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Zöliakie

Glutenfrei leben

published: 06.09.2006

Wer an Zöliakie erkrankt ist, sollte keine Backwaren und keine Nudeln aus Getreide essen, die Gluten enthalten  (Foto: shutterstock.com/Lightspring) Wer an Zöliakie erkrankt ist, sollte keine Backwaren und keine Nudeln aus Getreide essen, die Gluten enthalten (Foto: shutterstock.com/Lightspring)

Mario hat für Samstagabend seine Referatsgruppe zum Essen eingeladen. Dabei gibt es nur ein Problem: Silke darf bestimmte Nahrungsmittel nicht essen, denn sie leidet an Zöliakie. Bevor Mario den Supermarkt stürmt, macht er sich im Internet schlau. Von dieser Krankheit hat er noch nie etwas gehört.

"Zöliakie – bei Erwachsenen auch Sprue genannt – ist eine lebenslange Glutenunverträglichkeit, eine chronische Erkrankung des Dünndarms", steht dort. "Der Betroffene reagiert überempfindlich auf das Klebereiweiß „Gluten“, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Die Darmschleimhaut entzündet sich, die Oberfläche des Dünndarms wird immer kleiner und kann nicht mehr genügend Nährstoffe aus der Nahrung aufnehmen. Mangelerscheinungen können die Folge sein.“

Okay, Silke verträgt kein Getreideeiweiß aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Dinkel. Das hat Mario soweit verstanden. Kann auch er Zöliakie bekommen? Muss er selbst mit Getreide vorsichtig sein oder hat er die Krankheit vielleicht bereits, ohne es zu wissen?

„Die Glutenunverträglichkeit ist genetisch veranlagt, erbliche Faktoren spielen also eine wichtige Rolle. Jedoch können nach heutigen Erkenntnissen auch das Immunsystem und Umwelteinflüsse die Entstehung der Zöliakie beeinflussen. Der Körper reagiert auf das Gluten allergisch, es löst eine Antigen-Antikörperreaktion aus. Daher lässt sich die Krankheit auch nachweisen, indem der Arzt das Blut auf Antikörper testet. Eine Dünndarmspiegelung mit Gewebeentnahme kann die Diagnose schließlich absichern.“

Mario ist betroffen, als er erfährt, dass es für Silke keine spezielle Therapie oder keine Medikamente gibt. Sie muss ihr Leben lang eine strenge Diät einhalten und Lebensmittel mit Gluten meiden. Die entzündete Dünndarmschleimhaut kann sich dann innerhalb weniger Tage oder Wochen regenerieren. Dass die komplexen Zusammenhänge der Zöliakie nicht eindeutig geklärt sind, kompliziert die Sache. Was würde mit Silke passieren, wenn sich in sein Essen Gluten verirrte?

„Die häufigsten Beschwerden bei Zöliakie sind Müdigkeit, Antriebsschwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl bis hin zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Blutarmut, Vitamin- und Eiweißmangel sowie Knochen- und Muskelschmerzen oder Arthritis. Bei Kindern und Säuglingen können als Folge der Mangelernährung bei einer gestörten Dünndarmfunktion Wachstumsverzögerungen oder sogar geistige Fehlentwicklungen auftreten.“

Mario versteht nun, warum es so schwer ist, Zöliakie zu diagnostizieren: Bei vielen Betroffenen treten nur einzelne Symptome auf – etwa ein unklarer Eisenmangel. Wer denkt dann schon an eine Glutenunverträglichkeit? Laut Deutscher Zöliakiegesellschaft ist nur bei 10 bis 20 Prozent der Betroffenen die Diagnose eindeutig. 80 bis 90 Prozent der Patienten haben untypische bis keine Symptome und wissen oft nichts von ihrer Erkrankung. Daher wird die Diagnose meist erst Jahre nach dem Ausbruch der Krankheit gestellt. Und Zöliakie kann jederzeit ausbrechen, auch im fortgeschrittenen Erwachsenenalter.

Bei seinem Menü muss sich Mario also streng an eine glutenfreie Ernährung halten, damit Silke keine Beschwerden bekommt. Das bedeutet: keine Lebensmittel aus Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern oder Dinkel, also auch keinen Gries, keine Stärke, kein Müsli, Paniermehl oder Teigwaren. Brot, Pizza, Nudeln oder dergleichen fallen also schon mal flach. Kuchen, Kekse oder Knabberzeug sind ebenso tabu wie Bier. Noch schwieriger wird die Sache, da Gluten auch in Saucen, Suppen, Fertiggerichten, Würstchen, Eis, Frischkäse oder Schokolade versteckt sein kann. Dass seit dem 25. November 2005 glutenhaltige Zutaten auf der Zutatenliste verpackter Produkte angegeben werden müssen, hilft Mario nur bedingt weiter. Nur selten steht leider „glutenfrei“ oder „enthält Gluten“ auf den Verpackungen.

Mario ist ratlos und ruft Silke an. Sie empfiehlt ihm die Webseite der Deutschen Zöliakiegesellschaft e.V. (DZG). Hier findet er hilfreiche Tipps für die glutenfreie Küche sowie jeweils ein Rezept des Monats.

Und so sieht schließlich Marios Abendessen aus: Lachsfilet, natur angebraten, selbstgemachte Bratkartoffeln und ein bunter Salat mit Essig-Öl-Marinade. Als Dessert serviert er Quark mit frischen Früchten der Saison. Dazu gibt es Wein und Fruchtsäfte.

[Melanie Eberlein]

Links

www.dzg-online.de

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