Gießener Studie

Vitamin-D-Unterversorgung bei Schwangeren

published: 09.10.2011

Fettreicher Fisch versorgt den Körper mit Vitamin D (Foto: Public Address) Fettreicher Fisch versorgt den Körper mit Vitamin D (Foto: Public Address)

Schwangere und Neugeborene sind laut einer neuen Untersuchung dramatisch unterversorgt mit Vitamin D. Das ist das Ergebnis der ersten Studie in Deutschland, die die tatsächliche Vitamin D-Versorgung dieser Gruppe anhand von Blutuntersuchungen überprüft. Prof. Dr. Clemens Kunz vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) führte sie zusammen mit Dr. Peter Gilbert durch, dem Chefarzt des St. Josef-Krankenhauses in Gießen.

Höhere Zufuhrempfehlungen angeregt

Die Experten schließen aus den Ergebnissen, dass eine wesentlich höhere Vitamin D-Zufuhr dringend erforderlich sei, um gesundheitliche Folgen wie Störungen des Knochenaufbaus zu vermeiden. Eine höhere Aufnahme von Vitamin D könnte über Nahrungsergänzungsmittel, angereicherte Lebensmittel oder Arzneimittel erfolgen, schlagen sie vor. Zunächst seien jedoch die Behörden gefordert, die Zufuhrempfehlungen zu erhöhen, meint Kunz. Zurzeit empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Erwachsene – darunter auch schwangere und stillende Frauen – die Aufnahme von fünf Mikrogramm Vitamin D pro Tag. In Kanada beispielsweise liegt die Empfehlung für die tägliche Vitamin D-Zufuhr zehnmal höher.

Woher stammt Vitamin D?

Vitamin D ist die inaktive Vorstufe eines Hormons, das an der Regulation des Kalziumhaushalts und der Mineralisation der Knochen beteiligt ist. Der Körper kann es mithilfe von Sonnenlicht selbst in der Haut herstellen. Deshalb ist die Versorgung mit Vitamin D im Winter und Frühjahr daher in der Regel schlechter als im Sommer und Herbst. Vitamin D kann der Körper auch aus der Nahrung beziehen: Es ist zum Beispiel in fettreichem Fisch wie Lachs, Sardinen oder Hering enthalten. Auch in Milchprodukten, Eiern und einigen Pilzarten wie Shiitake- oder Steinpilzen steckt der Stoff.

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Justus-Liebig-Universität Gießen

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