1992 legte die Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung (UNCED) in der Biodiversitäts-Konvention drei Ziele für den Umgang mit biologischer Vielfalt fest:

- ihren Schutz
- die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und
- die gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen ergebenden Vorteile.

Zentraler Bio-Faktor
Auch, wenn die Schlussfolgerung nahe liegt, müssen nicht alle Produkte zwangsläufig "bio" sein. Dass die Lebensmittel biologisch hergestellt werden, gehört zwar durchaus in die Kriterien-Palette von Slow Food, doch in erster Linie steht der Gedanke der "Biodiversität" (s. Kasten) im Vordergrund. Die Erzeugnisse sollen vor allem ursprünglich sein und schmecken – beides kann, muss aber nicht auf Bio-Produkte zutreffen. Es geht also nicht nur um gesundes Essen, sondern um einen bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln.

Der mündige Konsument
Viele Konsumenten haben das Bedürfnis, genau zu wissen, woher ihr Essen stammt und wie es erzeugt wurde. Unikosmos-User Ole schreibt: "Im Prinzip müsste man auf einem Hof aus der Region kaufen, bei dem man sicher sein kann, dass man den Besitzern trauen kann. Und dann heißt es natürlich, immer nur saisonales Obst und Gemüse einzukaufen."

Genau diese Transparenz des Lebensmittelmarktes liegt dem Slow-Food-Anhänger am Herzen. Folgende Punkte stehen dabei im Mittelpunkt:

Sind eure Mahlzeiten Pflicht oder Kür?

  • Schnell und einfach ist mir am liebsten.

  • Das hängt ganz von Stimmung und Situation ab.

  • Fürs Essen und die Zubereitung nehme ich mir immer Zeit.

- Die Produkte werden im Rahmen einer verantwortlichen Landwirtschaft und Fischerei hergestellt.
- Es erfolgt eine artgerechte Viehzucht.
- Erzeugnisse, die in der Region auf traditionelle Weise hergestellt wurden, werden bevorzugt.
- Regionale Spezialitäten sollen nicht aussterben.

Diese Prinzipien zielen allesamt darauf ab, die vorhandene Ess- und Trinkkultur zu pflegen und sie lebendig zu halten. Außerdem sollen sie dafür sorgen, den Einzelnen stärker an seine Region zu binden und so die regionale Wirtschaft anzukurbeln.

[Franzisca Teske]

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