Kamillentee

Beruhigend gesund

published: 12.01.2016

Kamillenblüten enthalten ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe, die krampflösend und entzündungshemmend wirken (Foto: Public Address) Kamillenblüten enthalten ätherische Öle und sekundäre Pflanzenstoffe, die krampflösend und entzündungshemmend wirken (Foto: Public Address)

Schon die alten Ägypter, Germanen und Griechen schätzten die gesundheitsfördernden Wirkungen der Kamille. Dann wanderte das Kraut in Omas Hausapotheke. Heutzutage ist die krampflösende, beruhigende und antibakterielle Wirkung längst wissenschaftlich bewiesen: Kamille lindert Magen-Darm-Beschwerden wie Aufstoßen, Völlegefühl oder Sodbrennen. Auch gegen Krämpfe und Entzündungen im Magen-Darm-Trakt ist dieses Kraut gewachsen. Ihre heilende Wirkung verdankt die Kamille den ätherischen Ölen und den Flavonoiden, sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, aus ihrem Blütenkopf.


Elaine Holmes und ihre Kollegen vom Imperial College in London wollten es genau wissen und wiesen im Urin von Kamillenteetrinkern zwei Stoffwechselprodukte nach, die den Gesundheits-Effekt erklären. Die Wissenschaftler gaben 14 Versuchspersonen zwei Wochen lang täglich fünf Tassen Kamillentee zu trinken. In den Urinproben stellten die Forscher dann erstens deutlich erhöhte Werte der Aminosäure Glycin fest. Glycin kann beispielsweise Menstruationskrämpfe lindern und hat eine beruhigende und entspannende Wirkung.


Zweitens fanden Holmes und ihr Team eine höhere Konzentration von Hippursäure, einem Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Phenolen entsteht. Phenole wirken im Körper antibakteriell und binden freie Radikale. Die erhöhten Werte der beiden Stoffe hielten sich noch zwei Wochen nach der Teekur. Die Wissenschaftler werten die Ergebnisse als deutlichen Hinweis, dass Kamillentee tatsächlich das Immunsystem ankurbelt und so gegen Erkältungserkrankungen hilft. Holmes und ihre Kollegen berichteten über die Studie 2005 in der Fachzeitschrift "Journal of Agricultural and Food Chemistry".

Ideales Getränk

Etwa zwei Liter sollte jeder Mensch täglich trinken, um konzentriert und leistungsfähig zu bleiben, empfiehlt die Techniker Krankenkasse. Das muss nicht immer Mineralwasser sein: Auch alle Kräuter- und Früchtetees sind hervorragend dazu geeignet, den Flüssigkeitsverlust des Körpers auszugleichen. Wenn du Kamillentee nicht süßt, enthält er außerdem keine Kalorien und greift auch die Zähne nicht an. Trotzdem hat der Aufguss ein frisches, blumiges Aroma und schmeckt herrlich würzig und vollmundig. In der kalten Jahreszeit wärmt dich Kamillentee zudem von innen heraus auf.


Etwa zehn Minuten sollte man den Teeaufguss mit Kamillenblüten ziehen lassen (Foto: Public Address)Etwa zehn Minuten sollte man den Teeaufguss mit Kamillenblüten ziehen lassen (Foto: Public Address)

Leicht zubereitet

Idealerweise stellst du den Tee aus getrockneten Kamillenblüten aus Bio-Anbau her. Aber es muss nicht unbedingt diese Luxus-Version sein: Es tun auch die Aufgussbeutel aus dem Discounter. Achte jedoch darauf, dass du zu einem Naturprodukt greifst, dem keine chemisch hergestellten Aromen zugesetzt wurden. Du solltest das Trockenprodukt dunkel und vor Feuchtigkeit geschützt lagern. Bringe einen Liter Wasser zum Kochen und gieße damit, noch sprudelnd, zwei bis drei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten (oder ebensoviele Teebeutel) auf. Lasse den Sud etwa zehn Minuten lang ziehen und entferne dann die Beutel bzw. siebe die Blüten aus.

Rundum-Wirkung

Hat dich mal eine Erkältung erwischt, profitierst du gleich in mehrfacher Hinsicht davon, Kamille im Haus zu haben. Mit dem Tee zu gurgeln, lindert beispielsweise Halsschmerzen. Zum Inhalieren bei Schnupfen kannst du anstelle einer Salzlösung genauso gut einen Kamillensud verwenden. Beuge dich über die Schüssel, ziehe ein Tuch über den Kopf und atme nun die heiße Luft tief durch die Nase ein: So bekommst du Nasen- und Nebenhöhlen frei. Mundspülungen helfen gegen Entzündungen von Zahnfleisch und Schleimhaut. Kamillenauszüge im Badewasser entspannen und bereiten den Körper abends auf die Nachtruhe vor.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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